Auf dieser Seite erfährst Du alles Wichtige rund um die Balkonsanierung. Du bekommst einen Überblick darüber,
Wann Balkon sanieren?
Spätestens wenn Du knöcheltief im Wasser stehst, obwohl Du auf Deinem Balkon gar kein Planschbecken hast, weißt Du: Die Zeit, Deinen Balkon zu sanieren, ist gekommen.
Andere Hinweise für eine dringende Balkonsanierung können sein:
- in dem Zimmer, das an Deinen Balkon grenzt, bemerkst Du feuchte Stellen und Schimmel an der Wand
- die Fliesen auf dem Balkon sind voller Risse oder lösen sich ganz ab
- der Betonboden auf Deinem Balkons bröckelt, der Fassadenputz macht mit
- und überhaupt: Wo kommen plötzlich das ganze Moos und die Stockflecken her?
Schuld an der Misere auf Deinem Balkon sind in den meisten Fällen undichte Stellen, durch die Wasser eindringen konnte. Abgesehen von den oben genannten Folgen, gefährdet ein sanierungsbedürftiger Balkon auch Deine eigene Sicherheit. Deshalb heißt es jetzt: Werkzeug raus und ran ans Werk!
Balkonsanierung: Gefälle prüfen
Bevor Du mit der Balkonsanierung loslegst, solltest Du per Wasserwaage prüfen ob der Boden Deines Balkons ein Gefälle aufweist. Das Gefälle ist wichtig, damit das Regenwasser nicht auf dem Balkon stehen bleibt, sondern über den Rand abfließen kann.
Dein Balkon hat eins? Dann hast Du schon mal einen Arbeitsschritt weniger vor Dir.
Das Gefälle fehlt? Kein Ding, Du kannst selbst eines herstellen. Der ideale Neigungswinkel eines Gefälles für Balkone liegt bei 2% an der Hauswand.
Konkret heißt das: Alter Bodenbelag raus, Balkon gründlich reinigen, Risse und Löcher zuspachteln und dann mit einem speziellen Gefällemörtel bzw. -estrich den Boden so ausrichten, dass das Gefälle vom Gebäude wegführt.
Bevor Du den Balkon sanieren und neu verlegen kannst, denk daran, ihn richtig abzudichten und zu entkoppeln.

Du möchtest bei der Balkonsanierung auf Nummer sicher gehen und Schäden dauerhaft vermeiden? In unseren anderen Ratgebern erklären wir Dir Schritt für Schritt, wie Du Deinen Balkon richtig abdichtest, welche Materialien dafür geeignet sind und worauf Du bei Anschlüssen und Übergängen achten solltest. Außerdem zeigen wir Dir, wie Du das Gefälle für Deinen Balkon korrekt berechnest und herstellst, damit Regenwasser zuverlässig abfließen kann und sich keine Staunässe bildet.
Balkon entkoppeln
Schluss mit Rissen und Feuchtigkeit auf Deinem Balkon! Mit einer Entkoppelung schützt Du Deine Fliesen vor Rissbildung. So kann Wasser keine Schäden mehr auf Balkonien anrichten. Wir zeigen Dir, wie die Balkonsanierung gelingt. Doch zunächst ...
Ein Balkonboden, der der Witterung ausgesetzt ist, arbeitet. Fliesen, die direkt auf dem Balkonboden verlegt werden, sind jedoch fest verklebt und können diese minimalen Bewegungen nicht mitgehen. Es kommt zu Rissen in den Fliesen. Durch die kann wiederum Wasser eindringen und weitere Schäden am Balkon verursachen. Um das zu vermeiden, brauchst Du eine Entkoppelung. Dafür nimmst Du eine Entkopplungsmatte. Sie dient als Zwischenschicht zwischen Fliesen und dem eigentlichen Balkon.


Schritt 1: Lege die Entkopplungsmatte direkt auf den Estrich mit 2 % Gefälle bzw. auf den alten Fliesenbelag. Wichtig beim Fliesenbelag ist, dass Du ihn vorher grundiert hast.
Schritt 2: Ein Profil verhindert Staunässe. Bau es flächenbündig zur Entkopplungsmatte ein.
Schritt 3: Nun musst Du ein Abdichtband an den Kanten anbringen. Das verhindert das Eindringen von Nässe. Am Ende sieht der Aufbau so aus:
Aufbau Entkoppelung
- Stahlbetonplatte
- Estrich
- Entkopplungsmatte
- Dichtband
- Profil
- Profil-Außenecke
- Fliesenkleber
- Fliesenbelag
Balkon entwässern
Damit sich Dein Balkon bei starken Wolkenbrüchen nicht in einen Pool verwandelt, muss er gut entwässert sein. Wir zeigen Dir, wie Du einen offenen oder geschlossenen Balkon sanieren kannst, und ihn mit oder ohne Ablauf entsprechend ausstattest.
Willst Du einen geschlossenen Balkon sanieren, achte darauf, dass er auf jeden Fall einen Ablauf besitzt. Hast Du auf Deinem Balkon noch keinen oder ist der alte defekt, ist jetzt der ideale Zeitpunkt, um während der Balkonsanierung einen neuen einzubauen.

Schritt 1: Entferne ggf. den defekten Ablauf. Schließe den Ablaufkörper des neuen Ablaufs mit Geruchsverschluss (2) mit 1% Gefälle an die Entwässerung an. Kürze das Aufstockelement (3), bis es gleichauf mit der Höhe des Estrichs bzw. des Oberflächenbelags auf Deinem Balkon ist. Gut geeignet zum Kürzen des Aufstockelemts ist eine Stichsäge.
Schritt 2: Jetzt kannst Du den Estrich verarbeiten. Denk daran, dass der Balkon ein Gefälle von mind. 2 % (4) benötigt. Trage die erste Schicht der Balkonabdichtung (5) auf Boden und Flansch (das ist die ringförmige Scheibe) des Aufstockelements auf.
Schritt 3: Bette das Dichtvlies (6) in die erste Schicht Balkonabdichtung. Danach trage eine zweite Schicht Balkonabdichtung auf. Passe das Aufsatzstück (7) so an, dass es 1–2 mm unter der Oberkante der Fliesen liegt.
Schritt 4: Jetzt heißt es Fliesen verlegen und verfugen (8). Ist das passiert, kannst Du zum Schluss das Aufsatzstück des Ablaufs elastisch abdichten. Fertig!

Du willst einen offenen Balkon sanieren? Die gute Nachricht ist, dass er nicht zwingend einen Ablauf braucht. Was Du stattdessen tun kannst, um ihn zu entwässern: Stelle mit einem Ausgleichsmörtel ein Gefälle von mind. 2 % her. So wird das Regenwasser vom Gebäude weggeleitet und kann über die offene Balkonkante leicht ablaufen. Wenn Du dann noch Puste hast, kannst Du natürlich noch eine Regenrinne montieren und das Wasser darüber ableiten.


Damit Regenwasser zuverlässig abfließen kann und sich auf Deinem Balkon keine Staunässe bildet, spielt die richtige Entwässerung eine entscheidende Rolle. In unserem anderen Ratgeber zeigen wir Dir, wie Du eine Dachrinne montierst, worauf Du bei Material und Gefälle achten solltest und wie Du Fallrohre fachgerecht anbringst, damit das Wasser kontrolliert abgeleitet wird. So schützt Du Deinen Balkon langfristig vor Feuchtigkeitsschäden und vermeidest teure Folgereparaturen.
Balkonsanierung: passende Fliesen
Dein Balkon hat ein Gefälle. Dein Balkon ist dicht. Was noch fehlt, damit man ihm die ganze Sanierungsarbeit ansieht? Die passenden Fliesen!
Du kannst den alten Boden rausreißen. Oder Du schichtest über den alten Fliesenbelag drüber. Neu verlegen geht sowieso.
Schritt 1: Trage einen feuchtigkeitssperrenden Abdichtvorstrich auf die gesamte Fläche auf. Am Tag darauf folgt der zweite Anstrich. Damit verhinderst Du, dass sich Wasser unter dem Fliesenbelag sammelt. Außerdem haftet so der neue Fliesenkleber besser.
Schritt 2: Verwende unbedingt einen frostbeständigen Fliesenkleber. Der Kleber muss leichte Spannungen des Untergrundes ausgleichen können, ohne zu reißen. Er sollte zudem flexibel aushärten. Trage den Fliesenkleber auf den Untergrund sowie die Rückseite der Fliesen auf. Anschließend drückst Du die Fliesen fest in das Kleberbrett. Achte darauf, dass kein Hohlraum entstehtt. So verhinderst Du Frostschäden.
Schritt 3: Jetzt musst Du die Fliesen nur noch verfugen. Die Anschlussfugen im Sockelbereich kannst Du mit Silikon ausspritzen. Das war's!
Unglasierte Fliesen aus Feinsteinzeug eignen sich besonders gut für die Balkonsanierung. Sie haben durchgefärbte Kanten. Deshalb kannst Du sie leicht zurechtschneiden und damit auch die letzte Sockelreihe nahtlos schließen.

Balkon sanieren: häufige Fragen
Am sichersten dichtest Du Deinen Balkon mit einer flexiblen Verbundabdichtung ab, die auf den vorbereiteten Untergrund aufgetragen wird. Wichtig sind außerdem Dichtbänder an Kanten und Übergängen, damit kein Wasser eindringen kann.
Am besten eignen sich frostfeste, rutschhemmende Fliesen, zum Beispiel aus Feinsteinzeug. Alternativ sind auch Bodenbeschichtungen oder Klickfliesen möglich, je nach Nutzung und Untergrund.
Die Kosten liegen meist zwischen 150 und 400 Euro pro Quadratmeter, je nach Schaden, Aufbau und Material. Müssen Abdichtung, Gefälle und Belag komplett erneuert werden, kann es auch teurer werden.
Ein Balkongeländer wird saniert, indem Du Rost entfernst, beschädigte Stellen ausbesserst und das Geländer anschließend neu streichst oder beschichtest. Bei starken Schäden kann ein Austausch einzelner Elemente nötig sein.
Ja, Handwerkerleistungen für die Balkonsanierung kannst Du als Privatperson steuerlich geltend machen, sofern Du die Rechnung nicht bar bezahlst. Materialkosten zählen dabei allerdings nicht mit.














