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Ratgeber

Sicherheit beim Arbeiten mit Strom

Lesezeit 7 min.
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Wenn es um Strom geht, ist Sicherheit das oberste Gebot. Schon kleine Spannungen können im schlimmsten Fall tödlich sein. Deswegen dürfen ausschließlich qualifizierte Personen (Elektromeister) Arbeiten an spannungsführenden Teilen ausführen. In Abstimmung mit Deinem Elektromeister kannst Du einige Arbeitsschritte sogar selbst ausführen.

Sicherheit beim Arbeiten mit Strom ist unter zwei Aspekten zu verstehen. Es geht einmal darum, dass Du sicher arbeitest und Dich nicht verletzt. Und es geht darum, dass die Elektroinstallation am Ende sicher ist und es nicht zu Kabelbränden o.ä. kommt.

Achtung!

Das Arbeiten mit Strom kann im schlimmsten Fall lebensgefährlich sein. Deshalb solltest Du die Finger davon lassen, wenn Du über keinerlei Erfahrung verfügst.

Außerdem ist es nur Fachleuten erlaubt Leitungen an den Stromkreis anzuschließen oder Arbeiten an Verteilerkästen vorzunehmen.

Such Dir also am besten einen Fachmann, der Dich unterstützt und Deine Arbeiten überwacht.

Damit Du überhaupt weißt womit Du arbeitest oder arbeiten solltest, gibts jetzt erst mal eine kleine Kabelkunde.

Arten von Stromkabeln und elektrischen Leitungen

Elektroleitungen bestehen aus Drähten oder Adern, die man Leiter nennt. Anhand ihrer Farben, die verbindlich definiert sind, erkennt man ihre Funktion und ihren Anschlussort. In Altbauten solltest Du Dich nicht auf die Kennzeichnung verlassen.

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Außenleiter – braun oder schwarz

Der Außenleiter (auch Phasenleiter oder Phase genannt) ist braun oder schwarz ummantelt. Er führt in der Regel den Strom aus dem Netz zum Schalter oder zur Steckdose und trägt die Kennzeichnung „L“.

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Neutralleiter – blau

Der Neutralleiter (auch Nullleiter genannt) führt in der Regel den Strom vom Verbraucher ins Netz zurück. Er hat einen blauen Mantel und trägt die Kennzeichnung „N“.

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Schutzleiter – grüngelb

Der Schutzleiter (auch Erdleiter genannt) ist grüngelb ummantelt. Er leitet lebensgefährliche Fehlerspannungen zur Erde ab. Bei Verbrauchern, die das Erdungssymbol tragen, ist dort der Schutzleiter angeschlossen. Steckdosen mit solch einem Leiter werden „Schutzkontaktsteckdosen“ genannt. Er trägt die Kennzeichnung „PE“.

Passende Kabel verwenden

Die Kabelqualität erkennst Du anhand des Kabelcodes. Er weist auf die Konstruktion hin (z. B. Material von Isolierhüllen und Mantel, Anzahl der Adern und Leiterquerschnitt). Informationen zur Bezeichnung von Kabeln und Leitungen (JPG, 109 KB) herunterladen.

Die Auswahl der geeigneten Leitungen und deren Anschluss für die Elektroinstallation sind durch den Elektromeister durchzuführen. Verwende auch Du immer das für Dein Vorhaben passende Produkt.

Leitungen für die feste Verlegung

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Stegleitung (NYIFY)

Die Kunststoffstegleitung (Impu-Kabel) mit Kupferleitern wird verwendet zur festen Verlegung in oder unter Putz in trockenen Räumen. Nicht zulässig ist sie in Holzhäusern bzw. auf brennbaren Materialien oder Hohlräumen. Fachleute raten zum Teil von ihrer Verwendung ab, da sie ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellt.

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Mantelleitung (NYM-J)

Die Mantelleitung verlegt man fest unter Putz, im Putz oder auf Putz in trockenen, feuchten und nassen Räumen, sowie im Mauerwerk und im Beton (ausgenommen Schüttel-, Rüttel- und Stampfbeton). Im Schutzrohr ist die Mantelleitung auch im Freien zulässig. Im Erdboden darf sie allerdings nicht verlegt werden.

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Koaxial-Antennenleitung

Dieses Kabel kann in Kabelkanälen, in Leerrohren, auf oder unter Putz, in trockenen und feuchten Räumen und sogar im Freien (keine direkte Sonneneinstrahlung) verlegt werden. Im Erdreich darf es nicht benutzt werden.

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Telefonleitung (z. B. 4 x 2 x 0,6)

Telefonleitungen sind vorzugsweise zur festen Verlegung für Fernmeldeinstallation in feuchten und nassen Räumen zugelassen. Für Starkstromanwendungen sind sie nicht zugelassen.

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Erdkabel (z. B. NYY)

Erdkabel sind Strom- und Nachrichtenkabel, die für das Auslegen im Erdreich vorgesehen sind. Dafür wird kein Kabelschutzrohr benötigt. Eine geeignete Abdeckung muss das Kabel aber gegen mechanische Beschädigungen schützen, und man muss zur Kennzeichnung ein Kennbandmitverlegen. Für Spannungen bis 200 kV besteht der Mantel aus schwarzem Kunststoff.

Leitungen für die flexible Verlegung

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Gummischlauchleitung (H05RR-F, H07RN-F)

Gummischlauchleitungen gibt es in leichter und mittelschwerer Ausführung. Die leichten Versionen (Kurzzeichen z. B. H05RR-F) sind für Elektrogeräte (Staubsauger, Küchengeräte, Herde, Lötkolben etc.) in Haushalt und Büro bestimmt. Man kann sie in Möbeln oder Dekorationsverkleidungen auch fest verlegen. In mittelschwerer Ausführung (H07RN-F) darf die Gummischlauchleitung auch im Freien (z. B. Rasenmäher) verwendet werden. Große Maschinen, wie sie gewöhnlich in Gewerbebetrieben benutzt werden, schließt man mit Gummischlauchleitungen dieser Sorte an (Tischkreissägen, Schweißgeräte etc.).

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Kunststoffschlauchleitung (H03VV-F, H05VV-F)

Auch die Kunststoffschlauchleitung (meistens aus PVC) gibt es in mittlerer und leichter Ausführung. Die leichte (Kurzzeichen H03VV-F) wird für Haushaltsgeräte und Büromaschinen verwendet, die mittlere (H05VV-F) ist für Haushaltsgeräte wie Waschmaschine oder Kühlschrank geeignet.

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Zwillingsleitung (isolierte Litz)

Verwendung in trockenen Räumen als Installationsleitung bei gering mechanischer Beanspruchung in Haushalten. Nur für Schwachstrom zugelassen.

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Lautsprecherleitung (LS-FL)

Diese Leitungen sind bestimmt für die Verlegung als Lautsprecherleitung. Auch zur Verlegung in und an Leuchten geeignet. Zum Einbau in PKW’s sind vorzugsweise stärkere Querschnitte (ab 2x4mm²) zu verwenden.

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Illuminationsleitung (H05RNH2-F)

Lichterketten mit speziellen Fassungen.

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Silikonleitung (SIHF-J)

Trockene, feuchte oder nasse Räume, bis 180°C (für Saunaanschlüsse).

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Kunststoffaderleitung (H07V-U, H07V-R, H07V-K)

Kunststoffaderleitungen werden in Schalt- und Verteilungsanlagen sowie in trockenen Räumen in Leerrohren verlegt.

Bei Kabeltrommeln: Kabelrolle abrollen

Bei hoher Belastung werden Kabelaufrollgeräte wie Kabeltrommeln im Kern des aufgerollten Kabels extrem heiß. Deshalb sind Temperaturschalter (Überhitzungsschutz) vorgeschrieben, die bei ca. 65 °C den Strom unterbrechen.

Ohne diesen Überhitzungsschutz kann die Kabelisolation schmelzen und zu Zerstörung oder Brand des Aufrollgerätes führen. Rolle daher die Kabelrolle immer ab, um ein vorzeitiges Abschalten des Stroms zu verhindern.

Kabel abisolieren

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Lege das Stromkabel (NYM oder NYY) so in den aufgeklappten Kabelentmanteler ein, dass das eingebaute Schneidemesser die Ummantelung an der gewünschten Stelle aufschneidet.

kabel abisolieren 01
kabel abisolieren 01
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Klappe die beiden Halbschalen des Werkzeuges zu. Das zugeklappte Abisolierwerkzeug fest umgreifen und 2 bis 3 Mal in beiden Richtungen um die eigene Achse drehen. Dann das Werkzeug zusammen mit der durchtrennten Kabelummantelung abziehen.

kabel abisolieren 02
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Die frei gewordenen einzelnen Adern nun mit der Abisolierzange abisolieren. Zum Abisolieren der Adern sollte immer ein Abisolierwerkzeug genutzt werden – idealerweise eine Automatische Abisolierzange.

kabel abisolieren 03
kabel abisolieren 03

Was sagen IP Schutzarten aus?

schutzarten im aussenbereich

Je nachdem wo Du elektrische Geräte benutzen willst, müssen sie unterschiedlichen Einflüssen standhalten. Im Freien müssen Lampen o.ä. mit Regen und Schmutz umgehen können und in einer Werkstatt gibt es wahrscheinlich viel Staub. Da leuchtet es ja ein, dass nicht jedes Gerät für alle Einsatzorte geeignet ist.

Zum Glück gibt es ja die unterschiedlichen Schutzarten. Mithilfe der IP-Schutzart weißt Du also, wie empfindlich Deine elektrischen Geräte gegen äußere Einflüsse wie bspw. Regen oder Feuchtigkeit sind. Diese Erkenntnis ist insbesondere hilfreich, wenn Du Deine Schalter und Stecker in Feuchträumen oder im Außenbereich anbringen möchtest.

Die Abkürzung IP steht dabei übrigens für International Protection.

Die IP Schutzart besteht immer aus zwei Ziffern, wobei die erste Ziffer den Schutzgrad gegen Berührung und Fremdkörper anzeigt, die zweite Ziffer den Schutz gegen Wasser. Je höher die Ziffern, desto höher der Schutz.

In der nachfolgenden Tabelle sind die wichtigsten Schutzarten für den Außenbereich mit ihren Merkmalen aufgelistet.

Mindestanforderung Schutzart Einsatzort Schutz
Schutzart IP 23 – sprühwassergeschützt Leuchten unter einem Dach oder Überstand Schutz gegen grobe Fremdkörper mit 12,5 mm Durchmesser und Tropfwasser, aus bis zu 15° Neigung
Schutzart IP 44 – fremdkörper- und spritzwassergeschützt Leuchten an einer überdachten Wand Schutz gegen feste Fremdkörper von 1 mm Durchmesser und Spritzwasser aus jeglicher Richtung
Schutzart IP 65 – staubdicht und strahlwassergeschützt Leuchten am Boden unter einem Dach oder Überstand Schutz gegen Staub und Strahlwasser (u.a. Gartenschlauch)
Schutzart IP 67 – staub- und wasserdicht bei zeitweisem Eintauchen Boden- oder Wegeleuchten im Garten Schutz gegen vorübergehendes Untertauchen in Wasser
Schutzart IP 68 – staubdicht und druckwasserdicht Leuchten, die dauerhaft unter Wasser stehen, u.a. Teichleuchten Schutz gegen andauerndes Untertauchen in Wasser

Der FI-Schalter – Was ist das?

FI-Schalter bedeutet Fehlerstrom-Schutzschalter. Er schaltet von selbst den Stromkreis ab, wenn es zu Fehlerströmen kommt. Er ist also unter Umständen sogar eine lebensrettende Absicherung.

Wo ist jetzt aber der Unterschied zwischen einer normalen Haussicherungen und dem FI-Schalter? Die normalen Sicherungen nennt man auch Leitungsschutzschalter. Sie schützen vor Kurzschlüssen, also unterbrechen sie den Stromkreis bei höheren Stromstärken. Diese Leitungsschutzschalter vermeiden z.B. Kabelbrände. Du findest sie im Sicherungskasten.

Der FI-Schalter reagiert dagegen auf Schwankungen in der Stromstärke. Funktioniert ein Gerät einwandfrei dann sind die elektrischen Ströme immer gleich stark. Wenn Du in den Stromkreis eingreifst, dann kommt es zu einer Veränderung der Stromstärke. Darauf reagiert der FI-Schutzschalter und unterbricht sofort den Stromkreis unabhängig von den "normalen" Sicherungen. Das ganze passiert innerhalb einer halben Sekunde.

fi schalter

Das I in FI-Schalter

Fehlerstrom-Schutzschalter wird als FI-Schalter abgekürzt. Das F steht für Fehlerstrom aber wofür steht das I? Das I ist das Formelzeichen für Stromstärke.

Strom im Garten verlegen

Wenn Du Deinen Garten stimmungsvoll beleuchten willst, oder auf der Terrasse und im Garten immer mit Strom versorgt sein willst, dann musst Du auch im Garten Stromleitungen verlegen und am besten Steckdosen setzen.

Wir haben zu diesem Thema einen ausführlichen Ratgeber, der alles erklärt.

Sicherheit von Geräten und Kabeln im Alltag

Ausschließlich professionelle, zugelassene Elektriker dürfen Arbeiten an Sicherungen, Verteilung, Zähler, Erdung und Hauseinlass vornehmen.

Aber auch Du kannst im Alltag zu Deiner Sicherheit und der Deiner Familie beitragen:

  • Achte beim Kauf von Elektrogeräten auf geprüfte Sicherheit, also Geräte und Komponenten mit einem VDE-Prüfzeichen.
  • Den grüngelben Schutzleiter darfst Du unter gar keinen Umständen entfernen oder für andere Funktionen verwenden!
  • Lasse keine Kabel frei herumliegen.
  • Schütze Deine Kinder und bringe Steckdosensicherungen an.
  • Bei jeder Veränderung oder Neuinstallation einer Elektroanlage musst Du die VDE-Vorschriften einhalten.
  • Verwende niemals beschädigte, abgenutzte oder veraltete Geräte, Kabel, Stecker oder Steckdosen etc.

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