Auf dieser Seite erfährst Du alles, was Du wissen musst, wenn Du ein Gefälle richtig berechnen möchtest. Du bekommst einen schnellen Überblick darüber,
Wozu Gefälle berechnen?
Wenn Du ein Gefälle richtig berechnest, stellst Du sicher, dass Wasser dorthin fließt, wo es hingehört, nämlich weg von der Fläche. So verhinderst Du, dass Regen oder Abwasser stehen bleibt, sich Staunässe bildet oder Feuchtigkeit in die Bausubstanz eindringt. Das schützt nicht nur vor Schimmel und Frostschäden, sondern sorgt auch dafür, dass Deine Terrasse, Dein Dach oder Dein Innenbereich langfristig stabil und sicher bleiben.
Neigung berechnen
Gefälle, Steigung, Neigung? Ähnliche Begriffe, doch was bedeutet eigentlich was? Gefälle und Steigung beschreiben beide eine Neigung zwischen zwei Punkten – jedoch aus unterschiedlicher Perspektive:
- Steigung: Die Fläche steigt nach oben an (positiver Höhenunterschied).
- Gefälle: Die Fläche fällt nach unten ab (negativer Höhenunterschied).
Beispiel: Wenn eine Rampe von unten nach oben verläuft, hat sie 5 % Steigung. Betrachtet man dieselbe Rampe von oben nach unten, spricht man von einem 5 % Gefälle.
Gefälle berechnen: So geht's
Du kannst ein Gefälle auf drei unterschiedliche Arten angeben: Entweder in Grad, Prozent oder als Höhenunterschied in cm.
Gefälle berechnen: Formeln
Gefälle in Prozent = (Höhe in cm / Länge in cm ) x 100
Gefälle als Höhenunterschied in cm = (Gefälle in % / 100) x Länge in cm
Gefälle als Winkel in Grad = arctan x (Gefälle in % / 100)
Um das Gefälle in Prozent zu berechnen, brauchst Du zwei Daten: die Länge der Fläche, die das Gefälle hat oder haben soll, und den Höhenunterschied zwischen dem höchsten und niedrigsten Punkt der Fläche. Beide Daten dividierst Du miteinander und anschließend multiplizierst Du das Ergebnis mit 100.
Oft weißt Du aber bereits, wie groß die Fläche und wie stark das Gefälle sein sollen. Was Du nicht kennst, ist der Höhenunterschied, der nötig ist, um das Gefälle zu erreichen. Deshalb ist die nächste Formel wahrscheinlich nützlicher für Deine Projekte.
Du berechnest ein Gefälle in Zentimetern, sobald Du den tatsächlichen Höhenunterschied für die Bauausführung brauchst. Prozentwerte sind gut für die Planung, aber in der Praxis muss klar sein, wie viele Zentimeter eine Fläche, ein Dach, eine Terrasse, eine Dusche oder eine Rohrleitung tatsächlich abfällt. Immer dann, wenn es um Einbauhöhe, Gefälleestrich, Belagaufbau oder Rohrverlauf geht, brauchst Du den cm‑Wert. Hierfür rechnest Du das benötigte Gefälle in % durch 100 und multiplizierst es anschließend mit der Länge in cm. Dadurch bekommst Du den Höhenunterschied in cm.
Vor allem bei Dächern ist die Neigung oft in Grad angegeben. Um den Wert umzurechnen, benötigst Du einen wissenschaftlichen Taschenrechner. Tippe zuerst tan-1 oder arctan in das Gerät ein. Es folgt das Gefälle in Prozent, das Du durch 100 dividierst. Das Ganze sieht dann so aus: Winkel in Grad = arctan (Gefälle in % / 100) oder tan-1 (Gefälle in % / 100). Den Winkel rechnest Du ebenso unkompliziert wieder zurück in Prozent. Dieses Mal suchst Du aber nach dem tan-Knopf auf dem Taschenrechner. Zwischen die Klammern tippst Du den Neigungswinkel in Grad ein und dann multiplizierst Du das Ganze mit 100. Hier siehst Du die Formel noch einmal in kurz:
Gefälle in Prozent = tan (Winkel in Grad) x 100
| Gefälle in Prozent | Neigungswinkel in Grad |
|---|---|
| 0 % | 0 ° |
| 0,5 % | 0,29 ° |
| 1 % | 0,57 ° |
| 1,5 % | 0,86 ° |
| 2 % | 1,15 ° |
| 2,5 % | 1,43° |
| 3 % | 1,72 ° |
Um ein Gefälle zu berechnen, brauchst Du etwas zum Messen und etwas zum Rechnen. Dafür kommen verschiedene Werkzeuge und Geräte infrage. Einige Dinge rechnest Du auch im Kopf noch ohne Probleme aus, für andere ist ein wissenschaftlicher Taschenrechner quasi ein Muss. Der ist übrigens bei vielen Smartphones schon standardmäßig dabei. Zum Messen eignen sich Zollstöcke und Maßbänder. Noch genauer wird's mit einem Lasermessgerät.
Zum Gefälle berechnen kannst Du auch eine Schlauchwaage verwenden. Damit lässt sich der Höhenunterschied von zwei Punkten auf gleicher horizontalen Ebene ermitteln. Im Bauwesen wird die Schlauchwaage auch heute noch genutzt.
Und so funktioniert's: Die Schlauchwaage besteht aus einem Schlauch sowie zwei Gefäßen mit Maßeinteilungen. Die Gefäße sind oben und unten offen. An den Bodenöffnungen werden die Enden des Schlauchs befestigt. Jetzt wird der Schlauch über eines der Gefäße mit Wasser gefüllt. Da die Oberfläche von Wasser immer das gleiche Niveau hat, kann über die Gefäße der Höhenunterschied abgelesen werden.

Gefälle berechnen: Normen & Richtwerte
Diverse Projekte brauchen ein bisschen Neigung, damit überschüssiges Wasser abfließen kann. Wenn das nicht passiert, sind Schäden vorprogrammiert. Der Trick an der Sache ist, dass die Gefälle so gering gehalten werden, dass Du sie nicht bemerkst. Damit das alles auch funktioniert, musst Du aber wissen, wie sich Gefälle berechnen lassen und wie viel Gefälle Du jeweils benötigst. Hier findest Du die gängigsten Richtwerte und Normen, wenn Du ein Gefälle berechnen möchtest:
| Einsatzbereich | Typisches Gefälle | Zweck |
|---|---|---|
| Dusche | 1–2 % | Sorgt für sicheren Ablauf zum Bodenablauf, verhindert Wasserstau im Duschbereich. |
| Abwasserleitungen im Haus | 1–3 % | Ausreichenedes Strömungsgefälle für Selbstreinigung der Leitungen. |
| Erdverlegte Leitungen | 1–2 % | Sicherer Transport zum Kanal, Vermeidung von Ablagerungen. |
| Flachdach | mind. 2 % | Wasserabfluss zu Gullys oder Rinnen, vermeidet stehendes Wasser. |
| Terrasse | 2 % | Ableitung von Niederschlagswasser vom Gebäude weg. |
| Dachrinne | 0,5–1 % | Ausreichender Abfluss zur Fallrohrseite. |
| Wege & Straßen | 2–3 % | Oberflächenentwässerung, Sicherheit vor Pfützenbildung. |
| Balkon | mind. 1,5 % | Ableitung von Niederschlagswasser vom Gebäude weg. |
Auch wenn der Name es vermuten lässt: Ein Flachdach ist nie wirklich flach. Damit Regenwasser zuverlässig ablaufen kann und keine Pfützen oder Feuchteschäden entstehen, verlangt die DIN 18531 eine Mindestneigung. Die Berechnung ist einfach und wird entweder in Prozent oder Grad angegeben. Die Mindestneigung beim Flachdach beträgt 2 %, d. h. pro Meter Länge muss das Dach um 2 cm abfallen.
Beispiel: Dein Flachdach ist 6 Meter lang und soll ein Gefälle von 2 % haben. Nun möchtest Du den dafür benötigten Höhenunterschied wissen: (2 x 600) / 100 = 12 cm. In diesem Beispiel muss Dein Dach also insgesamt um 12 cm abfallen. Das entspricht einem Winkel von 1,15 °.
Auch bei einer Terrasse gilt: Ganz eben darf sie nie sein. Damit Regenwasser zuverlässig vom Haus weg ablaufen kann und keine Feuchtigkeitsschäden entstehen, empfiehlt die DIN 18531 für Terrassen ein Gefälle von1–3 %. Besonders häufig wird 2 % verwendet, da dieser Wert für die meisten Beläge (Fliesen, Betonplatten, Holz) gut funktioniert.
Beispiel: Stell Dir vor, Deine Terrasse ist5 Meter lang und soll ein Gefälle von 2 % haben. Jetzt möchtest Du wissen, welcher Höhenunterschied dafür nötig ist: (2 x 500) / 100 = 10 cm. Deine Terrasse muss also über 5 Meter insgesamt um 10 cm abfallen.
Um trockene Theorie in eine ansehnliche und lange haltende Terrasse zu verwandeln, nutzt Du am besten die Faden-und-Pfahl-Methode. Dafür steckst Du erst einmal die zukünftige Terrassenfläche ab. Anstatt der Pfähle eignen sich auch Schnurnägel zum Abstecken. Spanne die Fäden zwischen die Pfähle und knote sie fest. An der Hausseite liegt der Faden auf der geplanten Höhe Deines Terrassenbodens. Markiere die Stellen auch mit einem Bleistift oder einem anderen geeigneten Marker, falls die Fäden verrutschen. Das andere Ende des Fadens bindest Du an der der Hauswand gegenüberliegenden Seite auf der von Dir errechneten Höhe fest. Sie liegt also tiefer als der Knoten an der Hauswand. Richte Dich beim Terrassenbau nach den Fäden und es entsteht ein Boden mit optimaler Neigung bzw. optimalem Gefälle.


Häufige Fehler beim Gefälle berechnen
Du willst perfekt vorbereitet sein? Nichts soll schief gehen? Dann schau Dir unsere Tipps an, welche Fehler beim Gefälle berechnen häufig gemacht werden.
| Häufige Fehler | Was passiert? | Wie vermeidest Du es? |
|---|---|---|
| Gefälle nicht berechnet | Wasser staut sich, Pfützen bilden sich, Schäden an Balkon, Dach, Terrasse etc. | Immer Mindestgefälle prüfen und einplanen |
| Zu geringes Gefälle | Wasser fließt nicht ab, Gefährdung der Abdichtung, Frostschäden | Werte immer nach Norm wählen und Höhen exakt messen |
| Zu großes Gefälle | Wasser läuft zu schnell ab, Feststoffe bleiben in Dachrinne liegen, schlechte Begehbarkeit | Niemals „auf Verdacht" erhöhen – immer die empfohlenen Werte einhalten |
| Ungenaue Messung der Höhe | Schon wenige Zentimeter verändern das Gefälle stark | Präzise messen (Laser, Wasserwaage etc.) |
| Rechenfehler bei Prozent oder cm | Gefälle stimmt am Ende nicht, Niveauprobleme, falscher Wasserlauf | Taschenrechner, Handy-App oder Online-Gefällerechner nutzen |
| Unebener Untergrund wird ignoriert | Gefälle stimmt später nicht, Wasser läuft unkontrolliert | Untergrund zuerst ausgleichen, dann Gefälle einbauen |
| Falsche Richtung des Gefälles | Wasser fließt zum Haus statt vom Haus weg | Immer vom Gebäude weg planen und Verlauf des Gefälles festlegen |
| Gefälle bei Terrassendielen quer zur Richtung geplant | Wasser läuft über die Dielen statt entlang, höhere Rutschgefahr | Gefälle paralell zur Dielenlänge ausrichten |
Gefälle berechnen: häufige Fragen
Ein Gefälle von 10 Grad entspricht einem Höhenunterschied von etwa17,6 cm pro Meter. Je größer der Winkel, desto stärker steigt der Höhenunterschied.
Die Steigung berechnest Du, indem Du Höhenunterschied / Länge × 100 rechnest, das Ergebnis ist die Steigung in Prozent.
Für WPC‑Terrassen wird ein Gefälle von1–2 % empfohlen, damit Regenwasser zuverlässig ablaufen kann.
Ja, auch eine überdachte Terrasse sollte ein Gefälle von etwa 1–2 % haben, da Wind Regen unter das Dach drücken kann.
Eine Steigung von 2 % bedeutet, dass die Fläche pro 1 Meter Länge um 2 cm ansteigt.
Du teilst den Höhenunterschied durch die Dachlänge und multiplizierst das Ergebnis mit 100, so erhältst Du das Dachgefälle in Prozent.






