Holz wetterfest machen

Holz hält einiges aus, dennoch solltest Du es vor allem im Außenbereich schützen, um die Haltbarkeit zu verlängern. Gerade Feuchtigkeit schädigt Holz gleich in mehrfacher Hinsicht. Ist sie erst einmal eingedrungen, „arbeitet“ sie nicht nur bei direkter Sonneneinstrahlung oder Frost, sondern immer dann, wenn die Temperaturen stark schwanken. Das Holz reißt und es dringt noch mehr Feuchtigkeit ein.

Äußere Einflüsse wie Wärme, Kälte oder Frost verstärken die zersetzende Wirkung des Wassers, das zudem einen idealen Nährboden für jede Form von Schadorganismen darstellt.

Auch UV-Strahlen können Holz zu schaffen machen. Sie lösen bei nicht geschütztem Holz das Lignin auf, das dem Holz seine Festigkeit verleiht. Die Folge: Das Holz zerlegt sich in bräunliche Spaltprodukte, die vom Regen ausgewaschen werden. Zurück bleibt die helle Zellulose. Das Holz vergraut und wird spröde.

In derart geschädigtes Holz nisten sich schnell Algen, Moose, Bläuepilze, Insekten und andere holzzerstörende Organismen ein, die es meist sehr schnell endgültig zerstören. Konstruktiver Holzschutz ist hier die Lösung.

Um Dein Holz zu schützen, musst Du es imprägnieren oder entsprechend grundieren. Nur so kann vermieden werden, dass Nässe in das Holzinnere gelangt.

Aber wie geht das mit der Holzimprägnierung?

Die beliebtesten Verfahren sind wohl das Ölen und Wachsen. Das Ölen geht den meisten leichter von der Hand, weil es im Gegensatz zum Wachs nicht klebt oder einen unangenehmen Geruch hinterlässt. Du kannst aber auch Lasuren, Holzfarben oder Lack verwenden. Wobei wir Lack eher für den Einsatz im Innenbereich empfehlen. Vor allem dann, wenn das Holz dauerhaft der Witterung ausgesetzt ist. Deine Gartenmöbel kannst Du auch lackieren, sie stehen i. d. R. nicht im Regen, sondern werden entweder weggeräumt oder mit einer Schutzhülle abgedeckt.

Zugegeben, das klingt leicht kompliziert. Die Produktvielfalt im Bereich Holzschutz und Holzfarben ist groß. Da ist es für Laien gar nicht so einfach, das richtige Produkt zu finden. Wir klären auf.

Holz imprägnieren: Untergrundvorbereitung

Du bist voller Tatendrang und willst gleich loslegen, aber Vorsicht. Erst muss das Holz vorbereitet werden, damit die Imprägnierung gleichmäßig einziehen kann. D. h. alle alten Anstriche von Farben, Lacken etc. müssen restlos entfernt werden. Erst dann kann was Neues drauf! Geh hartnäckigen Altanstrichen mit Spachtel und Föhn an den Kragen. Hast Du das geschafft, schleifst Du das Holz an, um einen glatten Untergrund zu schaffen. Bitte immer in Faserrichtung. Nach den Schleifarbeiten solltest Du das Holz reinigen. Holzstaub abfegen und anschließend mit einem feuchten Lappen abreiben. Mit einer Seifenlauge gehen auch leichte Verschmutzungen und Fettflecken ab. Aber achte darauf, dass das Holz nicht zu feucht wird. Am besten mit einem trockenen Tuch abtupfen und zusätzlich an der frischen Luft vollständig trocknen lassen!

Holzimprägnierung auftragen

Vermeide beim Imprägnieren direkte Sonneneinstrahlung – das begünstigt die Fleckenbildung. Ein Carport bietet Schutz von oben und Du bist trotzdem draußen. An der frischen Luft kann die Holzimprägnierung am besten einziehen und die Dämpfe können schnell entweichen. Notfalls geht das auch in der Garage – dann solltest Du Dich aber unbedingt mit einer Schutzmaske rüsten.

Auch wenn Du draußen arbeitest, solltest Du Dein Umfeld vor unerwünschten Flecken schützen. Den Rasen kannst du zwar mähen, das Pflaster aber nicht abschleifen. Bewaffne Dich mit Abdeckfolien & Co. – und dann nix wie ran an die Imprägnierung.

Grundieren und doppelt profitieren.
So sagst Du Fäulnis, Pilzen und Bläue den Kampf an.

Holz ölen

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Öl als Holzschutzmittel gehört zu den beliebtesten Verfahren: Die Imprägnierung dringt tief ins Holzes ein und verstopft keine Poren – dadurch bleibt das Holz atmungsaktiv. Eindringende Nässe kann auch wieder raus und es bildet sich nicht so leicht Schimmel. Außerdem tritt durch das Öl die Maserung hervor und die Oberfläche fühlt sich sehr natürlich an. Öl kann für jede Holzart verwendet werden – farblos oder farbig, um das Holz aufzufrischen oder ihm einen neuen Look zu verpassen.

Das Öl trägst Du am besten mit einem Pinsel auf. Streiche dabei immer in Faserrichtung. Für einen optimalen Schutz und längere Haltbarkeit, solltest Du zwei Schichten auftragen. Dann ist das Holz richtig imprägniert. Damit der Holzschutz von Dauer ist, solltest Du das Ölen wiederholen. Häufig beanspruchte Flächen, wie z. B. Tischplatten sollten 2–3 Mail im Jahr geölt werden. Holz im Außenbereich sollte ebenfalls öfter geölt werden als Holz im Innebereich.

Als Grundregel gilt: Fühlt sich die Holzoberfläche rau an, solltest Du ihr einen neuen Anstrich verpassen.

Sicher in die Projektpause

Verschließ die Öldose, während Deiner Pause, damit kein Dreck reinfliegen kann. Den Pinsel kannst Du in Frischhaltefolie einwickeln, damit er nicht austrocknet. Dann kannst Du nach der Pause da weitermachen, wo Du ausgehört hast.

Um dem Wetter zu trotzen, kannst Du auf auch auf altbewährte Hausmitteln zurückgreifen, wie z. B. Leinölfirnis. Auch sie machen das Holz wetterfest. Gerade für Allergiker ist das lösemittelfreie Produkt eine natürliche Alternative für den Holzschutz.

Holz wachsen

Mit Wachs bringst Du Dein Holz zum Glänzen. Die Oberfläche fühlt sich etwas glatter an, als beim Ölen. Das Holz bleibt aber dennoch atmungsaktiv. Beliebt sind farblose Wachse aus Bienen- oder Pflanzenwach. Das Naturprodukt ist für Hausstauballergiker hervorragend geeignet, sollte aber nur für Holz im Innenbereich verwendet werden. Hier spricht man dann eher von einer Holzveredelung als von einer Imprägnierung. Für stark strapaziertes Holz, bietet Wachs nicht genügen Schutz. Holz im Außenbereich solltest Du demnach lieber Ölen oder Lasieren.

Trage das Wachs mit einem weichen, fusselfreien Tuch auf das Holz auf. In kreisenden Bewegungen arbeitest Du es tief in das Holz ein. Gehe dabei mehrmals über die gleiche Stelle, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen. Reste einfach mit einem groben Tuches entfernen. Wiederhole den Vorgang nach ein paar Stunden Einwirkzeit. Zum Schluss wird die Oberfläche poliert. Dafür verwendest Du am besten ein Poliervlies, auch Schleifvlies genannt. Du kannst aber auch ein weiches Tuch nehmen, das geht genauso gut. Durch's Einreiben entsteht Wärme, die die Wachsschicht versiegelt.

Holz lasieren

Ob Gartenmöbel, Gartenzäune, Fenster- oder Türen – mit einer Lasur wertest Du Dein Holz optisch auf und schützt es langfristig. Farbpigmente überlagern die Maserung, sodass Du Deinem Holz einen ganz anderen Look verpassen kannst. Lasuren gehören zu den chemischen Holzschutzmitteln. Sie enthalten Lösungsmittel, sind dadurch aber auch witterungsbeständiger als natürliche Alternativen. Trage beim Imprägnieren mit einer Lasur unbedingt Schutzkleidung, wie Mundschutz, Schutzbrille und Handschuhe.

Man unterscheidet zwischen Dünnschichtlasuren und Dickschichtlasuren.

  • Wie der Name bereits vermuten lässt, lassen sich Dünnschichtlasuren, ähnlich wie Holzöl, dünn auftragen. So kann die Lasur tief ins Holz eindringen und den Schutz von innen aufbauen. Ideal also für Holz im Außenbereich.
  • Dichschichtlasuren erinnern von der Optik sowie von der Verarbeitung eher an Lack. Sie haftet an der Oberfläche und dringt nicht ins Holz ein. Dadurch entsteht zwar eine wasserdichte Schutzschicht, aber wenn Feuchtigkeit in das Holz eindringt, kann es nicht abtrocknen. Die Folge sind Schimmel und Pilze. Demnach empfehlen wir Dickschichtlasuren eher für den Innenbereich.

Bei einer dünnflüssige Holzlasur solltest Du die Oberfläche vorher grundieren. Die Lasur bitte erst auftragen, wenn die Grundierung durch und durch getrocknet ist. Sie wir in zwei Schichten aufgetragen. Zwischen den Anstrichen gut trocknen lassen und mit Schleifpapier leicht aufrauen, erst dann kann die zweite Schicht drauf.

Welcher Pinsel für welche Lasur?

Pinsel mit Kunststoffborsten eignen sich besonders gut für wasserbasierte Lasuren. Lösungsmittelhaltige Lasuren trägst Du besser mit Naturborsten auf.

Holz lackieren

Wie bereits erwähnt sind sich Lack und Dickschichtlasur was die Optik und die Verarbeitung angeht, sehr ähnlich. Lack dringt nicht ins Holz ein, sondern bildet eine oberflächliche, feste und wasserdichte Schutzschicht. Die stabile Außenhaut ist zwar witterungsbeständig, aber auch empfindlich. Falls durch eine Schadstelle, z. B. einen Kratzer, später Wasser eindringt, quillt das Holz auf und sprengt die Lackierung.

Lasuren und Öle hingegen bilden eine Schutzschicht auf dem Holz, bleiben aber atmungsaktiv. Deshalb empfehlen wir für den Holzschutz im Garten grundsätzlich Lasuren für Weichhölzer und Öle für Harthölzer. Lacke eignen sich eher für den Einsatz im Innenbereich.

Da auch Lacken Lösungsmittel enthalten, solltest Du Dich beim Lackieren schützen. Mundschutz, Schutzbrille und Handschuhe bieten einen guten Schutz vor austretenden Dämpfen. Und natürlich immer im freien lackieren, damit der Dampf abziehen kann!

Wie Du Holz fachgerecht lackierst, erfährst Du in unserem Ratgeber und unsere Anleitungen zeigen Schritt für Schritt wie's geht.

Holzveredelungen im Innenbereich

Drinnen wird Holz natürlich anders belastet als Draußen. Zwar gibt es keine äußeren Umweltfaktoren, die das Holz angreifen, aber Luftfeuchtigkeit, Schmutz, Flüssigkeiten und viele andere Aspekte können es ebenfalls ordentlich strapazieren. Deswegen solltest Du Holz im Innenbereich mit speziell darauf abgestimmten Produkten behandeln.

Mit den richtigen Lasuren und Ölen bringst Du Möbel, Arbeitsflächen und Fußböden im Haus auf Vordermann und schützt sie vor den alltäglichen Belastungen.

Nicht den passenden Farbton gefunden? Kein Problem. Im Farbmischcenter kannst Du Holzfarben und Lasuren in Deiner Wunschfarbe mischen lassen.

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