Saatgut auswählen und lagern
Die Qualität Deines Saatguts entscheidet maßgeblich darüber, ob Dein Saatgut keimt, wächst und gedeiht – oder in der Erde verkümmert, in der Du es so hoffnungsvoll vergraben hast. Achte beim Kauf von Samen auf folgende Punkte:
- Werf beim Kauf einen Blick auf die Haltbarkeit des Saatguts.
- Prüfe, ob die Sorte für Dein Klima geeignet ist.
- Achte darauf, dass das Saatgut zum Standort passt. Handelt es sich um Licht- oder Dunkelkeimer?
Hinweis: Achte auf die Bezeichnung des Saatguts und entscheide Dich zwischen samenfesten Sorten vs. Hybrid-Saatgut. F1 bedeutet, dass das Saatgut ein Hybrid ist – und damit nicht samenfest. Du kannst also aus der Pflanze später kein eigenes Saatgut gewinnen.
So lagerst Du Dein Saatgut richtig, damit es lange frisch bleibt:
- kühl, trocken und dunkel
- am besten in der Originalverpackung
- nach Jahr beschriften
Tipp: Keimprobe
Teste älteres Saatgut mit einer Keimprobe, bevor Du es aussäst. Leg dafür auf einen Teller oder eine Schale ein feuchtes Küchenpapier und streue ein paar Samen darauf. Spanne Klarsichtfolie darüber, halte das Papier feucht und warte, bis die Samen keimen. Keimt die Hälfte der Samen und mehr, kannst Du das Saatgut noch verwenden.
Du hast schon kleine Keimlinge und möchtest direkt mit Deiner Vorkultur starten? Dann lohnt sich ein Blick in unseren Ratgeber Pflanzen selbst ziehen. Dort zeigen wir Dir, wie Du aus Samen Schritt für Schritt kräftige Jungpflanzen ziehst – von der Vorkultur über die Pflege bis zum Auspflanzen ins Beet. So weißt Du genau, wie es nach der Aussaat weitergeht und Deine Pflanzen optimal wachsen.
Samenfeste Sorten vs. Hybrid-Saatgut
Bei Saatgut unterscheidet man zwischen samenfesten Sorten und Hybrid-Saatgut:
- Samenfestes Saatgut: Die festgelegten Eigenschaften der Sorte werden von Generation zu Generation durch den Samen weitergegeben.
- Hybrid-Saatgut: F1-Hybriden sind eine Kreuzung in erster Generation. Die positiven Eigenschaft der Eltern bzw. Kreuzungspartner finden sich in den Nachkommen einheitlich wieder.
- Jährliche Nachzucht aus Deinem samenfesten Saatgut möglich.
- Erhalt von regional angepassten und bewährten samenfesten Sorten .
- Oft intensiverer Geschmack, größere Vielfalt und höhere Widerstandsfähigkeit
Wichtig: Durch Wind und Fremdbestäubung kann es vorkommen, dass auch samenfeste Sorten in der nächsten Generation nicht identisch sind. Willst Du die Eigenschaften bei verschiedenen Sorten erhalten, solltest Du sie an unterschiedlichen Plätzen wachsen lassen.
F1-Hybriden sind gezüchtete Sorten mit besonders guten und starken Eigenschaften – ideal für dich, wenn Du noch ein Einsteiger bei der Aussaat bist.
- Hohe Widerstandsfähigkeit macht sie weniger anfällig für Pflanzenkrankheiten.
- Schnelleres und gleichmäßigeres Wachstum.
- Hohe Erträge durch meist größere und zuverlässigere Ernten.
- Durch robuste Pflanzen weniger Pflanzenschutz und Pflegeaufwand nötig.
Wichtig: Die positiven Eigenschaften bleiben nur in der ersten Generation (F1) erhalten und gehen beim Wiederanbau meist verloren. Du musst also jedes Jahr neues Saatgut kaufen.
Zeitpunkt und Ort der Aussaat
Aussaat Kalender: Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend für eine erfolgreiche Aussaat. Hier hilft Dir unser Pflanz- und Erntekalender, der zeigt, wann welche Pflanzen gesät werden.
Viele Pflanzen können direkt ins Freiland gesät werden. Diese Direktsaat spart Zeit und Aufwand, da keine Vorkultur nötig ist. Diese Pflanzen sind beispielsweise für eine Direktsaat geeignet:
| Gemüse | Blumen | Kräuter |
|---|---|---|
| Spinat Mangold Radieschen Rettich Karotten Bohnen Erbsen Zwiebeln Vogerlsalat Fenchel Rote Rüben | Ringelblume Kalifornischer Mohn Sonnenblume Sommeraster Kornblume Klatschmohn Schleierkraut | Dill Bärlauch Kresse Kerbel Basilikum Bohnenkraut Koriander Petersilie Schnittlauch Fenchel Kümmel |
Hochbeete sind ideal für viele Gemüse- und Kräuterarten. Die Vorteile der Aussaat im Hochbeet:
- Schnellere Erwärmung des Bodens: Durch die erhöhte Lage und die Verrottung im Inneren entsteht zusätzliche Wärme. Dadurch kannst Du oft schon früher im Jahr aussäen als im klassischen Beet.
- Schnelleres Keimen und Wachstum: Die warme und lockere Erde fördert die Keimung, wodurch sich die Pflanzen entwickeln sich meist zügiger
- Ideal für schnell wachsendes Gemüse (z.B. Salat, Radieschen, Möhren, Spinat, Kräuter)
- Gute Bodenstruktur: Lockere, nährstoffreiche Erde erleichtert das Anwachsen und macht weniger Probleme mit Staunässe.
Bei der Aussaat im Hochbeet verwendest Du die gleiche
Tipp: Das Hochbeet eignet sich am besten für frühe Aussaaten und zweite Aussaaten im Jahr.
Die Aussaat in Töpfen oder im Haus ist besonders flexibel und ideal, um Pflanzen vorzuziehen. Ein weiterer Vorteil: Empfindliche Arten können drinnen geschützt keimen und Du behältst die Kontrolle über Temperatur und Feuchtigkeit.
Am besten eignet sich diese Art der Aussaat für:
- Vorkultur zum früher Start in die Saison
- Besonders empfindliche Pflanzen
- Kleine Mengen und gezielte Anzucht
- Kräuter: z. B.Basilikum, Petersilie, Schnittlauch
- Blumen: z. B. Petunien, Löwenmäulchen, Zinnien
- Keimsprossen: z. B.Kresse, Alfalfa, Radieschen-Sprossen
- Wähle einen hellen Fensterplatz mit ausreichend Licht.
- Gleichmäßige Feuchtigkeit halten, aber keine Staunässe.
Vorbereitung der Aussaat
Eine erfolgreiche Aussaat beginnt lange bevor Du die ersten Samen in den Boden bringst. Die Vorbereitung Deines Bodens hat großen Einfluss auf die Entwicklung Deiner Pflanzen.
Das Ziel ist eine feine, lockere Struktur der Erde, damit die Samen gleichmäßig keimen können. So bereitest Du Deinen Boden auf die Aussaat vor:
- Entferne Wurzelunkräuter aus dem Boden, da diese Deinen Pflanzen Nährstoffe und Wasser klauen.
- Arbeite etwa 2–4 Wochen vor der Aussaat reifen Kompost, organischen Dünger oder einen Bodenaktivator ein
- Lockere die Erde auf und entferne Steine.
Durchführung der Aussaat
Nachdem Du dich im Aussaat Kalender informiert und alles vorbereitet hast, kannst Du Dich bei Deinem Projekt zwischen mehreren Möglichkeiten der Aussaat entscheiden:
Diese Aussaatmethode ist sinnvoll für das meiste Gemüse. Der Vorteil: Die Pflanzen haben einen optimalen Abstand zueinander und Du erkennst Unkräuter besser.
So geht's:
- Messe mit einem Zollstock oder Maßband den optimalen Reihenabstand aus. Markiere danach die jeweilige Reihe mit einem beschrifteten Pflanzschild.
- Ziehe je nach Pflanzenart eine 1–3 cm tiefe Rille, z. B. mit Hilfe des Stiels eines Gartengeräts oder einer kleinen Gartenhacke. Bei lockerem Boden kannst Du auch einen Stab verwenden und ihn auf den Boden drücken.
- Jetzt Samen säen – und zwar im richtigen Abstand direkt in die Rille. Danach mit Erde verschließen. Der richtige Abstand, die optimale Tiefe der Rille und der richtige Reihenabstand sind auf der Verpackung der Samen angegeben.

Saatbänder nutzen
Den richtigen Abstand zwischen den Samen einzuhalten ist gerade bei feinen Samen nicht so einfach. Probier's mal mit Saatbändern. Dort sind die Samen bereits im richtigen Abstand aufgebracht.
Ringelblumen, Astern und vor allem Blumenmischungen werden breitwürfig ausgesät. Bei Feldsalat und Spinat kannst Du diese Methode auch ausprobieren.
Der Vorteil: Weniger Aufwand und das Beet wirkt naturnäher.
Allerdings erkennst Du bei dieser Methode Unkräuter schwieriger und der optimale Abstand ist schwerer einzuhalten.
So geht's:
- Streue das Saatgut großzügig über das Beet.
- Achte darauf, dass die Samen nicht zu dicht beieinander liegen, damit die Pflanzen sich nicht im Wachstum behindern. In der Regel sollten die Samen mit einem Abstand von zwei Fingerbreiten zueinander liegen.
- Du kannst das Saatgut mit etwas Sand oder Vermiculite strecken, dann fällt Dir das Säen leichter.
- Harke die Samen ein wenig in den Boden ein. Dann werden sie nicht weggeweht und trocknen nicht so leicht aus.
- Sei beim Gießen vorsichtig, damit die Samen nicht mit einem zu harten Strahl weggespült werden.
Keimsprossen sind Sämlinge, die Du kurze Zeit nach Ausbildung der ersten Blätter ernten kannst. Sie sind reich an Vitaminen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen.
Der Keimgarten eignet sich besonders für große Samen wie Mungobohnen und Radieschen, kleine Samen wie die von Kresse und Rucola kultivierst Du besser in den Keimschalen.
Damit sich aus den Samenkörnern hochwertige Sprossen entwickeln können brauchst Du Bio-Saatgut und geeignete Anzuchtschalen. Hier geht's zu den Artikeln:

Pflanzen aussäen: häufige Probleme
Wenn Deine Samen nicht keimen, kann das an verschiedenen Dingen liegen.
- Vielleicht ist Dein Boden zu kalt. Wähle einen wärmeren Zeitpunkt zum aussähen.
- Es kann ach sein, dass Du die falsche Aussaattiefe gewählt hast. Beachte die Angaben auf der Verpackung.
- Dein Saatgut könnte zu alt sein.
Wenn Deine Samen ungleichmäßig keimen, ist es wahrscheinlich, dass Boden nicht fein genug vorbereitet ist oder Deine Samen unterschiedlich tief liegen.
Wenn Deine Samen beim Gießen weggespült werden, verwendest Du einen zu starken oder harten Wasserstrahl. Gieße die frischen, empfindlichen Samen am besten mit feiner Brause.
Mit der häufigste Fehler, wenn man Pflanzen aussäen will ist, dass die Samen zu dicht liegen und sich so gegenseitig behindern. Tipp: Um das zu verhindern und optimale Abstände einzuhalten, kannst Du das Saatgut mit Sand mischen oder Saatband verwenden.
Pflanzen aussäen: häufige Fragen
Mit der Aussaat wird das Aussäen von Samen beschrieben. Die Samen werden in die Erde gesetzt. Bei der Anzucht werden die jungen Keimlinge nach dem Säen großzgezogen und gepflegt.













































