Kaminofen anschließen: Das Wichtigste in Kürze
Einen Kaminofen darfst Du nur anschließen, wenn Standort, Schornstein und Rauchrohranschluss zueinander passen und die Vorgaben des Schornsteinfegers erfüllt sind.
Die wohl wichtigste Frage ist, ob Du einen vorhandenen Schornstein nutzen kannst oder ein passendes Abgassystem montieren musst – z. B. einen Edelstahlkamin an der Fassade.
Das solltest Du wissen:
- Ein geeigneter Schornstein ist Voraussetzung für den sicheren Betrieb des Kaminofens.
- Ein ungeeigneter Aufstellort kann den Anschluss des Ofens ausschließen oder zusätzliche Schutzmaßnahmen erfordern.
- Eine Funkenschutzplatte schützt den Bodenbereich vor dem Ofen und ist abhängig vom Bodenbelag zu prüfen.
- Rauchrohr, Schornstein und Kaminofen müssen technisch zusammenpassen.
- Der zuständige Schornsteinfeger muss den Kamin vor der ersten Nutzung abnehmen.
Kaminofen anschließen: Planung
Bevor Du Dir einen Kamin einbaust und anschließt, solltest Du folgende Checkliste in Ruhe durchgehen:
- Vor Aufstellen und Inbetriebnahme des Kaminofens: Nimm Kontakt zu Deinem Schornsteinfeger auf und lass den Rauchfang, die Brandschutzmaßnahmen und die Verbrennungsluftversorgung prüfen.
- Beachte die Daten zur Rauchfangbemessung und Sicherheitsabstände zu brennbaren, temperaturempfindlichen Bauteilen.
- Kaminöfen nicht individuell verkleiden oder Kamineinsätze einbauen!
- Stelle eine ausreichende Zufuhr von Verbrennungsluft sicher! Bei Betrieb in dicht geschlossenen Räumen muss eventuell Luft von außen zugeführt werden.
- Wähle den Aufstellplatz möglichst nah am Rauchfang, um lange, waagerechte Verbindungen zu vermeiden.

Wenn Du noch nicht weißt, welcher Kaminofen es sein soll, dann ist unser Ratgeber sicher eine Hilfe. Dort erklären wir Dir, welche Arten von Kaminöfen es gibt und welche Eigenschaften die verschiedenen Materialien mit sich bringen. Du erfährst außerdem, wie Du mit Kaminöfen richtig heizt und Energie sparen kannst.
Kaminofen anschließen: Standort
Willst Du einen Kaminofen anschließen, musst Du zunächst den richtigen Standort dafür finden. Diese Punkte solltest Du dabei beachten:
- Der Schornstein muss für den Anschluss Deines Kaminofens geeignet sein.
- Der Schornsteinanschluss muss in der Nähe sein.
- Der Untergrund sollte tragfähig sein.
- Achte auf ausreichende Sicherheitsabstände zu Wänden, Möbeln und anderen brennbaren Materialien.
- Der Aufstellort sollte möglichst zentral sein, damit sich die Wärme gut im Raum verteilen kann.
- Achte darauf, dass Du genug Platz hast, um die Ofentür, den Luftregler und das Aschefach zu bedienen.
Es kann nötig sein, dass Du eine
Im besten Fall kannst Du den Kaminofen natürlich direkt an einen freien Schornsteinzugang anschließen. Wichtig: Der Schornstein muss baulich geeignet sein. Das bedeutet, dass der Schornstein im Querschnitt größer als 15 x 15 cm sein muss und der Schornsteinzug mind. 4,50 m über den Kamin hinausreicht.
Du kannst Deinen neuen Kaminofen nicht an den Hausschornstein anschließen? In vielen Fällen kann ein Schornstein z. B. aus Edelstahl an der Außenwand nachgerüstet werden.
Dein Schornsteinfeger kennt nicht nur alle gesetzlichen Vorschriften, sondern kann auch den Zustand Deines Schornsteins beurteilen.
Hier die wichtigsten Abstände im Überblick:

Anschluss an den Schornstein
Den Abstand, den Du zur Rückwand einhalten solltest, entnimmst Du den Herstellerangaben Deines Kaminofens. Hier gibt es deutliche Unterschiede.
Mindestens 20 cm.
Mindestens 20 cm.
Mindestens 30 cm vor dem Ofen.
Mindestens 50 cm vor der Feuerraumöffnung.
Wärme- und Sicherheitsbereich vor dem Ofen. Mindestens 80 cm.
Mindestens 80 cm Abstand zu Möbeln und anderen brennbaren Materialien.
Geeigneten Schornstein montieren
Du brauchst einen neuen Schornstein an oder in der Außenwand? Da gibt es zwei Möglichkeiten: Du kannst einen bestehenden Schornstein nutzen und mit einem einwandigen Abgassystem aufrüsten oder ein doppelwandiges Abgassystem an der Fassade montieren.
Einwandiges Abgassystem:
- Mit dem einwandigen Abgassystem kannst Du Deinen bestehenden Schornstein mit einer modernen Heizungsanlage weiterhin nutzen.
- Dafür wird das einwandige Rohr ohne Dämmung meist in einen bestehenden Schornsteinschacht eingebaut.
- Der bestehende Schacht übernimmt dabei den Wärme- und Brandschutz.
- Das Abgassystem darf an Regelfeuerstätten für feste Brennstoffe, Heizöl und Gas angeschlossen werden und kann als Abgasanlage mit mehreren Feuerstätten betrieben werden.
Doppelwandiges Abgassystem
- Ist kein "alter" Schornstein vorhanden, dann musst Du an der Fassade einen neuen montieren, an den Du dann Deinen Kaminofen von innen anschließen kannst.
- Dieses System kommt auch im Innenbereich zum Einsatz, z. B. wenn kein gemauerter Schornstein vorhanden ist, die Leitung durch unbeheizte Bereiche verläuft oder erhöhte Anforderungen an Wärmedämmung und Brandschutz bestehen.
- Das System ist für den Betrieb an Regelfeuerstätten für feste Brennstoffe, Heizöl und Gas zugelassen und kann auch als Abgasanlage mit mehreren Feuerstätten betrieben werden.
Außenkamin bescheinigen lassen
Bevor Du mit der Montage eines Außenkamins beginnst, solltest Du Dich über die geltenden Vorschriften an Deinem Wohnort informieren. In vielen Städten und Kommunen muss Dein Kamin eine vorgeschriebene Höhe erreichen und festgelegte Abstände zu den Nachbarfenstern einhalten. Kläre das alles im Vorfeld.
Dein Schornsteinfeger kann Dich beraten und Dir oft auch bescheinigen, dass alle Höhen und Abstände ordnungsgemäß sind.
Funkenschutzplatte vor den Kamin legen
Wichtiges Kriterium für den Standort Deines Kaminofens ist der Untergrund. Der darf nicht brennbar sein. Optimal ist ein Fliesen- oder Natursteinboden. Parkett, Teppich oder PVC ist brennbar und somit nicht als Untergrund geeignet. Hier brauchst Du definitiv eine Bodenplatte.
Die Bodenplatte, auch Funkenschutzplatte genannt, schützt Deinen Boden vor Hitze, herabfallender Glut oder Funkenflug.
Feuerfeste Bodenplatten sind in der Regel aus Glas oder Metall. Die Bodenplatte passt zu Deinem Kaminofen, wenn sie nach vorn mind. 50 cm und an den Seiten jeweils mind. 30 cm unter Deinem Kamin hervorragt.
Dein Boden ist empfindlich? Platziere Filzgleiter an der Unterseite Deiner Bodenplatte. So gibt's keine Kratzer.

Rauchrohranschluss setzen
Das Ofenrohr – auch Rauchrohr genannt – ist das Verbindungsstück zwischen Kaminofen und Schornstein. Es sollte max. 2–3 Meter lang sein und max. 2–3 Bögen haben. Nur so können die im Kamin produzierten Rauchgase problemlos abziehen.
Bei einem zu langen Ofenrohr setzt sich zu viel Ruß ab. Der Durchmesser des Rohres muss dem Durchmesser des Abgasstutzens des Kamins entsprechen.
- Funkenschutzplatte und Kaminofen hast Du schon an die richtige Stelle gestellt.
- Miss jetzt die Länge des Rauchrohrs aus und markiere mit einem Stift die Höhe, in der das Rauchrohr in den Schornstein geführt werden soll.
- Setze das Wandfutter an dieser Stelle an und zeichne den Rohrdurchmesser an.
- Jetzt mit der Bohrmaschine entlang der Markierung dicht an dicht Löcher bohren. Danach mit Hammer und Meißel den Innendurchmesser herausstemmen.
- Zum Schluss das Wandfutter verbauen. Achte auf feuerfesten Mörtel.
Für die verschiedenen Arten von Feuerstätten gibt es unterschiedliche Ofenrohre. Sie sind zwar meist alle aus Stahl- bzw. Edelstahlblech gefertigt, unterscheiden sich aber hinsichtlich ihrer Beschichtung. Falls Du Dir unsicher bist, welches Ofenrohr das passende ist, frage am besten Deinen zuständigen Schornsteinfeger.
Man unterscheidet grundsätzlich die folgenden Ofenrohrarten:
Ofenrohr reinigen
Nach jeder Heizperiode solltest Du das Ofenrohr reinigen. Um den Ruß aus dem Rohr zu entfernen, öffnest Du die Revisionsklappe. Mit einer Bürste oder einem Aschestaubsauger entfernst Du den Ruß aus dem Rauchrohr. Im Anschluss musst Du Filter und Aschekasten im Ofeninnenraum noch mit dem Aschesauger säubern.
Kaminofen montieren
Die Vorarbeiten sind gemacht. Jetzt kannst Du den Kamin einbauen. Und das geht so:
Stelle den Kaminofen in die endgültige Position. Achte dabei auf einen Mindestabstand von 20 cm zur Wand und auf einen passenden Abstand zu Möbeln. Genauere Infos für Deinen Kamin kannst Du immer den Datenblättern des Herstellers entnehmen.
Um Deine Bodenplatte beim Positionieren des Kaminofens nicht zu zerkratzen, lege Tücher unter oder nutze Filzgleiter.
Bringe jetzt das Ofenrohr an Kamin und Wand an. Um alles optimal abzudichten, verwende für den Kaminabschluss ein Glasfaserband. Setze am Schluss noch den Feinstaubfilter in den Ofen ein.

Abnahme des Kaminofens und Anheizen
Du bist fertig. Glückwunsch! Jetzt kommt ein wichtiger Schritt, wenn Du selbst einen Kaminofen anschließt:
Danach kann eingeheizt werden.
Leg Holz ein und entfache das Feuer. Nicht wundern, falls es zu starker Rauchentwicklung beim ersten Anheizen kommt. Kaminöfen sind häufig mit einer sogenannten Einbrennlackierung ausgestattet. Beim ersten Anheizen härtet diese Lackierung aus und das kann stark rauchen.
Kaminofen anschließen: häufige Fragen
Ja, wenn Du Dir dieses Projekt handwerklich zutraust, kannst Du einen Kaminofen selbst anschließen. Du solltest etwas DIY-Erfahrung haben und handwerklich geschickt sein. Bevor Du den Kaminofen in Betrieb nimmst, muss der Schornsteinfeger ihn abnehmen. Danach darfst Du ihn anheizen. Los geht die Montage des Kaminofens mit einer
Ein Kaminofen wird in der Regel über ein Ofenrohr mit dem Schornstein verbunden. Das Ofenrohr leitet die Abgase vom Ofen zur Anschlussöffnung des Schornsteins. Dabei sollte der Rohrverlauf möglichst kurz sein und nur wenige Bögen enthalten, damit die Abgase ungehindert abziehen können. Welche Arten von Ofenrohren es gibt, erfährst Du im Kapitel
Wenn Du Eigentümer bist oder die Montage eines Kaminofens mit dem Eigentümer abgestimmt hast, dann kannst Du selbst einen Kaminofen montieren.
Wenn Du es nicht selbst machen möchtest, dann kannst Du einen Ofen- oder Kaminbauer beauftragen. Der Schornsteinfeger schließt den Kaminofen nicht an. Er berät Dich aber im Vorfeld und nimmt die Anlage danach ab.
Nicht direkt. Wenn Du Eigentümer der Wohnung oder des Hauses bist, in dem Du den Kamin einbauen willst, dann brauchst Du keine Genehmigung. Allerdings muss der Schornsteinfeger die Feuerstätte abnehmen, bevor Du sie in Betrieb nehmen darfst. Andernfalls kann es zu Sicherheitsrisiken wie das Eindringen von Rauchgasen oder Kohlenmonoxid in den Wohnraum kommen. Außerdem haftet die Versicherung unter Umständen nicht für Schäden, die durch den Kaminofen entstanden sind.


















