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Welches Obst soll in meinen Garten?

Vitaminbomben aus dem eigenen Garten! Pflanz Obst im Garten an und freu Dich über pralle Früchte. Da weißt Du genau, wo sie herkommen und womit sie behandelt wurden. Auch auf dem Balkon kannst Du übrigens viele Obstsorten platzsparend anbauen.

Neben klassischen Obstsorten wie Apfel oder Kirsche, wachsen in einigen Teilen Deutschlands sogar exotischere Obstsorten wie Feige und Kiwi. Ein Überblick:

Kernobst Apfel, Birne Baum
Steinobst Kirsche, Pfirsich, Aprikose, Zwetschge, Pflaume, Mirabelle Baum
Beerenobst Himbeere, Brombeere, Johannisbeere, Stachelbeere, Wein, Heidelbeere, Physalis, Kiwi, Sanddorn, Erdbeere Strauch
Exotisches Obst Kiwi, Feige Strauch
Nüsse Walnuss, Haselnuss, Mandel, Kastanie Baum oder Strauch

Welcher Baum passt in meinen Garten?

Ob großer Garten, kleiner Garten oder Balkon, es gibt Obstbäume in so ziemlich allen Formen. Du musst Dir nur den passenden Baum aussuchen. Wir zeigen Dir, welche Variationen es gibt und wie groß die Obstbäume werden.

So findest Du den perfekten Obstbaum für Dich!
Obstbäume Zu den Artikeln

Selbst- und Fremdbefruchtung – Was bedeutet das?

Ohne Befruchtung keine Früchte. Wenn Du etwas ernten willst, müssen die Blüten Deines Obstbaums befruchtet werden. Manche Pflanzen sind Selbstbefruchter, die keine andere Pflanze brauchen. Die meisten Obstsorten sind allerdings Fremdbefruchter. Sie sind auf den Pollen einer Befruchtersorte angewiesen, damit sich Früchte bilden können.

Selbstbefruchtung

Blüten des gleichen Baumes befruchten sich gegenseitig. Es wird also nicht zwingend ein zweiter Baum im Garten gebraucht. Sie sind dennoch für die Pollen anderer Bäume empfänglich und Du kannst Deine Ernte verbessern, wenn Du zwei Exemplare der gleichen Sorte pflanzt.

Typische Selbstbefruchter sind: Mirabelle, Pfirsich, Aprikose, Sauerkirsche, Quitte

Fremdbefruchtung

Gerade Birnen und Äpfel sind klassische Fremdbefruchter. Sie sind auf den Blütenstaub anderer Exemplare angewiesen. Für deren Befruchtung sind Hummeln und Bienen besonders wichtig. Sie transportieren die Pollen von einer Blüte zur nächsten.

Typische Fremdbefruchter sind: Apfel, Birne, Süßkirsche

Manche Obstsorten gibt es als Selbst- und Fremdbefruchter. Das sind z. B. Zwetschgen und Sauerkirschen, Mirabellen und Reineclaude.

Damit Du einen Überblick bekommst, welcher Obstbaum sich selbst befruchtet und wer zu wem passt, haben wir eine Liste der Befruchtersorten (PDF, 1.770 KB) für Dich.

Obst Insekten

Insekten als wichtige Befruchtungshelfer

Ohne Hummeln, Bienen und Co. können Fremdbefruchter gar nicht oder nur wenig bestäubt werden und auch Selbstbefruchter tragen deutlich weniger Früchte. Die Windbestäubung ist bei Obstbäumen keine Methode, die ins Gewicht fällt.

Achte also darauf, dass Du diesen fleißigen Helfern einen optimalen Lebensraum in Deinem Garten bietest. Von bestimmten Pflanzen fühlen sich gerade Hummeln und Bienen besonders angezogen. Manche Kräuter locken Schmetterlinge in den Garten.

Als guter Gastgeber sorgst Du dafür, dass die Insekten Rückzugsorte wie Insektenhotels oder Totholz in Deinem Garten finden. Auf Pflanzenschutzmitteln verzichtest Du nach Möglichkeit. Gerade Wildbienen können darauf sehr empfindlich reagieren. Sie lassen sich unter Umständen davon vertreiben oder sterben sogar. Grundsätzlich gilt:

Je wohler sich Insekten in Deinem Garten fühlen, desto ertragreicher wird Deine Ernte.

Erst schneiden, dann pflanzen

Bevor Du den neuen Baum einpflanzt solltest Du einen Pflanzschnitt durchführen. Gerade bei Buschbäumen und Hoch- und Halbstämmen ist das für das weitere Baumleben besonders wichtig. Warum schneiden?

Schneidest Du nicht, trägt der Baum unter Umständen zwar schneller erste Früchte, verkümmert allerdings im Wachstum und vergreist schneller.

Du solltest einen mittleren Haupttrieb und 3–5 starke Seitenäste ziehen. Das heißt, dass Du weitere starke Seitentriebe an der Triebbasis entfernst. Die kleineren Äste lässt Du stehen, denn sie sorgen für das Gleichgewicht im Wuchs und sind für die Fruchtbildung zuständig. Die noch bestehenden Triebe werden um ca. 1/3 eingekürzt, so dass das letzte Austriebsauge nach außen zeigt.

Sollte sich das zu kompliziert anhören, kannst Du auch einen Mitarbeiter beim Kauf des Baumes noch mal fragen. Er kann Dir das am Baum direkt zeigen.

Ob Apfel, Birne oder Zwetschge: Unser Schnittkalender (PDF, 335 KB) zeigt Dir auf einen Blick, wann für welchen Obstbaum ein Pflegeschnitt fällig wird.

Obstgewächse richtig anpflanzen

Der richtige Standort

Das Wichtigste für Obstpflanzen ist ein sonniger Standort. Nur mit ausreichend Sonne reifen die Früchte und werden herrlich süß. Wenn Du einen besonders schattigen Garten hast, solltest Du auf Hochstämme zurückgreifen, die bekommen durch den hohen Wuchs noch am meisten Licht ab.

Geschützt sollte es auch sein. Starke Wettereinflüsse wie Regen oder sogar Hagel können die reifenden Früchte beschädigen und die Ernte schmälern. Allerdings sind vor allem heimische Apfel- oder Birnensorten durchaus robust und können die üblichen Wetterkapriolen gut wegstecken.

Der richtige Boden

Unterschiedliche Früchte, unterschiedliche Ansprüche! Man kann aber allgemein sagen, dass Obstgewächse eher einen nährstoff- und humusreichen Boden bevorzugen.

Ist der Boden sehr steinig und fest, solltest Du in die Pflanzgrube noch eine wasserdurchlässige und nährstoffreiche Erdmischung hineingeben. Das erleichtert das Anwachsen. Die Nährstoffzufuhr kannst Du unterstützen, indem Du zweimal im Jahr Stallmist oder Komposterde dazugibst.

Obstbaeume Boden

Pflanz den Obstbaum, aber richtig

Folgende Tipps helfen Dir dabei, Deinen Obstbaum richtig einzupflanzen:

  • Baum 1–2 Stunden ins Wasser stellen, damit sich der Wurzelballen ordentlich vollsaugen kann.
  • Pflanzloch ausheben, es sollte mindestens doppelt so groß wie der Ballen sein.
  • Sohle des Lochs gut auflockern um Staunässe zu vermeiden.
  • Aushub mit Qualitätspflanzenerde mischen und den Boden des Lochs bedecken.
  • Pflanztiefe: Die Veredlungsstelle mindestens 10 cm über dem Boden, so vermeidest Du Wildtriebe.
  • Loch mit angereichertem Aushub auffüllen. Am Baum rütteln, damit sich die Erde verteilt.
  • Boden um den Baum festtreten und Gießrand anlegen.
  • Obstbaum gründlich und durchdringend wässern.
  • Rindenmulch auf der Pflanzstelle verteilen. Das schützt die Wurzeln vor Sonneneinstrahlung.
  • Wenn nötig zum Schutz vor Tierfraß eine Schilfrohrmatte um den Stamm legen.

Timing ist alles - Wann pflanze ich?

Der ideale Zeitpunkt neue Obstbäume zu pflanzen ist der Herbst vor dem ersten Frost. Das hat den Vorteil, dass sich über Winter neue Wurzeln bilden können und der Baum im Frühjahr zeitiger austreibt. Über Sommer würde er zu viel Kraft für die Versorgung der Blätter brauchen. Das gilt natürlich nur für die winterharten Obstsorten.

Bäume anbinden

Wenn Du einen Baum frisch gepflanzt hast, ist der Stamm noch dünn und der Baum noch nicht fest verwurzelt.

Binde Deinen jungen Baum an und gibt ihm damit Stabilität. Das Anbinden verhindert, dass starker Wind ihn abknickt oder entwurzelt.

Es gibt 3 gängige Varianten, einen Baum sturmsicher anzubinden:

  • Senkrechter Pfahl
  • Dreibock
  • Schräger Pfahl

Tipp: Die richtige Bindetechnik

Knote dem Strick am Stamm fest, lass bei der kurzen Seite genug Platz für einen späteren Knoten. Verbinde mit dem langen Ende Stamm und Pfahl mit mehreren achtförmigen Schlaufen. Dann wickelst Du den Strick eng vom Pfahl zum Baum und wieder zurück. Die beiden losen Enden verknoten und mit einer Krampe fixieren.

Baum anbinden: senkrechter Pfahl

Dein Obstbaum-Nachwuchs hat nur einen kleinen Topfballen oder ist ein wurzelnackter Hochstamm? Dann bietet sich der senkrechte Pfahl zum Anbinden an.

So gehst Du vor:

  • Grabe ein Pflanzloch aus. Teste, ob Pfahl und Ballen genug Platz im Pflanzloch haben. Der Pfahl sollte nur etwa eine Handbreit vom Stamm entfernt stehen – im besten Fall auf der Westseite.
  • Passt? Sehr gut. Schlage den Pfahl ein, setze den Baum ein und schließ das Pflanzloch wieder.
  • Nimm einen Juteband oder Gartenschnur zur Hand und fixiere damit den senkrechten Pfahl und den Stamm etwa 1–2 Handbreit unter der Krone.

Klick auf das Bild für das passende Material:

Baum anbinden: Dreibock

Größere Bäume mit einem breiten Wurzelballen stabilisierst Du am besten mit einem Dreibock, also mit 3 Pfählen.

So baust Du den Dreibock auf:

  • Hebe ein Pflanzloch aus, setze Deinen Baum und verschließe das Pflanzloch wieder.
  • Schlage die 3 Pfähle so rund um den Baum ein, dass sie ein gleichseitiges Dreieck ergeben – mit dem Stamm als Mittelpunkt. Achte darauf, den Wurzelballen nicht zu verletzten.
  • Für das Extra an Stabilität, die Pfahlenden mit Halbrundhölzern oder Latten verbinden.
  • Jetzt noch den Obstbaum unterhalb der Krone mit den 3 Pfählen verbinden, jede Seite separat.

Klicke auf das Bild für einen Überblick über das benötigte Material.

Baum anbinden: Schräger Pfahl

Die Krone Deines Baums beginnt schon knapp über dem Boden? Dann ist der schräge Pfahl die richtige Wahl, um den Baum anzubinden.

So setzt Du einen Schrägpfahl:

  • Pflanze Deinen Baum in das Pflanzloch.
  • Schlage den Pfahl in einem 45° Winkel in Hauptwindrichtung zeigend nah an den Stamm, bis er alleine stehen kann.
  • Lass Dir von einer zweiten Baum den Stamm zur Seite halten und treib den Pfahl fest in den Boden, bis er stabil ist. Der Pfahl sollte seitlich nicht mehr als 10 cm über den Stamm hinausragen – im Zweifel also kürzen.
  • Jetzt noch Stamm und Pfahl fixieren, fertig.

Die Materialliste für den Schrägpfahl:

Vermehrung durch Veredelung

Du kannst Deinen Baum auch vermehren. Die einfachste Methode ist wohl die Kopulation. Sie wird im Winter und im zeitigen Frühjahr durchgeführt. Doch Vorsicht! Das Veredeln von Bäumen benötigt einiges an Fingerspitzengefühl und gärtnerischer Erfahrung. Blutige Anfänger sollten sich an dieses Projekt noch nicht wagen.

  • Für eine gelungene Veredlung brauchst Du zunächst eine Veredlungsunterlage. Das ist ein Sämling z.B eines Apfelbaumes.
  • Aus dem Sämling wird die Wurzel des späteren Obstbaumes.
  • Für die Kopulation schneidest Du nun von Deinem Apfelbaum, den Du vermehren willst, einen gesunden einjährigen Trieb ab.
  • Aus dessen mittlerem Teil schneidest Du nun ein Stück heraus, das die Länge eines Fingers und die Dicke eines Bleistiftes hat. Es sollte mindestens vier Knospen besitzen. Das ist das Edelreis aus dem später Stamm und Krone entstehen.
  • Die Unterlage, also den Sämling kürzt Du nun auf die gewünschte Länge. Wenn Du einen Hochstamm haben möchtest, wäre das unterhalb der Krone.
  • Jetzt folgt der Kopulationsschnitt: Führe sowohl an Unterlage als auch an Edelreis einen drei bis sechs Zentimeter langen schrägen ebenen Schnitt durch, der gegenüber eines Auges erfolgen sollte.
  • Die beiden Schnittflächen sollten möglichst genau aufeinander passen.
  • Jetzt werden Edelreis und Unterlage zusammengesetzt. Achtung! Du darfst die Schnittflächen nicht mit den Fingern berühren.
  • Fixiere die Veredelungsstelle mit Bast und streiche anschließend Baumwachs darüber. Auch die Spitze des Edelreises wird mit Baumwachs bestrichen.
  • Jetzt kannst Du das neue Bäumchen einpflanzen. Am besten an einer geschützten Stelle. Wenn es im nächsten Frühjahr austreibt, hat die Veredelung geklappt!

Veredelung

Obstpflanzen auf dem Balkon

Kein Garten? Macht nichts! Auch aus Deinem Balkon kann eine kleine Obstplantage werden. Es gibt mittlerweile von vielen Obstsorten Züchtungen, die nicht so groß werden und sich im Topf wohlfühlen.

Gerade Beerensträucher eignen sich hervorragend. Auch Zwergpfirsiche, Nektarinen und kleine Äpfel kannst Du auf Deinem Balkon anbauen. Da Du auf dem Balkon wahrscheinlich nicht genügend Platz hast um mehrere Pflanzen einer Sorte aufzustellen, empfiehlt es sich selbstbefruchtende Züchtungen zu wählen, damit Du auch sicher sein kannst, dass Du etwas ernten kannst.

Trotzdem kommt es auf die Bedingungen an. Bekommt der Balkon gar keine Sonne ab, wird die Ausbeute nicht besonders groß ausfallen.

Obst Balkon

Im Kübel solltest Du vor allem auf reichhaltige Erde und die Nährstoffversorgung durch den richtigen Dünger achten. Die Größe des Kübels entscheidet über den Erfolg Deines Obst-Projekts.

Mindestens 20 cm Durchmesser und 50 Liter Fassungsvermögen sollten es schon sein.

Es eignet sich aber nicht jeder Kübel. Unglasierte Tontöpfe lassen viel Feuchtigkeit ungenutzt verdunsten, während besonders dunkle Töpfe sich stark aufheizen und die Wurzeln schädigen können.

Und immer schön viel gießen! Gerade wenn die Pflanzen Früchte tragen, brauchen sie viel Wasser. Am besten morgens gießen, dann kann die Flüssigkeit gleich verwertet werden. Wird hingegen abends gegossen, bleiben die Pflanzen lange feucht und es können sich Pilzkrankheiten bilden.

Obstbaum ernten

Im Sommer und Herbst geht's bei Dir und Deinen Obstbäumen rund. Denn dann ist Erntezeit.

Wann welche Frucht reif ist, zeigt Dir unser Pflanz- und Erntekalender (PDF, 3.624 KB) auf einen Blick.

Rollsammler, Obstpflücker, Erntetaschen, es gibt viele praktische Helfer, die Dir das Leben während der Ernte leichter machen. Tipps rund um die Ernte und was Du mit den ganzen Früchten so anstellen kannst, haben wir Dir in unseren Ratgebern zusammengestellt.

Einkellern: Was die Großmutter schon wusste

Im Herbst steht die Apfelernte an. Wenn ein Baum viele Früchte trägt, kann man die nicht in kurzer Zeit aufbrauchen. Einkellern ist da eine gute Alternative. So hast Du das ganze Jahr etwas von Deiner Ernte und sparst auch noch Geld.

Und so geht’s:

  • Von der Sonne aufgewärmte Äpfel abkühlen lassen.
  • Suche eine Stelle im Keller, wo es möglichst kühl ist (ideal sind 1-3°C aber kein Frost). Holzgitter eigenen sich hervorragend.
  • Eine Lage Zeitungspapier ausbringen und die Äpfel mit etwas Abstand darauf verteilen. Die Stiele bleiben dran und die Blüte zeigt nach oben.
  • Mit Zeitungspapier bedecken und bei Bedarf eine weitere Lage darüber legen.
  • Die letzte Schicht wieder mit Papier bedecken.
  • Einmal pro Woche alle Schichten auf verdorbene Früchte kontrollieren und ggfs. aussortieren.
  • Wichtig: Neben den Äpfeln sollte kein anderes Obst oder Gemüse gelagert werden, das wird schnell schlecht.

Obst Lagerung

Tipp: Äpfel verarbeiten

Deine Apfelernte war erfolgreich? Mach Apfelsaft draus! Such Dir einen Obst- und Gartenbauverein in Deiner Nähe, der über eine Saftpresse verfügt. Dort kannst Du Deine Apfelernte pressen und abfüllen lassen.

Achtung: Nicht alle Äpfel sind zum Pressen geeignet. Überleg Dir am besten schon bei der Auswahl des Baumes, was Du mit den Äpfeln machen möchtest und welche Sorten sich dafür eignen.

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