Was versteht man unter Urban Gardening?
Urban Gardening heißt ganz einfach: Pflanzen, Gemüse und Kräuter mitten in der Stadt anbauen, wo man eigentlich gar nicht mit Gärten rechnet. Ob auf Deinem Balkon, im Hinterhof oder sogar auf dem Dach, überall kann Garten sein.
Urban Gardening bringt nicht nur frisches Gemüse direkt zu Dir nach Hause, sondern macht die Stadt auch ein Stück grüner und lebenswerter. Außerdem ist es eine tolle Möglichkeit, rauszukommen und den Kopf frei zu bekommen. Urban Garding kann ganz unterschiedlich aussehen. Diese Möglichkeite zeigen wir Dir in diesem Ratgeber:
Welche Pflanzen eignen sich für Urban Gardening?
Für Urban Garderning eignen sich am besten schnell wachsende und platzsparende Pflanzen, damit sie gut in den kompakten Pflanzgefäßen wachsen können. In dieser Tabelle findest Du einige Beispiele passender Pflanzen und Kräuter für Deinen Urban Garden:
| Pflanzen | Kräuter |
|---|---|
|
|
Kleingärten
Ein eigener kleiner Garten mitten in der Stadt nur für Dich? Kleingärten machen’s möglich. Mit etwas Glück kannst Du Dir ein kleines Stück Land in einem Schrebergartenverein mieten. Dort kannst Du ganz entspannt Dein eigenes Gemüse anbauen, Blumen pflanzen oder einfach die Natur genießen. Viele nutzen ihre Parzelle, um am Wochenende die Seele baumeln zu lassen oder mit der Familie Zeit draußen zu verbringen.
Nachbarschaftsgärten
Ein Nachbarschaftsgarten ist ein Gemeinschaftsgarten, den Anwohner zusammen pflegen und bewirtschaften. Alles, was Du dafür brauchst: eine geeignete brachliegende Fläche. Wir zeigen Dir, wie man auf einem leeren Grundstück gärtnern kann und was bei der Anlage eines Nachbarschaftsgartens zu beachten ist.
Nicht jedes freie Grundstück eignet sich automatisch für einen Gemeinschaftsgarten. Das Grundstück für Deinen Nachbarschaftsgarten sollte...
- ...einen festen, unbelasteten Boden haben, auf dem Eure Pflanzen gut wachsen können.
- ...tagsüber mindestens 6-8 Stunden Sonne bekommen.
- ...gut erreichbares Wasser zur Verfügung haben.
Hinweis: Für Tipps, wo Du passende Flächen finden kannst, lohnt sich ein Blick bei den zuständigen Stellen in Deiner Stadt, z. B. beim Amt für Stadtgrün.
Bei Nachbarschaftsgärten sind oft viele Menschen am Prozess beteiligt – schließlich soll die Fläche ja verschiedenen Leuten zugutekommen. Die freie Fläche kann ganz unterschiedlich genutzt werden: Zum Beispiel als Rückzugsort für alle Nachbarn, speziell für Menschen mit geringem Einkommen oder als Spielort für Kinder. Daher solltet Ihr einige wichtige Fragen klären:
- Gibt es eine Nutzungsgebühr?
- Muss man einem Verein beitreten, um mitmachen zu können?
- Gibt es Partner oder Sponsoren, die den Garten unterstützen oder später mitnutzen wollen?
Falls Ihr das Grundstück pachten wollt, lohnt sich ein Pachtvertrag. Hier werden u. a. Verantwortlichkeiten für bestimmte Bereiche und Aufgaben innerhalb des Gemeinschaftsgartens geregelt. Je mehr Ihr schriftlich festhält, desto besser. So lassen sich zukünftige Streitigkeiten vermeiden.
Eine Alternative zum Nachbarschaftsgarten bietet meine ernte. meine ernte unterstützt bereits seit 2010 Selbstversorger ohne eigenen Garten mit den Gemüsegärten zum Mieten.
An fast 30 Standorten in Deutschland kannst Du mit meine ernte ohne Vorkenntnisse, dafür mit Beratung und Vorbereitung durch erfahrene Landwirte Dein Stück Gartenglück mieten. Mit mindestens 20 verschiedenen Gemüsesorten vorbepflanzt kann es zur Saison direkt losgehen. Gartengeräte und Wasser, sowie guten Rat in allen gärtnerischen Belangen werden gestellt.
Dachgärten
Du hast Lust aufs Gärtnern, aber keinen Gemeinschaftsgarten in der Nähe – und in Deiner Wohnung ist auch nicht gerade viel Platz? Dann schau doch mal, ob sich bei Dir ein Dachgarten anlegen lässt. Gerade in der Stadt werden Dachgärten immer beliebter. Ein großer Vorteil:Im Winter kannst Du die Kübeln ganz einfach ins Haus oder in die Wohnung holen.
Auf fast jeder Dachform lässt sich ein Garten anlegen – egal ob Flachdach oder leicht geneigtes Dach. Wichtig: Vorher solltest Du unbedingt von einem Fachmann die Statik Deines Hauses prüfen lassen. Nur so kannst Du sicher sein, dass das Dach zusätzliches Gewicht von Erde, Pflanzen und eventuell auch Wasser trägt.
Es gibt zwei gängige Möglichkeiten, einen Dachgarten anzulegen – je nachdem, wie viel Platz und Budget Du hast:
- Dachgarten mit Pflanzgefäßen
- Vollständige Dachbegrünung
Ein typischer Dachgarten besteht aus mehreren leichten Pflanzgefäßen wie z. B. Pflanzkübel und kleinere Hochbeete. Diese Bauweise ist pflegeleicht und flexibel. Kübelgärten sind besonders gut für Dächer mit begrenzter Tragfähigkeit und lassen sich auch mit kleinem Budget anlegen. Darauf solltest Du bei den Kübeln für Dein Dach achten:
- Wähle leichte Behälter, um Dein Dach nicht zu sehr zu belasten.
- Lege den Boden der Kübel mit Blähton aus, damit Deine Pflanzen gut wachsen.
Wichtig: Falls noch nicht vorhanden, bringe an der Unterseite der Töpfe Entwässerungslöcher an, damit keine Staunässe entstehen kann.
Hochbeete auf dem Dach
Ein Hochbeet auf dem Dach bietet Dir mehr Platz und bessere Wachstumsbedingungen für Gemüse, Kräuter und größere Pflanzen als Pflanzkübel. Die erhöhte Bauweise macht das Gärtnern rückenschonender und Du kannst die Erde gezielt mit Nährstoffen anreichern.
Wichtig ist, dass Dein Dach die zusätzliche Last tragen kann, denn Hochbeete sind schwerer als Kübel. Außerdem solltest Du auf wetterfeste Materialien setzen, damit das Hochbeet lange hält.
Du möchtest Dein Dach komplett begrünen und so einen echten grünen Rückzugsort schaffen? Dann ist der Dachgarten genau das Richtige für Dich. Dabei wird das gesamte Dach oder ein großer Teil davon mit Erde und Pflanzen bedeckt – man nennt das auch „grüne Dächer“.
Für einen Dachgarten werden verschiedene Schichten auf dem Dach aufgebaut, die für Isolierung, Entwässerung und einen guten Nährboden sorgen. Weil das Ganze technisch anspruchsvoller ist, solltest Du Dir Hilfe von einem Fachmann holen. Auf jeden Fall musst Du wissen, wie die Schichten aufgebaut sind:
- 1. Schicht: Die erste Schicht kommt direkt aufs Dach und sorgt dafür, dass keine Feuchtigkeit oder Schmutz eindringen. Dazu wirkt sie isolierend. Meistens nutzt man spezielle Dachabdichtungsbahnen aus Kunststoff oder Bitumen, da sie wasserdicht sind und Dein Dach langfristig vor Nässe schützen.
- 2. Schicht: Darauf folgt eine Schicht aus leichtem Material, z. B. Kies, der zusammen mit einer Filtermatte für die Entwässerung sorgt. So kann Wasser abfließen, ohne dass die einzelnen Schichten verrutschen.
- 3. Schicht: Oben drauf kommt die Erde, in die Pflanzen gesetzt werden. Diese Erde sollte leicht sein, aus Kompost oder spezieller Blumenerde, und tief genug, damit die Pflanzen gut Halt finden. Gleichzeitig muss die Erde so beschaffen sein, dass das Dach das Gewicht, wenn die Erde feucht ist, tragen kann.
Micro Gardening
Ein paar Samen, etwas feuchte Watte – und schon nach ein paar Tagen kannst Du das erste Grün ernten. Das ist im Prinzip Micro Gardening.
Ein Micro-Garten kann winzig sein – ein paar Quadratzentimeter auf dem Fensterbrett, in einer kleinen Schale oder einem Mini-Gewächshaus. Hast Du mehr Platz? Dann kannst Du Deine Anbaufläche auch nach oben erweitern – z. B. mit Paletten, Regalen, aufgehängten Töpfen oder senkrecht angebrachten Rohren. So entsteht Dein Garten auch auf kleinem Raum in die Höhe. Das nennt sich Vertical Gardening.
Für den Einstieg eignen sich Sprossen perfekt: Sie wachsen schnell, brauchen kaum Platz und sind richtig gesund. Einfach in einem Glas oder flachen Gefäß mit feuchtem Küchenpapier ziehen. Weitere Möglichkeiten sind:
- Alfalfa
- Kresse
- Brokkoli
- Linsen
- Mungobohnen
- Radieschen
- Rucola
- Kräuter
Urban Gardening: häufige Fragen
Urban Gardening bedeutet, in der Stadt auf kleinen Flächen wie Balkonen, Dächern oder Gemeinschaftsgärten Pflanzen anzubauen – oft Gemüse, Kräuter und Blumen.
Ja, Urban Gardening ist grundsätzlich legal, solange Du die Flächen nutzen darfst und keine lokalen Vorschriften verletzt. Bei öffentlichen oder fremden Flächen solltest Du allerdings um Erlaubnis fragen.
Gut geeignet sind schnell wachsende, platzsparende Pflanzen wie Kräuter, Salate, Radieschen, Tomaten und kleine Gemüsearten.
Mit Urban Gardening kannst Du nicht nur selbst frisches Gemüse anbauen, sondern die Stadt auch ein Stück grüner und lebenswerter machen.





























