Wenn Du Deinen Balkon abdichten willst, gibt es ein paar wichtige Punkte, die Du unbedingt beachten solltest.
Was ist die beste Abdichtung für einen Balkon?
Wenn Du Deinen Balkon abdichten willst, stehen Dir verschiedene Methoden zur Verfügung. Zu den gängigen Abdichtungsmaterialien zählen
Welche Abdichtung für Deinen Balkon am besten geeignet ist, hängt vor allem vom Balkonuntergrund und dem Folgebelag ab. Bitte beachte, dass die Beschaffenheit des Untergrunds zusätzliche Arbeitsschritte bei der Untergrundvorbereitung und somit höhere Kosten verursachen kann.
| Beton/Estrich | bestehender Fliesenbelag | Holz | Metall | |
|---|---|---|---|---|
| Wetterbedingungen |
|
|
|
|
| Weitere Schichten |
|
|
|
|
| Abdichtungsmethode |
|
|
|
|
| Geeignete Folgebeläge |
|
|
|
|
| KO-Kriterien | Abdichtung nicht direkt auf stark rissigem oder losem Untergrund | keine Abdichtung auf hohl klingenden oder losen Fliesen | kein Abdichten auf faulendem oder stark verwittertem Holz | kein Abdichten auf stark korrodiertem Metall ohne Rostschutz |
Balkonabdichtung nicht ohne Folgebelag nutzen
Unabhängig von der gewählten Abdichtungsart gilt: Abdichtungen sollten nicht dauerhaft als begehbare Nutzschicht verwendet werden. Um sie vor mechanischen Belastungen oder Beschädigungen zu schützen, sind zusätzliche Maßnahmen oder Folgebeläge erforderlich. Zu den möglichen Abdichtungsmaßnahmen zählen Flüssigkunststoffe, Bahnen und Folien sowie Mörteldichtschlämmen.
Balkon abdichten nach DIN 18531
Die Abdichtung von Balkonen, Loggien und Terrassen unterliegt den Vorgaben der DIN 18531 „Abdichtung von Dächern sowie von Balkonen, Loggien und Laubengängen“. Diese Norm schreibt unter anderem vor:
- Gefälle: Frei bewitterte Flächen müssen ein Gefälle von mindestens 2 % aufweisen, um stehendes Wasser zu vermeiden.
- Materialanforderungen: Abdichtungen müssen für die Beanspruchungsklasse „frei bewittert“ geeignet sein und eine dauerhafte Wasserundurchlässigkeit sicherstellen.
- Schichtaufbau: Flüssigkunststoffe dürfen nur auf tragfähigen, vorbereiteten Untergründen verarbeitet werden. Bei mehrlagigen Abdichtungen sind Verstärkungseinlagen (z. B. Vliese) vorgeschrieben.
- Detailausbildung: Anschlüsse, Übergänge und Durchdringungen müssen mit geeigneten Systemkomponenten (z. B. Manschetten, Dichtbänder) ausgeführt werden.
Die Einhaltung dieser Norm ist entscheidend für die Dauerhaftigkeit und Sicherheit Deiner Balkonabdichtung. Im folgenden erfährst Du, wie Du unterschiedlichen Materialien verarbeitest und worauf zu achten ist:
Balkonabdichtung: Untergrund prüfen & vorbereiten
Entscheidend für das weitere Vorgehen ist die sachgerechte Beurteilung und Vorbereitung des Untergrundes. Bevor Du den Balkon abdichten kannst, solltest Du die Flächen einer Sicht- und Oberflächenprüfung unterziehen.
Unregelmäßigkeiten, abgeplatzte Farbschichten, Risse, Ausblühungen, oberflächliche Feuchtigkeit, Verschmutzungen, Materialwechsel, Vermoosung oder Veralgung kannst Du durch eine Sichtprüfung feststellen und danach die erforderlichen Maßnahmen festlegen.
Der Untergrund darf keine Hohllagen haben. Er muss trocken, eben, staub- und fettfrei sein. Stark saugende Untergründe oder kreidende Anstriche müssen entfernt oder abgewaschen werden. Achte darauf, dass die Bodenfläche nicht zu stark saugt. Das kann die Haftung der Beläge beeinträchtigen.
Das ist eine häufig gestellte Frage. Und die Antwort ist ganz einfach: Mit einem Gefälle!
Hinweis: Frei bewitterte Flächen wie Balkone, Loggien und Terrassen sollten zur Wasserabführung ein gleichmäßiges Gefälle von ca. 2 % aufweisen. Ist dies nicht oder nur unzureichend vorhanden, kann es auf Beton- oder Zementestrichen durch Verwendung eines standfesten Ausgleichs- und Gefällemörtels hergestellt oder erhöht werden.
Das Gefälle leitet das Wasser vom Gebäude weg. Nur so kannst Du sicherstellen, dass sich Wasser nicht auf Deinem Balkon sammelt. Bei Bedarf sollte eine Entwässerungsrinne ergänzt werden. So gehst Du vor:
- Randdämmstreifen einarbeiten (Folie am Dämmstreifen zur Herstellung einer Trennschicht platzieren, später mit Cuttermesser oder Schere entfernen).
- Mörtel mit Glättkelle dünnlagig aufziehen.
- Mörtel danach frisch in frisch in der erforderlichen Schichtdicke aufziehen.
- Mörtelschicht mit Richtscheit im gewünschten Gefälle abziehen. Dabei entweder mit einer Lehre oder einer Wasserwaage mit Libelle (Gefällemarkierung) arbeiten.
- Vor dem Nacharbeiten Lehren entfernen und entstandene Leerräume auffüllen.
- Nach 45 bis 60 Minuten mit Schwammbrett nacharbeiten.
Balkon abdichten mit Flüssigkunststoff
Flüssigkunststoff ist für die meisten Untergründe geeignet. Je nach Balkonuntergrund (Beton, Zement, Fliesen, Holz oder Metall) brauchst Du eine passende Grundierung und oft eine Vlieseinlage zur Verstärkung.
Flüssigkunststoff ist besonders flexibel und passt sich auch komplexen Formen und leichten Bewegungen an. Nach dem Auftragen härtet er zu einer nahtlosen, wasserdichten Oberfläche aus.
-
Der Untergrund muss sauber, trocken und tragfähig sein. Bitte entferne lose Teile, Staub und alte Beschichtungen. Achtung: prüfen, damit Wasser später auch ablaufen kann. - Grundierung auftragen
Verwende eine Grundierung, die für Deinen Balkonuntergrund geeignet ist und beachte die Trocknungszeit des Herstellers. - Flüssigkunststoff auftragen
Die Abdichtmasse wird in mehreren Schichten aufgetragen, mind. zwei. Arbeite zwischen den Schichten ggf. ein Verstärkungsvlies ein. Das sorgt für zusätzliche Stabilität. Achtung: Die Trocknunszeit des Flüssigkunststoffs beträgt 12–48 Stunden – bitte beachte hier unbedingt die Herstellerangaben! - Anschlüsse und Übergänge abdichten
Wandanschlüsse, Türschwellen und Geländerfüße müssen mit Dichtband oder Dichtmasse gesichert werden. Hinweis: Abläufe können mit passenden Manschetten integriert werden. - Kunststoffbeschichtung auftragen
Zum Schluss trägst Du eine zusätzliche Schutzschicht auf, um die Fläche dauerhaft begehbar zu machen.
Balkon abdichten mit Folie
Du kannst Deinen Balkon z. B. mit einer EPDM-Folie abdichten. Diese elastische Dichtungsbahn eignet sich besonders für größere Flächen oder wenn eine dauerhafte Lösung gesucht wird, z. B. bei Bewegungen im Baukörper. EPDM-Folie kann diese Bewegungen aufnehmen, ohne zu reißen.
Alternative Folien sind z. B. PVC-/FPO-Folie (thermoplastisch), Bitumenbahnen,
- Eine Dachdichtungsbahn ist nicht automatisch für Deinen Balkon geeignet.
- Ohne einen zusätzlichen, flächigen Schutzbelag ist die Abdichtung nicht ausreichend belastbar.
- Fliesen dürfen nicht direkt im Verbund auf der Abdichtung verlegt werden, da dies zu Schäden führen kann.
- Achte darauf, dass die Abdichtung für den vorgesehenen Nutzungsbereich freigegeben ist.
- Plane vor der mechanischen Belastung unbedingt eine geeignete Schutzlage (z. B. Bautenschutzmatte) und einen Nutzbelag (z. B. Estrich, Platten auf Stelzlagern, Holzroste oder spezielle Balkonaufbauten) ein,
Weitere Informationen findest Du im Ratgeber:
-
Der Untergrund muss sauber, trocken und tragfähig sein. Bitte Unebenheiten ausgleichen und lose Teile entfernen. Bitte achte auf ein von mind. 2 % zur sicheren Wasserableitung. - EPDM-Folie richtig zuschneiden
Plane einen Überstand von 10–15 cm an den Rändern ein. Falten unbedingt einschneiden, damit die Folie glatt aufliegt. - EPDM-Kleber verwenden
Je nach System kann die Folie entweder vollflächig oder nur an den Rändern verklebt werden. Bitte beachte unbedingt die Herstellerangaben. - Anschlüsse und Übergänge abdichten
Wandanschlüsse, Türschwellen, Geländerfüße müssen mit Dichtband oder flüssig aufzubringende Dichtmasse gesichert werden. Hinweis: Für EPDM-Folie gibt es spezielle Formteilen für Ecken oder Abläufe.
Balkon abdichten mit Dichtschlämme
Die Balkonabdichtung mit Dichtschlämme ist eine einfache und kostengünstige Methode. Sie eignet sich besonders für kleinere Flächen und Balkone mit einem bestehenden Fliesenbelag, sofern dieser in einem einwandfreien Zustand ist.
Bei Balkonen mit Fliesenbelag wird häufig eine Fliesenverbundabdichtung eingesetzt. Dabei wird die Dichtschlämme direkt unter dem Fliesenkleber aufgetragen, um das Eindringen von Wasser in den Untergrund zu verhindern.

Dichtschlämme ist eine zementbasierte, streichfähige Abdichtmasse, die in mehreren Schichten aufgetragen wird. Man unterscheidet hier zwischen einer starren und flexiblen Dichtschlämme. Wie der Name bereits vermuten lässt, ist nur die flexible Dichtschlämme in der Lage, Bewegungen im Untergrund (z. B. durch Temperaturwechsel oder leichte Rissbildung) auszugleichen. Deshalb ist sie die richtige Wahl für Deinen Balkon. In der folgenden Tabelle werden die Unterschiede und Vorteile deutlich.
| Eigenschaft | Starre Dichtschlämme | Flexible Dichtschlämme |
|---|---|---|
| Materialbasis | zementbasiert | zementbasiert mit Kunststoffanteilen |
| Elastizität | nicht elastisch | elastisch, gleicht Bewegungen aus |
| Wasserundurchlässigkeit | ja | ja |
| Empfohlener Einsatzbereich |
|
|
| Rissüberbrückung | nein | ja, bis zu bestimmten Breiten |
| Beständigkeit bei Temperaturwechsel | empfindlich, kann Risse bilden | unempfindlich, passt sich an |
| Kosten | günstiger | höher, als starre Variante |
| Langzeitbeständigkeit | gut bei stabilem Untergrund | sehr gut bei wechselnden Bedingungen |

Du willst Deinen Balkon mit Dichtschlämme abdichten? Kein Problem. Wir zeigen Dir Schritt für Schritt, wie Du dabei vergehen musst. Achte aber auch auf die vorgegebenen Normen, hier findest Du Hinweise zur
Untergrundvorbereitung
- Der Untergrund muss tragfähig, sauber, fettfrei und frei von losen Teilen sein.
- Außerdem empfehlen wir eine Grundierung (Haftbrücke) vor dem Auftragen der Dichtschlämme aufzutragen.
Dichtschlämme anrühren
- Die Balkon-Abdichtung wird aus zwei Komponenten gemischt. Hierzu kann der Verpackungseimer genutzt werden. Mische die Komponenten nach Herstellerangaben. Hinweise dazu findest Du auf der Verpackung.
- Den Dichtmörtel dabei langsam und klumpenfrei mit dem elektrischen Rührwerk einrühren. Die Verarbeitungszeit der Masse beträgt ca. 2 Stunden.
Die ideale Verarbeitungstemperatur für Dichtschlämme liegt in der Regel bei +5 °C bis +25 °C, sowohl für die Umgebung als auch für den Untergrund und das Material. Bitte nicht bei Frost, direkter Sonneneinstrahlung oder Regen ausführen.
- Unter +5 °C besteht die Gefahr, dass die chemische Reaktion (Hydratation des Zements) nicht richtig abläuft. Die Abdichtung wird nicht dicht.
- Über +25 °C trocknet die Masse zu schnell. Das kann zur Rissbildung führen mit mangelnder Haftung.
Dichtschlämme in Ecken auftragen
Beginne mit dem Auftragen der Balkon-Abdichtung in einer Ecke und trage die Masse mit dem Flachpinsel ca. 15 cm hoch und breit auf.
Denke auch an Übergängen, wie Türanschlüssen, Geländerpfosten und Wandanschlüssen. Hier müssen ebenfalls Dichtband oder passende Manschetten einarbeiten werden, um eine sichere Abdichtung zu gewährleisten.
Dichtband einlegen
In die frisch aufgetragene Dichtmasse wird ein Dichtband eingelegt. Mit dem Flachpinsel kann das Band angedrückt werden.
Erste Schicht Dichtschlämme auftragen
Trage die erste Schicht Dichtschlämme mit Quast oder Bürste auf. Der Auftrag muss gleichmäßig dick, komplett durchgängig und sauber aufgetragen werden. Bitte beachte die Herstellerangaben zur Trockenzeit (meist 2–4 Stunden, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit).
Zweite Schicht Dichtschlämme auftragen
Danach trägst Du die zweite Schicht quer zur ersten auf, um eine gleichmäßige Abdichtung zu erreichen. Die zweite Lage wird mit der Glättkelle aufgezogen, um eine gleichmäßige, geschlossene Oberfläche zu erzielen.
Wichtig: Beide Schichten zusammen müssen die vorgeschriebene Mindestschichtdicke von ca. 2 mm erreichen. Bitte beachte auch hier die Herstellerangaben. Nach der vorgeschriebenen Trocknungszeit kann die Fläche direkt verfliest werden.
Balkon abdichten mit Bauschutzmatte
Die fertige Abdichtung muss vor mechanischer Belastung geschützt werden. Verwende eine Bauschutzmatte oder vergleichbare Schutzlage, bevor Fliesen oder andere Beläge verlegt werden.
Diese wird einfach auf der getrockneten Balkon-Abdichtung verlegt. Hierzu ist ein dreimaliger Anstrich der Balkonabdichtung erforderlich. Auch wenn Du vorerst keinen Bodenbelag planst, empfehlen wir das Auslegen einer Bauschutzmatte, damit die Balkon-Abdichtung mechanisch geschützt wird. Das ist gerade bei lose verlegten Bodenbelägen, wie z. B. Holzfliesen wichtig.
Fliesen auf Balkon verlegen
Beim Balkon abdichten werden die Fliesen für den Außenbereich mit einem Flexkleber verarbeitet. Für eine hohlraumfreie Verlegung wird zusätzlich auf der Fliesenrückseite Fliesenkleber flächig aufgetragen.
Fliesen ins Kleberbett einlegen
Dann die Fliesen innerhalb 25 Minuten ins Kleberbett einlegen.
Fliesen festklopfen & Sockelfliesen verlegen
Die Fliesen mit dem Gummihammer festklopfen. Nach dem Aushärten des Klebers können die Sockelfliesen verlegt werden.
Balkon verfugen
Nach zwei Tagen Trocknungszeit wird mit Fugenmasse verfugt. Die elastische Balkon-Abdichtung der Eck- und Anschlussfugen erfolgt mit Wetterschutz-Silikon.
Balkon abdichten: häufige Fragen
Welche Methode die beste Abdichtung für einen Balkon ist, hängt von mehreren Faktoren ab: bauliche Gegebenheiten, gewünschte Lebensdauer, Budget und Belastung. Verschaffe Dir erst mal einen
Wenn er fachgerecht verarbeitet wurde, kann Flüssigkunststoff auf dem Balkon zwischen 15 und 25 Jahre halten. Bitte beachte, dass Dein Balkon regelmäßig gewartet werden sollte.







































