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Ratgeber

Fleischfressende Pflanzen pflegen

Lesezeit 16 min.
Fleischfressende Pflanzen pflegen

Mücken, Ameisen und Fliegen zittern vor ihnen: fleischfressende Pflanzen. Die Kanivoren schätzen einen feuchten Boden und hellen Standort. Was Du noch bei der Pflege der fleischfressenden Pflanzen beachten musst, erfährst Du hier.

Fleischfressende Pflanzen: Arten

Eine Sache haben alle fleischfressenden Pflanzen gemeinsam: Sie gönnen sich zwischendurch gerne mal eine Mücke, Ameise, Spinne oder Fliege. Deshalb werden fleischfressende Pflanzen auch Kanivoren oder Insektivoren genannt.

Nötig haben die meisten Fleischfresser das eigentlich nicht: Die Kanivoren betreiben – wie andere Zimmerpflanzen auch – Fotosynthese. Das würde zum Überleben reichen. Insekten liefern den fleischfressenden Pflanzen neben Eiweiß aber auch weitere wichtige Nährstoffe, die für ein kräftiges Wachstum sorgen.

Es gibt mehrere Hundert Arten fleischfressender Pflanzen. Dementsprechend gibt es auch ganz unterschiedliche Ansprüche der Karnivoren an Boden, Licht und Temperatur. Informiere Dich vor dem Kauf über die Bedürfnisse Deiner fleischfressenden Pflanze.

Wir stellen Dir die vier beliebtesten fleischfressenden Pflanzen und ihre Ansprüche an die Pflege vor:

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    Venusfliegenfalle

    Die Venusfliegenfalle – Dionaea muscipula – ist eine recht pflegeleichte fleischfressende Pflanze und damit auch gut für Anfänger geeignet. Drei Dinge sind ihr wichtig:

    • gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit
    • sonniger Standort
    • hohe Luftfeuchtigkeit

    Tipp: Bei voller Sonneneinstrahlung bekommt die Venusfliegenfalle nicht nur eine rote Blattfärbung, sie bildet auch große neue Fallen aus. Im Sommer von etwa Ende Mai bis Ende August kann die Venusfliegenfalle sogar ins Freie – an einen sonnigen und geschützten Standort. Gewöhne die Zimmerpflanze aber langsam an den neuen Standort.

    Werden die Fallen kleiner, verfärben sich nicht mehr rot und bleiben geschlossen, macht sich die Venusfliegenfalle für den Winter bereit. Winterruhe bedeutet: Temperaturen zwischen 5 und max. 12 Grad Celsius. Je kälter der Standort, desto weniger Licht braucht die Venusfliegenfalle. Gieße deutlich weniger als im Sommer.

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    Sonnentau

    Der Sonnentau, botanisch Drosera genannt, fängt Insekten mit einem klebrigen Sekret, das in Tröpfchenform an den Blattspitzen sitzt.

    Der Sonnentau braucht einen sonnigen Standort, eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit und hohe Luftfeuchte. Ein Südfenster ist perfekt für die Drosera geeignet.

    Achte beim Gießen auf kalkarmes Wasser, ideal ist z. B. Regenwasser. Bewässere den Sonnentau nie von oben, sondern gieße das Wasser in einen Untersetzter. Den Sonnentau kannst Du gut in ein Pflanzenterrarium pflanzen.

    Manche Drosera Arten brauchen eine Winterruhe mit kühleren, andere gleichbleibende Temperaturen. Es gibt übrigens auch winterharte Drosera-Arten, die Du im Moorkübel, Moorbeet oder am Gartenteich pflanzen kannst.

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    Kannenpflanze

    Die Kannnenpflanze – Nepenthes – ist recht anspruchsvoll und deshalb für Anfänger nicht unbedingt der ideale Einstieg in die Welt der Kanivoren.

    Die Kannenpflanze liebt gleichmäßig hohe Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad Celsius, hohe Luftfeuchtigkeit und einen sonnigen Standort. Das ist in einem normalen Zimmer natürlich recht schwierig, deshalb lassen sich Kannenpflanzen gut im Terrarium halten.

    Nutze zum Gießen entkalktes Wasser oder Regenwasser. Gieße die Nepenthes nicht von oben, sondern in einen Untersetzer. Das Substrat sollte immer gleichmäßig feucht sein.

    Kannenpflanzen werden im Vergleich zu anderen Kanivoren verhältnismäßig groß.

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			fleischfressende pflanzen schlauchpflanze

    Schlauchpflanze

    Die Schlauchpflanze kennst Du vielleicht auch unter dem Namen Trompetenpflanze. Der botanische Name lautet Sarracenia. Sarracenien zählen zu den effizientesten Insektenfängern.

    Sonniger Standort, hohe Luftfeuchte, hoher Wasserbedarf: Die Schlauchpflanze sollte immer auf einem Untersetzer mit 1–2 cm Wasser stehen. Achte auf kalkfreies Wasser, ideal ist Regenwasser.

    Die Schlauchpflanze braucht Winterruhe. Manche Arten stoppen über Winter sogar komplett das Wachstum. Stelle die Pflanze an einen hellen, aber kühlen Ort – die Temperatur sollte zwischen 2–12 Grad Celsius liegen. Wichtig ist, dass Du die Erde dann nicht mehr nass hältst, sondern nur noch feucht.

Standort für fleischfressende Pflanzen

Was alle fleischfressenden Pflanzen gemeinsam haben: Die Kanivoren brauchen eine hohe Luftfeuchtigkeit. Manche Arten, wie z. B. die Kannenpflanzen, brauchen eine so hohe Luftfeuchte, dass es sich anbietet, die Zimmerpflanze in ein Terrarium oder Minigewächshaus zu stellen.

Viel Licht ist für Kanivoren entscheidend, wenn es um den idealen Standort geht. Stell sie an einen hellen Ort, einige Arten können sogar direkt am Südfenster stehen – wie Schlauchpflanze, Venusfliegenfalle, Sonnentau oder auch die Kobralilie. Aber Achtung: Einige Arten mögen keine direkte Mittagssonne. Weniger lichthungrige Vertreter, beispielsweise die Kannenpflanze oder das unkomplizierte Fettkraut, kannst Du auch ans Nordfenster stellen.

Fleischfressende Pflanzen, die keine Winterruhe halten, brauchen im Zweifel im Winter einen Extraschub Licht. Nutze dafür sogenannte Pflanzenleuchten.

Fleischfressende Pflanzen kannst Du im Sommer auf den Balkon, die Terrasse oder in den Garten stellen. Gewöhne die Pflanzen langsam an den neuen Standort. Es gibt auch heimische frostharte Kanivoren, die das ganze Jahr über draußen bleiben können.

Exotische Exemplare solltest Du aber rechtzeitig zum Herbst wieder ins Haus holen oder ganzjährig auf der Fensterbank halten. Wichtig: Einzelne Sorten wie z. B. die Venusfliegenfalle brauchen eine Winterruhe.

Fleischfressende Pflanzen pflegen

Erde, Licht, Feuchtigkeit: Die Pflege fleischfressender Pflanzen ist abhängig von der Art und Züchtung.

Aber natürlich gibt es ein paar ganz generelle Pflegehinweise für Kanivoren. Fleischfressene Pflanzen mögen z. B. grundsätzlich kein kalkhaltiges Leitungswasser. Außerdem musst Du Insektivoren nicht düngen. Fleischfressende Pflanzen brauchen vor allem Pflege in Sachen Feuchtigkeit.

Du pflegst keine Pflanzen. Du züchtest Deinen Stolz.

Wir haben die passenden Pflegetipps für fleischfressende Pflanzen für Dich.

evolutionstheorie

Fleischfressende Pflanzen gießen

Anders als andere Zimmerpflanzen lieben fleischfressende Pflanzen feuchte Erde. Beim Gießen der Kanivoren gibt es aber einiges zu beachten:

  • Nutze zum Gießen nährstoffarmes, kalkfreies Wasser. Ideal geeignet ist Regenwasser. Du kannst aber auch mit destilliertem Wasser gießen. Leitungswasser solltest Du meiden, das kann Deine Insektivoren schädigen.
  • Die meisten fleischfressenden Pflanzen mögen es nicht, wenn Du sie von oben gießt. Besser ist die Anstaubewässerung: Stell Deine fleischfressende Pflanze auf einen Untersetzer und fülle ihn 1–2 cm mit Wasser. Lass den Untersetzer immer komplett austrocken, bevor Du frisches Wasser nachfüllst.

Weiterer wichtiger Punkt bei der Pflege fleischfressender Pflanzen: die Luftfeuchtigkeit. Sorten wie die Venusfliegenfalle kommen mit einer Luftfeuchtigkeit von etwa 40 % gut klar. Da besprühen nicht bei allen Kanivoren in Frage kommt, hilft es, eine mit Blähton gefüllte Schale unter den Pflanztopf zu stellen – vor allem bei trockener Heizungsluft. Einige Arten der Kannenpflanzen brauchen allerdings eine Luftfeuchte von 80–100 %. Da hilft dann nur noch ein Terrarium. Mit einem Hygrometer hast Du die Luftfeuchte immer im Blick.

Fleischfressende Pflanzen düngen

In Sachen Dünger kannst Du Dich entspannt zurücklehnen: Kanivoren brauchen keine zusätzlichen Nährstoffe in Form von regelmäßigen Düngergaben. Im Gegenteil, Dünger kann den fleischfressenden Pflanzen sogar schaden.

Willst Du Deinen Kanivoren etwas Gutes tun, topfe sie lieber ein Mal im Jahr in Spezialerde um.

Fleischfressende Pflanzen umtopfen

Du willst Deine fleischfressende Pflanze umtopfen? Dann ist eine Spezialerde für fleischfressende Pflanzen die richtige Wahl. Mit normaler Pflanzenerde kommen sie in der Regel nicht so gut zurecht.

Denn der ph-Wert der nährstoffarmen Spezialerde ist sauer und damit perfekt auf die Bedürfnisse der Kanivoren abgestimmt. Durch den Torf-Anteil kann die Erde Feuchtigkeit gut speichern. Außerdem ist dieser Erde kein Dünger beigesetzt.

Kanivoren nicht füttern

Du musst Deine fleischfressende Pflanze nicht mit selbst gefangenen Mücken, Spinnen & Co. füttern. Die Kanivoren sind sehr genügsam. Du kannst natürlich Deine fleischfressenden Pflanzen mal füttern, ob das Fangen der Beute zu beobachten, das sollte aber eine Ausnahme bleiben. Eine Venusfliegenfalle kann z. B. das Fangblatt nur bis zu fünf Mal öffnen und wieder schließen, bevor es abstirbt.

Schädlinge an fleischfressenden Pflanzen

Eigentlich sind ja die fleischfressenden Pflanzen die Jäger. Aber gerade geschwächte Pflanzen sind anfällig für Angriffe von Pflanzenschädlingen.

Kanivoren können sich z. B. Blattläuse, Trauermücken, Thripsen und Schildläuse einfangen.

Wie bei allen anderen Zimmerpflanzen gilt auch bei fleischfressenden Pflanzen: Die beste Abwehr gegen Schädlinge ist das Vorbeugen. Sorge mit dem richtigen Standort und Pflege für gesunde Pflanzen.

Ist es doch zu einem Befall mit Blattläusen, Trauermücken und Co. gekommen, hilft Dir unser Ratgeber dabei, die Schädlinge zu bekämpfen:

Insektivoren: Winterruhe

Ob Deine Kanivoren eine Winterruhe brauchen, hängt ganz stark von der Art Deiner fleischfressenden Pflanze ab.

  • Insektivoren aus gemäßigten Zonen – dazu gehört z. B. die Venusfliegenfalle – machen Winterruhe. Bedeutet: Sie brauchen einen hellen Ort mit in der Regel max. 12 Grad Celsius und ohne Zugluft. Denk daran, während der Winterruhe weniger zu gießen.
  • Fleischfressende Pflanzen aus tropischen Gebieten wie die Kannenpflanze brauchen das ganze Jahr über konstant gleiche Temperaturen – und damit keine Winterruhe. Durch die kurzen Tage kann es allerdings passieren, dass es diesen Zimmerpflanzen dann an Licht mangelt. Eine Pflanzenlampe sorgt dann für genug Helligkeit am Nachmittag.
  • Heimische, winterharte Insektivoren kannst Du im Moorbeet lassen. Über Winter ziehen sie sich in die Wurzel zurück und treiben im nächsten Frühjahr wieder aus. Hast Du Deine fleischfressenden Pflanzen in Töpfen, solltest Du sie besser geschützt überwintern.

Orte, die für die Winterruhe geeignet sind, sind z. B. Keller mit großen Fenstern, ein Treppenhaus oder helle Dachböden.

Du erkennst die Winterruhe beispielsweise bei der Venusfliegenfalle daran, dass die neuen Blätter kleiner und geschlossen sind und die Pflanze nicht mehr die typisch rote Farbe bekommt.

Fleischfressende Pflanzen im Terrarium

Du kannst viele Arten fleischfressender Pflanzen auch in einem Terrarium halten. Mit einem Terrarium ist es deutlich leichter, die erforderliche Luftfeuchtigkeit zu halten – ganz klar ein großer Vorteil. Nachteil ist allerdings, dass nur begrenzt Platz zur Verfügung steht und es deutlich schwerer ist, für eine Winterruhe zu sorgen.

Achte deshalb beim Kauf fleischfressender Pflanzen, die Du in ein Terrarium setzen willst, auf folgende Punkte:

  • Die Kanivoren sollten langsam wachsend sein und nicht zu groß werden.
  • Die Fleischfresser müssen eine hohe Luftfeuchte gut wegstecken können.
  • Die Kanivoren sollten keine Winterruhe brauchen.

Fürs Terrarium geeignet sind z. B. südamerikanische Arten des Sonnentaus und der Sumpfkrug. Auch Kannenpflanzen eignen sich ausgezeichnet fürs Terrarium. Je nach Platzverhältnissen solltest Du Dich aber für schwachwüchsige oder kleinwüchsige Arten entscheiden.

Tipp: Dein Terrarium sollte zwar hell stehen, aber meide pralle Mittagssonne. Sonst kann es sich gegebenenfalls so stark erwärmen, dass die Pflanzen Schaden nehmen. Lüfte im Sommer regelmäßig oder entscheide Dich für ein offenes Terrarium.

Beim Einrichten Deines Terrariums für fleischfressende Pflanzen fängst Du mit einer Drainageschicht aus beispielsweise Blähton oder Tongranulat. Darauf kommt dann die Spezialerde für Kanivoren – mind. 5 cm hoch.

Überleg Dir am besten schon im Vorfeld, wie Dein Terrarium aussehen soll. Verschiedene Ebenen wirken optisch immer ausgezeichnet. Denk dabei aber auch an die Ansprüche der Bewohner: Fleischfressende Pflanzen, die es trockener mögen, platzierst Du weiter oben, während andere Pflanzen lieber in niedrigeren, feuchteren Bereichen stehen.

Nutze außerdem Steine, Wurzeln, Lavagranulat oder Pinienrinde, um etwas Struktur ins Terrarium zu bekommen.

Moorbeet für winterharte Kanivoren

Winterharte fleischfressende Pflanzen kannst Du natürlich auch in Deinen Garten pflanzen. Allerdings brauchen die Kanivoren ein spezielles Moorbeet.

Das Moorbeet legst Du so an:

  • Such Dir zuerst einen vollsonnigen Standort. Hebe ein Loch für Dein Moorbeet aus. Es sollte etwa 60 cm tief sein. Die Größe kannst Du selbst bestimmen.
  • Leg das Loch jetzt mit Teichfolie aus. Die Folie kann ruhig Falten schlagen, das sieht später niemand mehr. Achte aber darauf, dass die Folie über den Rand Deines Lochs hinauslappt. Die Teichfolie braucht Dein Moorbeet, damit das Wasser nicht versickert.
  • Damit Dein Moorbeet immer mit ausreichend Wasser versorgt ist, musst Du Dir jetzt Wasserspeicher bauen. Dafür kannst Du – je nach Größe Deines Moorbeets – einen oder mehrere Mörtelkübel besorgen. Große Blumentöpfe kannst Du dafür natürlich auch nutzen.
  • Bohre an allen Seitenteilen und am Boden des Mörtelkübels einige Löcher. Setze den Mörtelkübel jetzt mit der Öffnung nach unten in Dein Pflanzloch. Der Mörtelkübel schafft einen Hohlraum, in dem sich das Wasser sammeln kann. Die Torferde kann sich so die Feuchtigkeit ziehen.
  • Fülle den Boden Deines Pflanzlochs je nach Größe mit einem oder mehreren Mörtelkübeln, bis der Boden damit bedeckt ist. Die Kübel sollten so hoch sein, dass noch etwa 20 cm für die Pflanzschicht bleiben.
  • Jetzt kannst Du den Torf anwässern und das Pflanzloch. Der Torf muss ungedüngt, nur schwach zersetzt sein und einen sauren pH-Wert haben. Wichtig: Achte darauf, Dein Moorbeet in den nächsten zwei Wochen ordentlich zu gießen.
  • Wenn Du willst, kannst Du das Beet mit verschiedenen Ebenen gestalten. Ein kleiner Hügel hier, ein Tal da – das macht Dein Moorbeet nicht nur interessanter, sondern bietet auch bessere Bedingungen für Deine fleischfressenden Pflanzen.
  • Die Teichfolie sollte etwa 15 cm über den Rand lappen. Den Rest kannst Du jetzt abschneiden. Sorge dafür, dass es einen kleinen Abstand zwischen Rand und Moorbeet gibt. Es sollte nach Möglichkeit keine normale Pflanzenerde in Dein Moorbeet rieseln.
  • Fertig ist Dein Moorbeet. Jetzt kannst Du das Moorbeet mit fleischfressenden Pflanzen und den Rand mit Begleitpflanzen bepflanzen.

Moorbeet bepflanzen

Bevor Du fleischfressende Pflanzen in Dein Moorbeet setzt, kannst Du auch noch größere Steine und Wurzeln zur Deko platzieren und damit Deinem Moorbet für Kanivoren Struktur geben.

Achte beim Pflanzen Deiner fleischfressenden Pflanzen auch auf den Sonnenstand: Kleinere Pflanzen müssen nach vorne, größere Pflanzen weiter nach hinten. So bekommen alle gleichmäßig Sonne ab.

Starte beim Bepflanzen Deines Moorbeets mit den hohen fleischfressenden Pflanzen wie winterharten Schlauchpflanzen. Plane bei den Schlauchpflanzen etwas Platz ein, weil sie noch wachsen werden.

Jetzt kannst Du mit kleineren fleischfressenden Pflanzen wie winterharten Sonnentau Arten oder Fettkraut weitermachen. Danach kannst Du mit Begleitpflanzen das Beet auffüllen. Die Begleitpflanzen müssen natürlich mit dem Moorbeet klar kommen. Das können z. B. Moornelke, Besenheide, Torfmoos und Wollgräser. Achte bei Wollgräsern darauf, dass sie horstbildend sind, sonst kapern die Ausläufer Dein ganzes Moorbeet.

Als Begleitpflanzen für den Rand Deines Moorbeets eignen sich z. B. Gräser ausgezeichnet.

Wichtig: Zwei Wochen lang Dein Moorbeet ordentlich wässern, auch damit alle Pflanzen gut anwachsen können.

Im Idealfall gießt Du Dein Moorbeet vor allem mit Regenwasser.

Moorkübel für Balkon & Terrasse

Du hast keinen Garten? Leg Dir einen Moorkübel für fleischfressende Pflanzen stattdessen an. Die Schritte sind im Prinzip genau so wie beim Moorbeet, nur dass statt Mörtelkübel kleinere Pflanztöpfe reichen. Der Moorkübel passt dann auch auf Balkon und Terrasse. Geeignet ist z. B. eine Zinkwanne. Bei kleinen und flachen Gefäßen kannst Du den Wasserspeicher weglassen.

Fangtechniken der Kanivoren

Klappfalle, Klebefalle, Fallgrubenfalle: Fleischfressende Pflanzen haben – je nach Art – verschiedene Fangtechniken entwickelt.

Ein schneller Überblick über die verschiedenen Fangtechniken fleischfressender Pflanzen:

Klappfalle

Die wahrscheinlich bekannteste Fangmethode ist die Klappfalle. So fängt z. B. auch die Venusfliegenfalle Mücken, Ameisen oder Spinnen.

So funktionierts: Die Kanivore hat zwei Blatthälften, die auf den Blattinnenseiten kleine Fühlhaare haben. Berührt ein Insekt mehrmals die Fühlhaare, klappen die zwei Blatthälften innerhalb weniger Sekunden zu.

Nachdem die Falle zugeschnappt hat, hilft ein Sekret der fleischfressenden Pflanze dabei, das Insekt zu verdauen. Wenige Tage später öffnen sich die Blatthälften wieder, es kommen nur noch die unverdaulichen Reste ans Tageslicht.

Klebefalle

Fleischfressende Pflanzen wie der Sonnentau setzen auf Klebefallen.

So funktionierts: Die Kanivore sondert ein klebriges Sekret ab, das entweder auf den Blättern oder an den Tentakelspitzen der Blätter austritt. Das Sekret ist nicht nur klebrig, es dient auch noch als Lockstoff. Die so angelockten Insekten bleiben kleben, sich zu befreien ist aussichtslos. Danach werden die Insekten mit Hilfe eines Enzyms verdaut. Es gibt auch Insektivoren, die ihre Beute aussaugen.

Fallgrubenfalle

Schlauchpflanzen und Kannenpflanzen haben eine ganz andere Taktik. Sie sind mit Fallgrubenfallen ausgestattet.

So funktionierts: Die Blätter dieser fleischfressenden Pflanzen bilden einen Hohlraum. Mit einem süßlichen Geruch locken die Kanivoren Insekten an, die dann in den Hohlraum fallen. Wegen der glatten Innenwände und der Enge kann sich die Beute nicht oder nur sehr schwer befreien.

Im unteren Schlauchbereich der Fallgrubenfalle findet die Verdauung statt. War die Pflanze erfolgreich, pumpt sie den Verdauungssaft in die Schläuche, die Schlauchwände nehmen dann die Nährstoffe auf.

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