Gemüse ernten
Du hast den Samen gesät. Dein Gemüse mit Hingabe groß gezogen. Jetzt ist der Moment gekommen, auf den Du seit Wochen hingefiebert hast: die Ernte.
Bevor wir tiefer ins Thema einsteigen, vorab ein paar grundsätzliche Tipps zur Gemüseernte:
- Möglichst bei trockenem Wetter ernten
- Ideal: Vormittags (Ausnahme z. B. Feldsalat, Spinat oder Rucola besser abends, dann ist der Nitratgehalt deutlich niedriger als morgens)
- Früchte nicht verletzen
- Direkt kühl lagern
- Regelmäßig ernten = höherer Ertrag

Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Ernten von Gemüse.
Es gibt zwei recht eindeutige Faktoren, ob Dein Gemüse reif für die Ernte ist:
Hier noch ein paar weitere Tipps für Dich:
- Tomaten: bei roten und gelben Tomaten ist es recht einfach, den richtigen Erntezeitpunkt zu finden. Die Frucht ist kräftig rot oder gelb gefärbt und lässt sich leicht vom Strauch lösen. Bei grünen Tomatensorten gilt: Ist die Frucht weich, ist sie erntereif.
- Gurken: hier ist die Faustregel etwa 3 Wochen nach der Blüte ist sie reif für die Ernte. Erntest Du regelmäßig, stimuliert das die Blütenbildung – so hast Du länger was von Deiner Pflanze.
- Zucchini: schmecken am besten, wenn Du sie bei einer Größe von etwa 15 cm erntest. Je größer eine Zucchini wächst, umso beeindruckender ist sie zwar, sie schmeckt dann aber auch wässrig.
- Kürbis: mache einfach eine Klopfprobe: Klingt hohl? Dann ist der Kürbis bereit für die Ernte.
Frühlingsgemüse kann in der Regel schon im März eingepflanzt werden – und ist entsprechend auch früh mit der Ernte dran. Zum Frühgemüse gehören u. a. Kohlrabi, Radieschen oder auch Spinat.
Bei vielen Gemüsesorten geht der höhere Ertrag nämlich auf Kosten des Geschmacks. Beispiel Kohlrabi: Lässt Du ihn länger in der Erde wachsen, damit er noch größer wird, kann er schnell holzig schmecken.
Neben Frühgemüse gibt es auch späte Gemüsesorten wie z. B. Karotten oder Rosenkohl.
Wurzelgemüse wie Karotten oder Rettich werden noch leckerer, je länger Du sie wachsen lässt. Manche Gemüsesorten erntest Du sogar am besten erst nach dem ersten Frost. Dazu gehört u. a. Rosenkohl.
Bei vielen Gemüsesorten reichen schon Deine Hände völlig aus. Tomaten, Radieschen oder Zucchini kannst Du einfach lösen, aus der Erde ziehen oder vorsichtig abdrehen.
Beim Ernten kannst Du aber auch ein scharfes Messer oder eine Schere nutzen. Bei Gemüsesorten, die unterirdisch wachsen, wie Kartoffeln oder Karotten, kannst Du auch einen Spaten oder eine Grabegabel für die Ernte nutzen.
Rhabarber bis 24. Juni ernten
Haupterntezeit für Rhabarber ist der Mai, ernten kannst Du bis 24. Juni. Dann ist die Rhabarberernte offiziell vorbei, da der Oxalsäuregehalt ansteigt. Rhabarber übrigens nicht abschneiden, sondern mit einer drehenden Bewegung ernten.
Obst ernten
Der richtige Zeitpunkt für Deine Obsternte hängt von mehreren wichtigen Aspekten ab:
- Je nach Obstsorte beginnt die Ernte zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr.
- Früh reifende Sommerfrüchte wie Brombeeren, Pflaumen und Birnen können in der Regel bereits ab Juli geerntet werden.
- Später reifende Sorten wie Äpfel oder Mirabellen benötigen mehr Sonne und Zeit und sind meist erst ab August erntereif.
- Der optimale Erntezeitpunkt ist entscheidend für Geschmack, Aroma und Haltbarkeit der Früchte.
- Unser Erntekalender bietet Dir eine übersichtliche Orientierung und hilft dabei, jede Obstsorte zum idealen Reifegrad zu ernten:
Bei der Apfelernte gibt es eine Besonderheit: Es gibt die Pflückreife und die Genussreife. Was das bedeutet?
- Pflückreife: Lässt sich der Apfel leicht lösen, hat er die Pflückreife erreicht und Du kannst ernten.
- Genussreife: Bei manchen Apfelsorten ist der Biss in den Apfel direkt nach der Ernte allerdings eine herbe Enttäuschung. Die Äpfel haben zwar die Pflückreife erreicht, Du musst sie aber erst noch lagern, bis sie auch die Genussreife erreicht haben. Erst dann schmeckt der Biss in den Apfel.
Es gibt aber auch Apfelsorten, bei denen Pflückreife und Genussreife zusammenfallen. Mach Dich also vor der Ernte schlau, welchen Apfelbaum Du im Garten stehen hast.

Es gibt ein paar praktische Helfer für die Obsternte:
- Rollsammler: Du willst heruntergefallenes Obst oder Nüsse möglichst rückenschonend aufsammeln? Greif zum Rollsammler. Am Ende eines teleskopierbaren Stiels ist ein aus Stahlblech und Kunststoff hergestellter Greifer. Den Greifer rollst Du über den Boden, dabei nimmt er auf einer Breite von etwa 30 cm Obst und Nüsse auf – ohne dass Du Dich dafür krumm machen musst.
- Obstpflücker: Der Obstpflücker hat einen mit Zacken besetzten Metallrand, mit dem Du das Obst vom Baum lösen kannst. Das Obst verschwindet dann im integrierten Auffang und Du kannst bequem ernten. Für den Obstpflücker gibt es teleskopierbare Stiele, die sich bis zu 3 m ausfahren lassen. Unzugängliche Stellen waren gestern.
- Erntetasche: Die Erntetasche ist tiefer als eine gewöhnliche Tasche, dadurch musst Du sie nicht so oft leeren. Ein weiterer Vorteil: Die Erntetasche kannst Du nach dem Gebrauch ganz einfach mit Wasser abspülen.
Obst und Gemüse lagern
Obst und Gemüse sind geerntet, Du kannst aber nicht direkt alles verarbeiten? Richtig gelagert kannst Du viele Obst- und Gemüsesorten mehrere Tage frisch halten.
- Kartoffeln: Nachdem Du die geernteten Kartoffeln noch etwas in der Sonne hast trocknen lassen, ab damit an einen kühlen und dunklen Ort – ein Keller ist ideal. Ausführliche Infos gibt es hier:
. - Radieschen: Dreh die Blätter ab und lagere die Radieschen im Kühlschrank.
- Tomaten: Bei Zimmertemperatur halten es Tomaten gut und gerne zwei Wochen aus. Wichtig ist, dass Du die Tomaten nicht unmittelbar neben anderem Obst und Gemüse lagerst. Tomaten verströmen Ethylen, dass die Reife der anderen Obst- und Gemüsesorten beschleunigt.
- Karotten: Möhren mögen es dunkel und kühl – das Gemüsefach im Kühlschrank oder ein Keller sind ideal.
- Salat: Grundsätzlich erntest Du Salat am besten kurz vor dem Verzehr, denn die meisten Sorten lassen sich nur sehr kurze Zeit lagern. Lege den Salat ins Gemüsefach des Kühlschranks. Um ihn länger frisch zu halten, kannst du ihn in ein feuchtes Tuch einwickeln.
- Zwiebeln: Lagere Zwiebeln dunkel und trocken, so keimen sie nicht so schnell.

- Äpfel: Äpfel kannst Du an einem trockenen, dunklen Ort lagern. Ideal ist ein Keller. Achte darauf, dass die Äpfel keinen direkten Kontakt haben. Dabei helfen Schichten aus Zeitungspapier. Kontrolliere regelmäßig und sortiere faule Äpfel aus. Natürlich kannst Du Äpfel auch im Kühlschrank lagern.
- Birnen: Bei den Birnen kommt es bei der Lagerung darauf an, wie reif das Obst ist. Reife Birnen gehören in den Kühlschrank, unreife Birnen kommen in den Vorratsschrank oder Keller.
- Beeren: Beeren sind empfindlich – im besten Fall isst Du sie gleich nach der Ernte. Wenn Du sie doch lagern musst, dann im Kühlschrank. Wasche sie erst direkt vor dem Verzehr.
- Zwetschgen und Pflaumen: Zwetschgen und Pflaumen kannst Du im Kühlschrank etwa drei Tage lagern. Schlag sie am besten in ein feuchtes Tuch ein, dann überstehen sie die Lagerung besser.
- Kirschen: Lass bei der Ernte den Stil dran und lagere sie im Gemüsefach des Kühlschranks. Die Kirschen erst direkt vor dem Verzehr waschen, so werden sie nicht matschig.
Obst und Gemüse einmachen
Du hast mehr geerntet, als Du momentan brauchst? Oder Du willst Dich als Selbstversorger das ganze Jahr von eigenem Obst und Gemüse ernähren? Dann führt kein Weg am Einmachen vorbei. Das Ziel: Lebensmittel lange haltbar machen.
Natürlich kannst Du viele Obst- und Gemüsesorten auch haltbar machen, indem Du sie einfrierst. Bei einer ordentlichen Ernte wird der Platz im Tiefkühler allerdings schnell knapp. Die eingemachten Lebensmittel kannst Du entspannt im Vorratsschrank oder im Keller lagern – und sparst Dir Zeit. Denn Auftauen ist nicht nötig bei eingemachten Lebensmitteln. Deckel auf und genießen!

Verwende fürs Einmachen frische Lebensmittel ohne Druckstellen. Wasche Obst und Gemüse vorm Verarbeiten gründlich. Das gilt für alle Methoden zum Einmachen von Lebensmitteln.
| Einmachen |
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|---|---|
| Einkochen |
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| Einlegen |
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| Fermentieren |
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Einmachgläser sterilisieren
Es gibt unterschiedliche Wege, Einmachgläser keimfrei zu bekommen. Eine sichere Methode ist das Auskochen der Gläser: Erhitze auf dem Herd einen Topf mit Wasser und lasse die Gläser und Deckel 10 Minuten auskochen.
Egal ob Einmachen, Einkochen oder Einlegen: Lagere die Gläser an einem dunklen und kühlen Ort. Ein Keller ist natürlich ideal, eine Vorratskammer ist aber auch ein guter Platz für Eingemachtes. Wichtig ist, dass die Gläser nicht in direktem Sonnenlicht stehen und vor Frost geschützt sind.
Es kann beim Einmachen immer mal was schief gehen. Ist der Inhalt verdorben, erkennst Du das in der Regel daran, dass sich der Deckel wölbt oder der Glasdeckel nur noch lose aufliegt. Grundsätzlich solltest Du beim Öffnen des Glases immer einen Blick auf den Inhalt werfen: Sieht alles noch gut aus? Wie riecht der Inhalt?
Wichtig: Lebensmittel vor dem Verzehr prüfen
In seltenen Fällen können verdorbene Lebensmittel zu Botulismus, einer schweren Lebensmittelvergiftung, führen. Botulismus entsteht, wenn Lebensmittel beim Einmachen nicht ausreichend erhitzt werden. Sporen des Erregers überleben dann das Einmachen, können auskeimen und Toxine bilden.
Ernten und richtig aufbewahren: häufige Fragen
Einkochen hält Lebensmittel durch längeres Erhitzen der gefüllten Gläser im Wasserbad (ca. 80–100 °C) haltbar und eignet sich auch für herzhafte Speisen wie Gemüse, Suppen oder Fleisch. Beim Einmachen werden vor allem süße Lebensmittel heiß gekocht und ohne anschließendes Wasserbad direkt in Gläser abgefüllt, etwa bei Marmelade oder Sirup.
Einwecken (auch Einkochen genannt) ist eine Methode zur Haltbarmachung von Lebensmitteln, bei der gefüllte, luftdicht verschlossene Gläser im Wasserbad erhitzt werden, sodass Keime abgetötet und durch das entstehende Vakuum Lebensmittel monatelang ohne Kühlung haltbar bleiben. Es eignet sich für viele Speisen wie Obst, Gemüse oder Suppen, kommt ohne Konservierungsstoffe aus und unterscheidet sich vom Einmachen dadurch, dass die Gläser nach dem Befüllen zusätzlich im Wasserbad erhitzt werden.
Nicht alle Lebensmittel eignen sich zum Einkochen, da insbesondere fettreiche, stärkehaltige oder empfindliche Produkte sowie Fisch ein hohes Verderbs- oder Gesundheitsrisiko (z. B. Botulismus) bergen. Milchprodukte, Öle, Nudeln, Reis, frische Kräuter, Nüsse sowie überreifes oder beschädigtes Obst und Gemüse sollten daher nicht eingekocht werden. Hygiene und korrekte Temperaturen sind entscheidend.
Mehrjährige Gemüsepflanzen wie Topinambur, Ewiger Kohl, Rhabarber, Schnittlauch, Bärlauch, Meerrettich und Spargel werden einmal gepflanzt und liefern über viele Jahre hinweg regelmäßig Ertrag.
In Deutschland liegt die Obsternte meist zwischen Juni und Oktober, wobei Beeren und Steinobst im Sommer und Kernobst eher im Spätsommer bis Herbst reif wird. Am besten erntest Du früh morgens, wenn die Früchte kühl sind und sich Reife durch leichte Ablösbarkeit, kräftige Farbe und intensiven Duft zeigt.
Äpfel können je nach Sorte von August bis in den Herbst hinein geerntet werden, wobei späte Winteräpfel für gute Lagerfähigkeit möglichst lange am Baum bleiben sollten. Erntereif sind sie, wenn sie sich durch leichtes Drehen problemlos vom Stiel lösen.
Die optimale Lagerung von Obst und Gemüse richtet sich vor allem nach ihrer Kälteverträglichkeit und dem Reifegas Ethylen. Ethylenabgebende Sorten wie Äpfel oder Tomaten sollten getrennt gelagert werden, Obst und Gemüse wäscht man am besten erst kurz vor dem Verzehr und kälteempfindliche Sorten gehören nicht in den Kühlschrank, da sie dort an Aroma verlieren oder Schaden nehmen können.
Obst und Gemüse mit hoher Ethylenabgabe wie Äpfel, Bananen oder Tomaten sollten getrennt von empfindlichen Sorten wie Gurken, Kartoffeln oder Brokkoli gelagert werden. Das Reifegas beschleunigt sonst den Verderb und führt dazu, dass benachbarte Lebensmittel schneller weich werden oder schimmeln.
Viele Obst- und Gemüsesorten aus warmen Klimazonen oder mit hohem Wasseranteil reagieren empfindlich auf Kälte und verlieren im Kühlschrank an Geschmack und Konsistenz oder verderben schneller. Dazu zählen unter anderem Tomaten, Gurken, Auberginen, Kartoffeln, Zwiebeln, Knoblauch, Südfrüchte wie Bananen oder Mangos sowie Basilikum – sie lagerst Du besser bei Raumtemperatur oder kühl und dunkel.


































