Selbsthilfe nach dem Hochwasser
Sobald das Hochwasser abgelaufen ist, kannst Du Dich ans Aufräumen wagen. Wie Du dabei Schritt für Schritt vorgehen kannst, erfährst Du hier.

Pumpe voll gelaufene Räume erst dann leer, wenn das Hochwasser abgeflossen und der Grundwasserspiegel ausreichend gesunken ist. Sonst kann Dein Fundament Schaden nehmen oder Wasser durch die Wände in den Keller eintreten. Außerdem kann der Auftrieb die Stabilität des gesamten Bauwerks gefährden.
Entferne anschleißend Wasserreste und Schlamm. Hierfür kannst Du einen Nass- und Trockensauger verwenden.

Überflutete Kellerräume trockenlegen
Du hast einen Keller und auch dieser ist voll gelaufen? Keine Sorge, Kellerräume solltest Du, wenn möglich, mit Außenluft lüften. Sorge am besten mit zwei Öffnungen für Durchzug. Andernfalls drücke per Ventilator oder Schlauch die Außenluft in den Raum. Ansonsten kannst Du ähnlich wie bei anderen Räumen vorgehen. Möbel von Wänden abrücken bzw. auf Ständern aufbringen. Der Boden sollte frei sein. Nasse Baustoffe solltest Du erwärmen, z. B. per Infrarotstrahler. Bei Trocknung von Wärmedämmschichten oder von Hohlräumen in Fußböden solltest Du eine Fachfirma zu Rate ziehen.
Lass als nächstes beschädigte Bausubstanz überprüfen. Markiere die erreichten Wasserstände und dokumentiere die Schäden.
Falls elektrische Geräte und Anlagen vom Hochwasser etwas abbekommen haben, lass diese von einem Fachmann überprüfen, bevor Du sie einschaltest. Überprüfe, ob der Heizöltank beschädigt wurde. Wenn Schadstoffe (z. B. Pflanzenschutzmittel, Farben, Lacke, Heizöl etc.) freigesetzt wurden, informiere umgehend die Feuerwehr.
Hochwasserschäden der Versicherung melden!
Bei Schäden, die durch Naturereignisse wie z. B. Überschwemmungen entstehen, greift die Elementarversicherung bzw. Elementarschadenversicherung. Teile Deiner Versicherung die Verluste und voraussichtlichen Kosten unverzüglich nach der Entstehung mit. Die Frist liegt bei etwa einer Woche nach Auftreten des Schadens.
Sobald Du Wasser und Schlamm entfernt und alle Schäden dokumentiert hast, solltest Du Dich um nasses Inventar kümmern. Ausnahmslos alle nassen Gegenstände und Bodenbeläge müssen entfernt werden. Sollten Möbel noch benutzbar sein, stelle sie mit Abstand zu den Wänden und auf Bodenlatten, damit sie von allen Seiten belüftet werden und trocknen können.
Danach solltest Du alle Oberflächen mit einem Hochdruckreiniger reinigen.
Verschmutzungsgrad des Wassers
Je nach Verschmutzungsgrad des Wassers, musst Du mehr entfernen und entsorgen. Sobald Erde und Schlamm beigemischt ist oder es sich gar um kontaminiertes Wasser handelt, solltest Du neben Tapeten und Bodenbelägen, auch noch durchfeuchteten Gipsputz und feuchtes Dämmmaterial entfernen.
Dann geht es ans Trocknen. Hohlräume müssen austrocknen. Durchnässte Mineralwolle in den Wänden musst Du entfernen, Naturdämmstoffe kannst Du weiterverwenden, solange das Wasser nicht kontaminiert war. Neben Lüften kannst Du zum Trocknen auf Bautrockner und Luftentfeuchter zurückgreifen.

Sobald alles getrocknet und aufgeräumt ist, kannst Du Dich an den Wiederaufbau wagen. Aber keine Sorge, Du musst da nicht alleine durch. Bei uns findest Du ganz viele Tipps und Tricks rund um die Themen Wandgestaltung, Bodenbeläge und Inneneinrichtung.
Selbsthilfe bei Hochwasser
- Schalte in Räumen, die volllaufen können bzw. überflutet wurden, den Strom und die Heizung ab. Nimm am besten die Sicherung raus. Vorsicht: Es besteht Stromschlaggefahr!
- Räume vor allem solche Kellerräume, in die Grundwasser eindringen kann, leer.
- Überprüfe die Rückstauklappen in der Abwasserleitung Deines Kellers. Sie verhindern, dass Wasser aus der Kanalisation in die Abwasserrohre des Hauses fließt.
- Dichte Fenster und Türen sowie Abflussöffnungen ab.
- Fahre rechtzeitig aus gefährdeten Garagen oder von Parkplätzen. Besonders Tiefgaragen können bei Hochwasser zur tödlichen Falle werden!
- Befahre keine überfluteten Straßen. Wenn Wasser in den Motorraum Deines Fahrzeugs dringt, ist ein erheblicher Schaden so gut wie sicher.
- Starte auf keinen Fall ein Fahrzeug, das bis zur Ölwanne oder bis über die Räder im Wasser steht. Lass es abschleppen.
- Beachte unbedingt die Absperrungen und Anweisungen der Gemeinde und Einsatzkräfte.
Wichtig: Falls Du ein Boot besitzt, fahre nicht auf Gewässern, die Hochwasser führen. Es besteht die Gefahr, dass Treibgut das Boot beschädigt.
- Starte keine vermeintlich heldenhaften Rettungsversuche von anderen, ohne Dich vorher selbst abgesichert zu haben. Rufe Hilfe, wenn möglich!
- Geh bei akuter Gefahr von Überschwemmungen auf keinen Fall in Keller oder Tiefgaragen.
- Bring Kinder bei akuter Gefahr umgehend aus der von Überflutung bedrohten Zone.
- Betrete keine Uferbereiche. Hier besteht Überspülungs- und Abbruchgefahr.
Was tun bei Stromausfall?
Ein Stromausfall kommt nicht nur bei Hochwasser, sondern meistens völlig überraschend und in den allermeisten Fällen ist er nach ein paar Minuten wieder vorbei. Trotzdem lohnt es sich, ein paar Basics zu kennen, damit Du entspannt bleibst, egal ob’s kurz flackert oder länger dunkel wird:
- Lage überprüfen: Schau erstmal, ob wirklich nur bei Dir der Strom weg ist: Sicherungen überprüfen, kurz ins Treppenhaus hören, beim Nachbarn klopfen oder (falls Mobilfunk noch geht) regionale Störungsseiten checken.
- Geräte schützen: Zieh empfindliche Geräte vom Netz oder schalt sie aus. Wenn der Strom zurückkommt, gibt’s manchmal Spannungsschwankungen.
- Akku sparen: Taschenlampe statt Handylicht nutzen und Powerbanks möglichst voll halten. So bleibst Du flexibel, falls der Ausfall doch länger dauert.
- Räume bündeln: Gerade im Winter: Schließe Türen und konzentriere Dich auf einen kleineren Bereich der Wohnung. Ein Raum heizt sich schneller durch Körperwärme, Kerzen oder Decken auf als die ganze Wohnung.
- Kühlschrank geschlossen halten: Je weniger Du öffnest, desto länger bleibt alles frisch. Besonders bei längeren Ausfällen ein wichtiger Punkt.
Passiert selten, aber es passiert. Dann bist Du froh, wenn Du vorbereitet bist:
- Alternative Kochmöglichkeiten: Ein Camping-Gaskocher ist super praktisch, um Wasser zu erhitzen oder eine kleine Mahlzeit zu kochen. Wichtig: Immer nur draußen nutzen.
- Licht und Energie-Vorräte: Taschenlampen, Stirnlampen, Kerzen und genügend Batterien sorgen dafür, dass Du nicht im Dunkeln sitzt. Powerbanks sind Deine Strom-Reserve für Handy und Co.
- Notstrom für den Ernstfall: Wer wirklich auf Strom angewiesen ist oder einfach extra vorbereitet sein will, kann auf Stromerzeuger setzen. Passenden Treibstoff solltest Du nicht vergessen. Du hast Solarpaneele? Dann besorg Dir eine Powerstation. Die kann Strom sogar speichern.
- Wärmedecken und Isomatten nutzen: Decken, Schlafsäcke oder Thermo- bzw. Rettungsdecken sind super, um Wärme zu halten. Auch eine Isomatte verhindert, dass Dir kalter Boden die Wärme entzieht.
































