Hühner als Haustiere?
Hühnerhaltung im Garten wird immer beliebter. Das ist auch kein Wunder. Denn neben den Eiern, die die Hühner legen, kümmern sie sich auch um Deine Obst- und Gemüsereste, liefern Dünger und bekämpfen Schädlinge in Deinem Garten.
Wenn Du Hühner halten möchtest, solltest Du Dich aber vorab gut vorbereiten. Entscheidend ist eine artgerechte Hühnerhaltung mit genügend Platz, einem sicheren Stall, passendem Futter und Rücksicht auf Nachbarn.

- Hühner sind sozial lebende Tiere, die Du nicht einzeln halten darfst. Starte also mit mind. drei oder mehr Tieren.
- Es gibt verschiedene Rassen die sich in Federkleid, Farbe, Größe und Charakter unterscheiden. Manche Hühnerrassen legen fleißig Eier und andere sind hübsch anzusehen. Informiere Dich also vorab über die Rasse.
- Du musst Stall und Gehege sauber halten. Je nachdem, wie viele Hühner Du hältst, musst Du mit einem täglichen Zeitaufwand von 15–45 Minuten rechnen. Bei Freilandhaltung musst Du die Hühner morgens aus dem Stall lassen und abends wieder in den Stall locken.
- Unterschätze nicht den Platzbedarf, den Hühner im Garten haben. Wie viel Platz Deine Hühner brauchen, ist natürlich stark von der Rasse abhängig. Pauschal kann man aber sagen: Plane pro Huhn etwa 10 qm Auslauf ein. Um Deinen Rasen zu schonen, solltest Du regelmäßig umstallen. Im Stall kannst Du mit etwa drei Tieren pro Quadratmeter rechnen.
Brauche ich einen Hahn für Eier?
Deine Hühner legen auch ohne Hahn Eier. Ein Hahn kann allerdings viel Ruhe in Herde bringen und bewacht die Hühner. Und ohne Hahn gibt es natürlich keinen Nachwuchs. Das große Aber: Ein Hahn kann Deine Nachbarn in den Wahnsinn treiben. Es gibt zwar Hühnerrassen, bei denen der Hahn grundsätzlich nur sehr leise oder gar nicht kräht – aber auch bei diesen Rassen kann mal ein lautes Exemplar dazwischen sein. Überleg Dir also vor allem im eher städtischen Raum gut, ob Du Dir einen Hahn anschaffen willst.
Darf ich Hühner im Garten halten?
Hühnerhaltung im Garten ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt – sogar mitten im Wohngebiet. Es gilt allerdings das Gebot der Rücksichtnahme.
Suche also vor der Anschaffung unbedingt das Gespräch mit Deinen Nachbarn. Als Mieter musst Du natürlich die Hühnerhaltung auch mit Deinem Vermieter abklären. Außerdem solltest Du – um auf der sicheren Seite zu sein – vor der Anschaffung der Hühner auch bei Deiner Gemeinde nachfragen, ob es lokale Auflagen gibt.
Wie viele Hühner Du privat halten darfst, ist nicht bundesweit einheitlich festgelegt. Entscheidend sind unter anderem Deine Wohnlage, die Größe Deines Grundstücks, mögliche Vorgaben Deiner Gemeinde und ob die Tiere artgerecht gehalten werden können. Frag deshalb vorab beim zuständigen Amt nach, wenn Du unsicher bist.
In diesem Zuge kannst Du auch gleich in Erfahrung bringen, ob Du für Deinen Hühnerstall eine Baugenehmigung brauchst. Das ist regional sehr unterschiedlich. In der Regel gilt, dass mobile Hühnerställe genehmigungsfrei sind und stationäre Hühnerställe je nach Größe und Region eine Genehmigung brauchen.
Wichtig: Auch wenn Du Deine Hühner nur zum Privatvergnügen halten willst, musst Du die Tiere beim zuständigen Veterinäramt und gegebenenfalls bei der Tierseuchenkasse melden. Das ist wichtig, damit im Falle einer Seuche wie der Geflügelpest schnell reagiert werden kann. Bricht eine Seuche aus und Deine Tiere müssen gekeult werden, gibt es dann auch eine finanzielle Entschädigung für Dich.

Hühner halten: Erstausstattung
Bevor es mit der Hühnerhaltung los gehen kann, brauchst Du die richtige Erstausstattung für Deine neuen Haustiere. Hier ein kleiner Überblick, was Du anschaffen solltest:
- Stall
- Zaun für das Außengehege
- Wassertränke
- Futterspender
- Futter
- Einstreu
- Sand
- Futterergänzungsmittel
- Ungeziefermittel
Sobald die Erstausstattung bereitsteht, kannst Du Deine Hühner kaufen. Achte darauf, dass Stall, Auslauf, Futter- und Wasserstelle schon eingerichtet sind, bevor die Tiere einziehen.
Legst Du Wert auf viele Eier, oder soll Dein Huhn später auch auf dem Teller landen? Diese Frage ist entscheidend, wenn es um die richtige Hühnerrasse geht. Denn es gibt Legerassen, Fleischhühner und sogenannte Zwiehühner. Zwiehühner vereinen beide Eigenschaften: Sie legen viele Eier und sind gute Fleischlieferanten.
Bei den Legerassen sind z. B. das New Hampshire Huhn oder Plymouth Rock besonders gut für Anfänger geeignet. Auracana Hühner sind ebenfalls eine gute Rasse für Einsteiger – und legen grüne Eier.
Kosten der Hühnerhaltung
Wer Hühner halten möchte, sollte nicht nur die Anschaffung der Tiere einplanen. Zur Hühnerhaltung gehören auch laufende Kosten für Futter, Einstreu, Wassertränken, Futterautomaten, Stallzubehör, Impfungen und ggf. Tierarztbesuche.
Wie hoch die Kosten ausfallen, hängt vor allem davon ab, wie viele Hühner Du hältst, ob Du bereits einen passenden Stall hast und wie groß der Auslauf werden soll. Plane lieber etwas Puffer ein – besonders für Reparaturen am Stall, neues Einstreu oder zusätzliches Zubehör im Winter.
Hühnerstall und Außengehege
Bei der Planung Deines Hühnerstalls gibt es einige Punkte zu beachten. Ideal ist ein Platz in Deinem Garten, der auch Schatten bietet und schützende Stellen wie z. B. Büsche oder Steine hat. Ob Du einen Hühnerstall kaufen möchtest oder selber baust, bleibt Dir überlassen.
Wenn Du Hühner im Garten halten möchtest, brauchen Deine Tiere einen trockenen, gut belüfteten Stall und einen sicheren Auslauf. Ausführliche Tipps zur Planung, Einrichtung und zum Bau findest Du auf unserer Seite zum Hühnerstall.
Planst Du direkt im Anschluss an Deinen Hühnerstall eine überdachte Voliere ein, können Deine Hühner auch bei einer behördlich verordneten Stallpflicht die Möglichkeit haben, frische Luft schnappen.
Als Einstreu kannst Du Hobelspäne oder Stroh verwenden. Wenn Du Legehennen hältst, sollte immer genug Einstreu im Legenest sein, so dass die Hühner im bequemen Nest Eier legen können.
Der Stall muss regelmäßig ausgemistet werden, um Krankheiten vorzubeugen. Außerdem solltest Du mind. 2 x im Jahr den Stall vollständig räumen und mit schonender Seifenlauge reinigen.

Hühner brauchen nicht viel, um glücklich zu sein. Wasser, Futter und ein sauberes Zuhause, in dem sie sich wohlfühlen und genügend Auslauf haben. Dann ran ans Projekt Hühnerstall bauen. Hier gibt es hilfreiche Tipps und Anleitungen.
Hühnernetze
Wenn Du selbst Hühner halten willst, ist das Geflügelnetz Deine Geheimwaffe. Damit kannst Du den Bewegungsradius Deiner Hühner begrenzen und, in elektrifizierbarer Variante, sie vor Feinden wie dem Marder schützen.
Ein weiterer Vorteil von einem Geflügelnetz ist, dass Du es schnell auf- und umbauen kannst. Waren Deine Hühner schon eine Weile in der gleichen Ecke unterwegs, kannst Du mit wenigen Handgriffen das Geflügelnetz umsetzen und den Hühnern damit einen frischen Untergrund verschaffen.
Gerade bei wechselndem Auslauf ist ein Geflügelnetz praktisch: Du schützt Deine Hühner, entlastest den Rasen und kannst den Auslauf flexibel anpassen.

Hühner richtig füttern
Deinen Hühnern sollte jederzeit sowohl Futter als auch Wasser zur Verfügung stehen. Dafür sorgst Du mit einem sogenannten Hühnerfutterautomat und einer Hühnertränke.
Es ist wichtig, dass Futterautomat und Tränke frei von Kot sind. Reinige beides täglich. Wenn Du eine größere Herde Hühner hältst, stelle mehrere Futterautomaten und Tränken auf. So haben auch Tiere, die in der Hackordnung eher am unteren Ende stehen, die Chance auf genügend Futter und Wasser.
Achte bei der Wahl des Hühnerfutters auf eine eiweißhaltige Zusammensetzung. Als Basis kannst Du auf ein hochwertiges Körnerfertigfutter setzen.
Auch Obst- und Gemüsereste, Nudeln, Reis oder Kartoffeln sind eine abwechslungsreiche und kostenlose Möglichkeit den Hühnern hochwertiges Futter zu bieten. Es dürfen aber keine verdorbenen oder stark gewürzte Speisen sein.
Wichtig: Füttere keine schimmeligen, stark gesalzenen oder verdorbenen Lebensmittel. Auch rohe Kartoffelschalen, Avocado und größere Mengen Zwiebeln gehören nicht in den Hühnerauslauf.
Hühner gesund halten
Eine gute Hühnerhaltung steht und fällt mit Hygiene, frischem Wasser, geeignetem Futter und einem Stall, der trocken, sauber und zugfrei ist. Kontrolliere Deine Hühner regelmäßig. So erkennst Du schneller, wenn ein Tier krank wirkt, schlecht frisst oder sich anders verhält als sonst.
Die Hühner sollten jeder Zeit Zugang zu frischem Wasser haben. Kontrolliere deshalb vor allem im Sommer regelmäßig die Wassertränken. Sorge außerdem im Sommer für genügend Schatten. Ein alter Sonnenschirm oder ein gespanntes Sonnensegel sind gute Schattenspender, falls es in Deinem Garten nicht genug Bäume und Sträucher gibt, die Schatten werfen.
Hühner baden gerne in staubigen Böden. Das ist völlig natürlich und trägt zur Federpflege bei. Um sie dabei zu unterstützen, kannst Du in einer Ecke des Außengeheges etwas Sand ausbringen.
Hühner kannst Du grundsätzlich das ganze Jahr über draußen halten – außer es gibt viel Schnee, ist eisig kalt oder sehr nass. Nichtsdestotrotz brauchen Hühner im Winter auch einen wintertauglichen Stall.
Falls Du einen mobilen Hühnerstall hast, bringe ihn im Winter an einen geschützten Ort. Isolieren kannst Du ihn mit Styroporplatten. Wichtig ist, dass der Hühnerstall trocken und frei von Zugluft ist. Aber: Auch bei kälteren Temperaturen sollte der Hühnerstall gut belüftet sein. Setze im Winter auf saugfähiges Einstreu, das Du leicht wechseln kannst.
Auch im Winter sollte für die Hühner immer frisches Wasser zur Verfügung stehen. Achte darauf, dass es nicht gefriert. Wenn Du auch im Winter frische Eier haben möchtest, denk an eine Lichtquelle im Stall.
Wenn Du Hühner halten willst, gehört auch eine regelmäßige Impfung der Tiere dazu. In Deutschland sind Hühnerhalter verpflichtet, die Hühner gegen die sogenannte Newcastle Disease (ND) impfen zu lassen. Auch eine Impfung gegen die Vogelseuche ist regelmäßig fällig. Erkundige Dich bei Deinem Tierarzt.
Hühner bekommen den Impfstoff häufig über das Trinkwasser. Wichtig ist, dass Du Impfungen und Zu- oder Abgänge Deiner Tiere dokumentierst. So behältst Du den Überblick und bist bei Kontrollen besser vorbereitet.
Hühner halten: häufige Fragen
Eine bundesweit einheitliche Obergrenze gibt es nicht. Wie viele Hühner Du halten darfst und ob für den Hühnerstall eine Genehmigung erforderlich ist, hängt von den örtlichen Vorschriften Deiner Gemeinde ab. Viele Hobbyhalter halten jedoch zwischen drei und zehn Hühnern.
Ja, 10 Hühner lassen sich problemlos ohne Hahn halten. Die Hennen legen auch ohne Hahn Eier. Ein Hahn kann jedoch für mehr Ordnung in der Herde sorgen, vor Gefahren warnen und die Hennen beschützen – notwendig für eine erfolgreiche Hühnerhaltung ist er aber nicht.
Gesunde Hühner vertragen oft Temperaturen bis etwa -10 °C oder sogar darunter. Wichtiger als die Temperatur selbst sind jedoch ein trockener, zugfreier Stall, ausreichend Einstreu und jederzeit verfügbares, nicht gefrorenes Trinkwasser.
Für Futter, Einstreu und laufende Versorgung solltest Du je nach Haltung grob mit etwa 30 bis 60 Euro pro Monat für 10 Hühner rechnen. Zusätzliche Kosten für Tierarzt, Impfungen oder Stallzubehör kommen bei Bedarf hinzu.
Davon ist eher abzuraten. Hühner brauchen täglich frisches Wasser, Futter und eine Kontrolle ihres Gesundheitszustands, deshalb sollte sich spätestens nach einem Tag jemand um die Tiere kümmern.
Als Faustregel gelten etwa 10 m² Auslauf pro Huhn. Für 4 Hühner solltest Du daher rund 40 m² Auslauffläche einplanen.






