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Ratgeber

Solarstrom vom Balkon

Lesezeit 11 min.
Solarstrom vom Balkon

Vom kostenlosen Strom einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach profitieren bislang nur Hauseigentümer. Und ihre Installation ist mit enormen Kosten verbunden. Wenn Du in einer Mietswohnung lebst oder einfach erst mal mit einer kleineren Variante starten möchtest, dann ist das Balkonkraftwerk das Passende für Dich. Bei uns erfährst Du alles, was Du zum Thema wissen musst.

Was ist ein Balkonkraftwerk?

Balkonkraftwerke sind Mini-PV-Anlagen – also kleine Photovoltaik-Anlagen, die nicht aufwendig auf dem Dach installiert werden müssen, sondern ganz unkompliziert auf dem Balkon oder der Terrasse aufgestellt werden können.

Dadurch profitieren auch Mieter, die nicht über ein Eigenheim verfügen, vom Luxus des "kostenlosen" Sonnenstroms. Dafür wird der Strom, den das Balkonkraftwerk produziert, direkt ins Hausnetz gespeist und dort verbraucht. Du bezahlst nur den Strom, den Du darüber hinaus brauchst.

Kleines Beispiel: Es ist Nachmittag und die Sonne scheint schön auf Deine Solarpanels. Das Balkonkraftwerk produziert 200 Watt. Verbraucht werden gerade 150 Watt für den Kühlschrank und den W-Lan-Router. Das heißt Dein Stromzähler steht gerade still und Du nutzt kostenlosen Strom. Die überschüssigen 50 Watt fließen ins Stromnetz. Die schenkst Du Deinem Netzbetreiber aber dafür sparst Du Dir auch einen enormen bürokratischen Aufwand.

Mit einem Balkonkraftwerk sparst Du nicht nur Geld. Du leistest auch einen Beitrag zum Umweltschutz, denn ein Balkonkraftwerk spart in 20 Jahren ca. 2,5 Tonnen CO2 ein.

Wie funktioniert ein Balkonkraftwerk?

Balkonkraftwerke bestehen meist aus ein bis zwei Solarmodulen mit einer Leistung von je ca. 300-400 Watt. Diese Module oder Panels befestigst Du an einem Ort mit möglichst hoher Sonneneinstrahlung. Das kann tatsächlich der Balkon oder die Terrasse sein, aber auch das Dach oder die Garage. Eben dort, wo die meiste Sonne hinkommt. An den Modulen befinden sich ein Wechselrichter und ein Kabel für den Anschluss ans Stromnetz. Der Wechselrichter ist dringend notwendig, denn das Solarpanel produziert Gleichstrom, den Du nicht nutzen kannst. Der Wechselrichter wandelt ihn in nutzbaren Wechselstrom.

Wie kommt der Strom jetzt ins Hausnetz?

Die Voraussetzung für die Einspeisung ins Hausnetz ist eine Energiesteckdose, auch genant Systemsteckdose oder Wieland-Steckdose. Dafür kannst Du eine vorhandene "normale" Steckdose umrüsten lassen. Natürlich nur vom Elektromeister. Über diese Energiesteckdose wird der Strom von Deinem Balkonkraftwerk ins Hausnetz eingespeist. Diese Energiesteckdose kann sich sowhl drinnen wie auch draußen befinden, wenn sie entsprechend vor der Witterung geschützt ist.

Achte beim Kauf des Balkonkraftwerks darauf, dass Du ein Anschlusskabel für die Energiesteckdose dazunimmst.

solarstrom vom balkon illu

Wie viel Strom darf mein Balkonkraftwerk produzieren?

Wie viel Strom die Panels produzieren ist erst mal nicht so wichtig. Wichtiger ist Anschlussleistung des Wechselrichters auf der Stromnetz-Seite. Denn die darf 600 Watt nicht überschreiten. Wenn Du zwei Panels hast, die jeweils 340 Watt produzieren, dann ist das ok, so lange der Wechselrichter nur 600 Watt weitergibt. Wenn Du dennoch mehr Strom produzieren kannst, und den auch in Dein Hausnetz einspeisen willst, dann ist das schon möglich. Allerdings brauchst Du auch hier wieder einen Elektromeister. Der muss die normale Steckdose gegen eine Energiesteckvorrichtung (z.B. nach DIN VDE 0628-1) tauschen und diese neue Energiesteckvorrichtung mit der maximal zulässigen Leistung kennzeichnen. Da stellt sich die Frage, ob sich der Aufwand und die Kosten lohnen. In Ländern außerhalb Deutschlands gelten andere Vorschriften und der Anschluss mittels normalem Schuko-Stecker ist zum Teil möglich.

Du solltest grundsätzlich auch prüfen, ob das Maximum an produziertem Strom für Dich überhaupt sinnvoll ist. Wenn Du den Strom nicht unmittelbar verbrauchen kannst und er ohnehin ins Netz gespeist würde, dann tut es für Dich vielleicht auch eine kleinere Anlage.

Mehrwertsteuer fürs Balkonkraftwerk sparen

Ab 01.01.2023 entfällt die MwSt auf PV Anlagen, sofern

  • Du selbst Betreiber dieser PV-Anlage bist.
  • die Anlage auf oder in der Nähe von Privatwohnungen, Wohnungen sowie öffentlichen Gebäuden installiert ist.

Damit Du die Mehrwertsteuer erstattet bekommst, fülle bitte das Formblatt (PDF, 187 KB) aus und wende Dich vor dem Kauf an das Projekt- und Servicecenter in Deinem Markt.

Montagemöglichkeiten für Balkonkraftwerke

Es heißt zwar Balkonkraftwerk, aber das bedeutet nicht, dass es auch zwangsläufig am Balkon befestigt wird. Zunächst sind Standort und Ausrichtung das wichtigste. Die Anlage muss so viel Sonne wie möglich abbekommen, damit sie rentabel arbeitet. Also am besten ist eine Ausrichtung nach Süden oder Südosten. Und achte auch darauf, dass die Fläche, die Du nutzen möchtest nicht beschattet ist. Also keine Bäume, Strommasten oder was auch immer Schatten werfen. Am besten beobachtest Du die Fläche mal eine Zeitlang im Tagesverlauf und schaust ob auch wirklich viel Sonne ankommt.

Ist der richtige Standort gefunden, dann stellt sich die Frage, wie das ganze befestigt werden soll. Dafür ist der Untergrund entscheidend. Geht es um ein Ziegeldach, das Flachdach einer Garage, die Hauswand oder einen anderen Ort.

Montage am Balkon

Die Montage der Mini-PV-Anlage am Balkon gehört zu den einfachsten Möglichkeiten der Anbringung. Dafür verwendest Du einen Montagerahmen auf den das Modul aufgeschraubt wird. Mit diesem Rahmen kannst Du das Modul an der Brüstung des Balkons befestigen. Achte dabei darauf, dass Du das Modul auch noch mal am Boden verankerst z. B. mit Gewichten. So ist es am besten vor starkem Wind geschützt.

solar am balkon 02

Balkonkraftwerk in Mietswohnungen

Wenn Du zur Miete wohnst, kannst Du dennoch ein Balkonkraftwerk am Balkon anbringen. Vermieter können das nur in Ausnahmefällen verbieten. Zum Beispiel wenn das Gebäude unter Denkmalschutz steht.

Es kann trotzdem einigem Ärger vorbeugen, wenn Du Dein Vorhaben mit dem Vermieter besprichst. Lass dich aber nicht dazu überreden die Anlage in die Balkonnische zu stellen, denn dort hast Du meistens viel weniger Sonneneinstrahlung als an der Brüstung.

Montage auf der Terrasse

Ist Deine Terrasse der sonnigste Ort, dann gehört auch dort Deine Mini-PV-Anlage hin. Wie bei der Montage am Balkon brauchst Du dafür einen Aufstellrahmen auf dem das Modul befestigt wird. Auf der Terrasse ist die Bodenverankerung besonders wichtig, denn das Modul muss auch bei Wind und Wetter sicher stehen. Achte am besten auch darauf, dass es nicht im Weg steht, gerade wenn auch Kinder auf der Terrasse toben.

solar auf der Terrasse

Keine Befestigung mit Rollen

Der Gedanke das Balkonkraftwerk auf Rollen zu montieren ist verlockend. So könntest Du es immer perfekt zur Sonne ausrichten. Aber Vorsicht! Dann kann Dein Modul schnell zur Gefahr werden, denn bei Sturm kann es Sach- oder sogar Personenschäden verursachen. Geh also hier auf Nummer sicher.

Montage auf dem Ziegeldach

Möchtest Du Dein Balkonkraftwerk auf einem schrägen Ziegeldach montieren, dann kannst Du im Grunde die gleichen Befestigungen nutzen, wie für eine große PV-Anlage. Hier solltest Du aber schon etwas handwerkliches Geschick mitbringen. Für diese Art der Befestigung müssen Haken an den Sparren des Dachs befestigt werden, die dann an der Unterkante der Ziegel wieder nach außen geführt werden. Damit die Ziegeln auch mit dem Haken richtig aufliegen, musst Du eine kleine Aussparung in die Dachziegel schleifen. Das erfordert schon etwas Erfahrung. Dann sitzt das Modul aber auch richtig fest.

Montage auf dem Falchdach

Willst Du Deine Solar-Module z. B. auf dem Flachdach der Garage montieren, dann kannst Du wieder Montagerahmen verwenden. Achte aber auch hier wieder auf eine sichere Befestigung, die auch Stürmen standhält.

Der richtige Stromzähler ist wichtig

Wenn Du Dein Balkonkraftwerk in Betrieb nehmen willst, musst Du vorher klären, ob Dein Stromzähler eine Rücklaufsperre hat. Die ist nämlich eine Voraussetzung. Alte Zähler laufen rückwärts, wenn mehr Strom erzeugt als verbraucht wird.

Das klingt jetzt natürlich verlockend, denn so könnte Deine Anlage ja über Tag Strom erzeugen – der Zähler läuft rückwärts – und abends verbrauchst Du den Strom. Dein selbst erzeugter Strom wäre quasi gespeichert. Doch davon solltest Du unbedingt die Finger lassen, denn dieses Vorgehen beinhaltet einige Straftaten wie z. B. die Steuerhinterziehung, weil Du keine Steuern für den genutzten Strom zahlst.

Um hier sauber zu bleiben musst Du einen digitalen Stromzähler mit Rücklaufsperre montieren lassen. Der ist ohnehin bis 2032 Pflicht.

stromzaehler

Lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Den Strom, den Dein Balkonkraftwerk produziert, kannst Du nicht speichern. Deshalb macht es Sinn, den Strom auch direkt zu verbrauchen, denn sonst würde er ins Netz eingespeist und Du hattest nichts davon. Deshalb solltest Du Deinen Stromverbrauch im Idealfall an die produktivsten Stunden des Tages anpassen. Ist am Tag, wenn die Anlage den meisten Strom produziert selten jemand im Haus, der den Strom sinnvoll nutzen kann, dann lohnt sich ein Balkonkraftwerk wohl eher nicht, denn Du musst am Abend, wenn Deine Anlage nicht mehr produziert den "gekauften" Strom nutzen.

Wenn Du es allerdings so einrichten kannst, dass in den sonnenreichsten Stunden auch viel Strom abgenommen wird – also zum Beispiel Waschmaschine und Geschirrspüler laufen – dann kannst Du mit einem Balkonkraftwerk wirklich etwas Geld sparen und Du tust was gutes fürs Klima.

Tipp um Balkonstrom zu speichern

Wenn Du nach einer Möglichkeit suchst, wie Du Deinen selbstgemachten Strom doch speichern kannst, dann haben wir einen kleinen Trick für dich.

Du schließt das Balkonkraftwerk über eine smarte Steckdose von smart Home by Hornbach an. Das Ladegerät einer Powerstation schließt Du ebenfalls mit Hilfe einer solchen smarten Steckdose an Dein Hausnetz. Die beiden smarten Steckdosen konfigurierst Du nun so, dass die Powerstation nur lädt, wenn genügend Leistung aus Deinem Balkonkraftwerk zur Verfügung steht. Die Powerstation sollte entsprechend groß sein, damit Du auch genügend Strom speichern kannst.

Mit Hilfe der geladenen Powerstation kannst Du dann größere Verbraucher wie Waschmaschine oder Bügeleisen unabhängig vom Stromnetz betreiben. Klingt etwas umständlich – macht aber unabhängiger vom Stromanbieter.

Brauche ich für mein Balkonkraftwerk eine Genehmigung?

Ein aufwendiges Genehmigungsverfahren gibt es für Balkonkraftwerke nicht. Allerdings musst Du Deine Mini-PV-Anlage bei Deinem Netzbetreiber melden. Das schreibt die Netzanschlussnorm vor. Meistens funktioniert diese Anmeldung online über ein Formular.

Erkundige Dich am besten im Vorfeld, wie die Registrierung bei Deinem Netzbetreiber vonstatten geht und welche Voraussetzungen Deine Anlage erfüllen muss. Hier kann es zu ein paar Hürden kommen, etwa das eine bestimmte Art des Anschlusses über den Schuko-Stecker hinaus vorgeschrieben wird.

Außerdem musst Du Deine Anlage im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur anmelden. Auch das geht online unter www.marktstammdatenregister.de.

Eine PV Anlage mit mehr als 600 Watt Peakleistung muss immer vom Elektroinstallateur beim Netzbetreiber angemeldet werden.

Checkliste für Dein Balkonkraftwerk

  1. Stelle sicher, dass der gewünschte Standort über genügend Sonne vergügt.
  2. Lass prüfen, ob Stromkreis und Steckdose technisch auf dem aktuellen Stand sind und, dass Du Deine Mini-PV-Anlage sicher montieren kannst.
  3. Besprich die Montage mit dem Vermieter, der Vermieterin oder der Eigentümergemeinschaft.
  4. Informiere Dich welche Anforderungen Dein Stromanbieter hat oder ob Du für mögliche Förderungen Auflagen erfüllen musst.
  5. Denk daran, dass Du eine Lösung fürs Monitoring brauchst, wenn Du die Leistung Deiner Anlage übewachen möchtest.
  6. Such Dir einen Fachbetrieb in Deiner Nähe, der Dir im Zweifel helfen kann.
  7. Denk an die Anmeldung beim Stromversorger und der Bundesnetzagentur und kümmere Dich wenn nötig um einen Zählertausch.

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