Welcher Anhänger zu Deiner Ladung passt und ob Fahrzeug und Führerschein dafür ausreichen, solltest Du vor dem Transport klären. Für den sicheren Transport sind die richtige Anhängerwahl, zulässige Gewichte und eine fachgerechte Ladungssicherung entscheidend.
Das solltest Du wissen:
- Die Wahl des Anhängers richtet sich nach Transportgut, Gewicht und Einsatzzweck.
- Mit Führerschein Klasse B gelten Grenzen für Anhänger- und Gesamtgewicht der Fahrzeugkombination.
- Für Tempo 100 km/h müssen Fahrzeug und Anhänger bestimmte technische Voraussetzungen erfüllen.
- Ungesicherte oder falsch verteilte Ladung kann verrutschen und andere Verkehrsteilnehmer gefährden.
- Zurrgurte, Netze oder Planen müssen zur Ladung passen und unbeschädigt sein.
Welcher Anhänger passt zu Deinem Projekt?
Ob Grünschnitt, Baumaterial, Motorrad oder Auto: Für nahezu jedes Transportprojekt gibt es den passenden Anhänger. Entscheidend sind Ladegut, Gewicht und die gewünschte Funktion. Die folgende Übersicht hilft Dir bei der Auswahl.
| Anhängertyp | Geeignet für |
|---|---|
| Universaltransporter | Baumaterial, Gartenabfälle, Möbel und viele weitere Transporte |
| Rückwärtskipper | Schüttgut wie Erde, Kies oder Sand einfach entladen |
| Dreiseitenkipper | Flexibles Be- und Entladen nach hinten und zu den Seiten |
| Kofferanhänger | Wettergeschützter Transport von Werkzeugen, Maschine oder Waren |
| Motorradanhänger | Sicherer Transport von Motorrädern |
| Autotransporter | Fahrzeuge verladen und transportieren |
Einachser sind die richtige Wahl für viele private Transporte rund um Haus und Garten. Tandemachser bieten mehr Fahrstabilität und eignen sich besonders für schwere Lasten oder häufige Transporte.
Welche Anhängergröße infrage kommt, hängt von der zulässigen Anhängelast Deines Fahrzeugs ab. Diese findest Du in den Fahrzeugpapieren. Darüber hinaus spielen die Führerscheinklasse und das zulässige Gesamtgewicht der Fahrzeugkombination eine Rolle.
Tipp: Prüfe vor dem Kauf immer Anhängelast und Stützlast Deines Fahrzeugs. So stellst Du sicher, dass Auto und Anhänger optimal zusammenpassen.
Bei ungebremsten Anhängern übernimmt das Zugfahrzeug die gesamte Bremsleistung. Sie sind bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 750 kg erhältlich und können unter bestimmten Voraussetzungen auch für 100 km/h zugelassen werden.
Gebremste Anhänger verfügen über eine eigene Bremsanlage und sind bei einem zulässigen Gesamtgewicht über 750 kg vorgeschrieben. Sie sorgen für kürzere Bremswege und mehr Fahrstabilität. Für eine Tempo-100-Zulassung sind Radstoßdämpfer erforderlich.
Anhänger anmelden und zulassen
Bevor Du Deinen Anhänger anmelden kannst, solltest Du prüfen, ob Dein Fahrzeug über eine passende Anhängerkupplung verfügt und Du die erforderliche Führerscheinklasse besitzt. Welche Anhänger Du ziehen darfst, hängt vom zulässigen Gesamtgewicht des Anhängers und der Fahrzeugkombination ab.
Für die Anmeldung eines Anhängers benötigst Du in der Regel:
- Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief)
- eVB-Nummer Deiner Versicherung
- Personalausweis oder Reisepass
- Datenbestätigung oder COC-Papiere
Die Kosten für die Anhängerzulassung setzen sich aus den Gebühren der Zulassungsstelle, den Kosten für das Kennzeichen sowie der Anhängerversicherung zusammen. Insgesamt solltest Du je nach Zulassungsbezirk mit etwa 30 bis 80 Euro für Anmeldung und Kennzeichen rechnen. Die tatsächlichen Kosten können regional variieren.
Gut zu wissen: Die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) muss beim Betrieb des Anhängers immer mitgeführt werden.
Gut zu wissen
Die Zulassungsstelle kann trotz Herstellerbescheinigung ein TÜV-Gutachten verlangen. Bei Zulassungen für Tempo 100 km/h händigt die Zulassungsstelle eine 100-km/h-Plakette aus, die hinten am Anhänger angebracht werden muss.
Anhänger mit 100 km/h zulassen
Grundsätzlich gilt für Anhänger eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Unter bestimmten Voraussetzungen darfst Du auf deutschen Autobahnen und Kraftfahrstraßen jedoch 100 km/h fahren.
Für die Tempo-100-Zulassung müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:
- Das Zugfahrzeug verfügt über ein ABS-System.
- Das zulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs beträgt maximal 3,5 t.
- Der Anhänger ist für 100 km/h geeignet.
- Die Reifen des Anhängers sind für mindestens 120 km/h zugelassen und dürfen nicht älter als sechs Jahre sein.
- Die zulässige Anhängelast und das zulässige Gesamtgewicht der Fahrzeugkombination dürfen nicht überschritten werden.
Außerdem müssen bestimmte Masseverhältnisse zwischen Anhänger und Zugfahrzeug eingehalten werden. Die zulässige Gesamtmasse des Anhängers richtet sich dabei nach dem Leergewicht des Zugfahrzeugs. Je nach Ausstattung des Anhängers gelten unterschiedliche Faktoren:
- 0,3 für ungebremste Anhänger und gebremste Anhänger ohne Stoßdämpfer
- 1,1 für gebremste Anhänger mit Stoßdämpfern
- 1,2 für gebremste Anhänger mit Stoßdämpfern und Antischlingerkupplung
Beispiel: Wiegt das Zugfahrzeug leer 1.500 kg, darf ein gebremster Anhänger mit Stoßdämpfern für die Tempo-100-Zulassung maximal 1.650 kg zulässige Gesamtmasse haben (1.500 kg × 1,1).
Wird der zulässige Wert überschritten, ist eine Tempo-100-Zulassung nicht möglich. Zusätzlich darf die in den Fahrzeugpapieren angegebene maximale Anhängelast des Zugfahrzeugs nicht überschritten werden.
Gut zu wissen: Gebremste Anhänger benötigen für die Tempo-100-Zulassung in der Regel Radstoßdämpfer.
Ladung richtig sichern
Eine unzureichend gesicherte Ladung kann schnell zur Gefahr werden. Beim Bremsen, Ausweichen oder in Kurven wirken hohe Kräfte auf das Transportgut. Sichere Deine Ladung deshalb vor jeder Fahrt und kontrolliere regelmäßig, ob alle Sicherungsmittel fest sitzen.
Achtung: Die zulässige Belastung von Zurrpunkten und Sicherungssystemen kann je nach Anhängermodell unterschiedlich ausfallen. Beachte die Angaben des Herstellers und die Bedienungsanleitung Deines Anhängers

Für ein sicheres Fahrverhalten sollte die Ladung möglichst gleichmäßig und mit niedrigem Schwerpunkt auf der Ladefläche verteilt werden. Schwere Gegenstände gehören nach unten und möglichst nah an die Achse des Anhängers. Achte außerdem darauf, die zulässige Nutzlast des Anhängers sowie die Anhängelast Deines Fahrzeugs nicht zu überschreiten.
Tipp: Beim Be- und Entladen sollte der Anhänger immer mit dem Zugfahrzeug verbunden sein. So verhinderst Du, dass der Anhänger kippt oder aufschlägt.
Zurrgurte gehören zu den wichtigsten Hilfsmitteln der Ladungssicherung. Sie verhindern, dass die Ladung beim Bremsen, Beschleunigen oder in Kurven verrutscht. Verwende ausschließlich unbeschädigte Zurrgurte und kontrolliere diese regelmäßig auf Verschleiß.
Es gibt einteilige und zweiteilige Zurrgurte. Während einteilige Gurte vor allem zum Umreifen von Ladung eingesetzt werden, eignen sich zweiteilige Zurrgurte mit Ratsche besonders zur sicheren Befestigung auf dem Anhänger.
Sicherheit geht vor: Verwende möglichst gleichartige Zurrmittel und prüfe diese vor jedem Einsatz auf Beschädigungen.
Gut zu wissen: Die Kennzeichnung auf dem Etikett enthält wichtige Angaben zur Belastbarkeit des Zurrgurts. Dazu gehören unter anderem LC (Lashing Capacity), SHF (Standard Hand Force) und STF (Standard Tension Force).

Je nach Ladung und Anhängermodell kommen unterschiedliche Sicherungsmethoden zum Einsatz. Besonders bewährt haben sich das Niederzurren und das Direkt- beziehungsweise Diagonalzurren.
- Niederzurren: Die Ladung wird mit Zurrgurten auf die Ladefläche gedrückt. Dadurch wird sie gegen Verrutschen gesichert.
- Direkt- oder Diagonalzurren: Die Ladung wird direkt mit den Zurrpunkten des Anhängers verbunden. Diese Methode eignet sich besonders für schwere oder bewegungsgefährdete Güter.
Nicht jede Ladung lässt sich allein mit Zurrgurten sichern. Für lose oder leichte Transportgüter wie Grünschnitt, Äste, Laub, Erde oder Schüttgut bieten Anhängernetze und Planen zusätzlichen Schutz. Sie verhindern, dass Ladung während der Fahrt verrutscht oder verloren geht.
- Anhängernetz: Ein Anhängernetz wird über die Bordwände gespannt und eignet sich besonders zur Sicherung leichter Gartenabfälle, Äste oder Schnittgut.
- Flachplane: Die Flachplane wird über die Ladefläche gespannt und schützt lose Materialien wie Sand, Erde oder Laub vor dem Herausfallen. Gleichzeitig schützt sie die Ladung vor Regen und Verschmutzung.
- Hochplane: Mit einer Hochplane lässt sich auch höhere Ladung sicher transportieren. Sie wird auf einem passenden Spriegelgestell befestigt und schützt das Transportgut zuverlässig vor Witterungseinflüssen.
Tipp: Kontrolliere vor Fahrtbeginn, ob Netz oder Plane richtig befestigt sind und die Ladung vollständig abdecken. Nur so bleibt alles sicher an Ort und Stelle.

Ragt die Ladung über den Anhänger hinaus, muss sie entsprechend den gesetzlichen Vorgaben gekennzeichnet werden. So werden andere Verkehrsteilnehmer rechtzeitig auf die überstehende Ladung aufmerksam gemacht und Du vermeidest Bußgelder.
Bei Fahrten am Tag erfolgt die Kennzeichnung in der Regel mit einer gut sichtbaren roten Fahne oder einem roten Schild. Bei Dunkelheit oder schlechter Sicht sind zusätzlich geeignete Leuchten und Rückstrahler erforderlich.
Tipp: Kontrolliere vor Fahrtantritt, ob die Ladung ausreichend gesichert und die Kennzeichnung für andere Verkehrsteilnehmer gut sichtbar ist.
Prüfe vor jeder Fahrt:
- Ladung gleichmäßig verteilt
- Nutzlast und Anhängelast eingehalten
- Ladung ausreichend gesichert
- Zurrgurte unbeschädigt und gespannt
- Netz oder Plane korrekt befestigt
- Überstehende Ladung gekennzeichnet
- Ladung und Sicherungsmittel vor Fahrtantritt kontrolliert
Anhänger anmelden und Ladung sichern: häufige Fragen
Ja. Für die Zulassung benötigst Du die Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugbrief). Den Fahrzeugschein erhältst Du erst nach erfolgreicher Anmeldung bei der Zulassungsstelle.
Ja, einen Anhänger kannst Du auch ohne Führerschein auf Deinen Namen zulassen. Um ihn im Straßenverkehr zu ziehen, brauchst Du allerdings die passende Führerscheinklasse.
Ist für den Anhänger eine Hauptuntersuchung vorgeschrieben, muss diese bei der Anmeldung gültig sein. Ohne gültigen TÜV ist die Zulassung in der Regel nicht möglich.
Die Ladung muss so gesichert sein, dass sie selbst bei einer Vollbremsung oder einem Ausweichmanöver nicht verrutscht, umkippt oder herabfällt. Grundlage dafür sind die Vorgaben der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO).
Verteile die Ladung möglichst gleichmäßig auf der Ladefläche und sichere sie mit geeigneten Zurrgurten, Netzen oder Planen. Vor jeder Fahrt solltest Du kontrollieren, ob alle Sicherungsmittel fest sitzen.
Anhänger, die auf öffentlichen Straßen genutzt werden, müssen grundsätzlich zugelassen sein. Ausnahmen gelten nur für bestimmte Spezialanhänger oder Anhänger, die ausschließlich auf Privatgelände eingesetzt werden.
Zu den häufigsten Methoden gehören das Niederzurren, das Direkt- oder Diagonalzurren sowie die formschlüssige Sicherung, bei der die Ladung durch eine lückenlose Beladung gegen Verrutschen gesichert wird.
Die erforderliche Sicherungskraft hängt von Gewicht, Form und Beschaffenheit der Ladung ab. Deshalb wird sie immer individuell für die jeweilige Ladung und das verwendete Sicherungsmittel bestimmt.















