Sprossen selber ziehen ist einfacher, als Du denkst – und lohnt sich. Wir zeigen Dir, was Sprossen sind, welche Sorten sich eignen und wie Du sie mit Sprossenglas, Bowl oder Küchenpapier erfolgreich ziehst. Mit wenigen Zutaten und etwas Hygiene erntest Du schon nach wenigen Tagen frische Keimlinge voller Nährstoffe. Du erfährst, worauf es beim Einweichen, Spülen und Keimen ankommt, wie Du Schimmel vermeidest und Deine Sprossen richtig lagerst. Außerdem klären wir, welche Sorten Du roh essen kannst, wann Blanchieren sinnvoll ist, wo der Unterschied zu Microgreens liegt und wie Du diese mit Erde oder Substrate ziehen kannst. In den häufigen Fragen findest Du schnelle Antworten für die Dein Projekt Sprossen ziehen.
Was sind Sprossen?
Sprossen sind junge Saatgut-Austriebe. Man nennt sie auch Keimlinge oder Sämlinge. Sprossen aus Gemüse- oder Getreidesamen wie Radieschen, Mungobohnen, Kresse, Alfalfa oder auch Brokkolisprossen bringen Dir vor allem im trüben Winter die Extraportion Nährstoffe. Nie mehr im Verlauf eines Pflanzenlebens ist die Konzentration an Mineralien, Vitaminen oder Ballaststoffen höher als im Keimling.
Sprossen kannst Du in Gläsern, in Keimgeräten aus Ton oder auf einem Küchenpapier anziehen. Jede Sprosse ist anders: Die genauen Anzucht-Bedingungen findest Du deshalb auf dem Sprossen-Tütchen.
Sprossen eignen sich zum Würzen von Salat, auf der Quarkstulle, in Suppen, Eintöpfen oder einfach als ein kleiner Snack zwischendurch. Du siehst also, Sprossen selber ziehen kann sich lohnen!
Sprossen oder Keimlinge – was ist der Unterschied?
- Sprossen wachsen ohne Erde und meist ohne Licht. Sie werden sehr jung geerntet – inklusive Wurzel (z. B. Alfalfa, Mungbohnen).
- Keimlinge wachsen mit Licht, bilden Blätter, brauchen meist Erde (z. B. Kresse, Erbsen) und werden oberirdisch geerntet.
Dieser Ratgeber zeigt Dir, wie Du klassische Sprossen ziehst.

Sprossen ziehen: geeignete Sorten
Sprossen ziehen ist sehr leicht. Doch welche Sorten eignen sich dafür? Statt sie im Supermarkt zu kaufen, kannst Du folgende Sorten auch einfach selbst ziehen:
- Radieschen
- Brokkoli
- Linsen
- Zwiebeln
- Kichererbsen
- Rettich
- Senf
- Gerste
- Weizen
Ungeeignete Sorten sind hingegen Tomate, Kartoffel, Chili, Paprika und Aubergine. Generell sind Nachtschattengewächse eher weniger geeignet, wenn Du Sprossen selber ziehen möchtest.
Nutze ausschließlich Keimsaat oder Biosaatgut, das ausdrücklich für den Verzehr als Sprossen geeignet ist. Normales Gartensaatgut kann:
- chemisch behandelt sein
- Keimhemmstoffe enthalten
- gesundheitlich bedenklich sein
Sprossen selber ziehen: Wie kann man Sprossen ziehen?
Sprossen ziehen ist wirklich einfach – schon nach wenigen Tagen kannst Du eine dicke Ernte einfahren.
Wichtig: Sprossen brauchen unterschiedliche Anzucht-Bedingungen. Beachte deshalb die Packungsanleitung Deiner ausgewählten Sprosse.
Was Du zum Sprossen ziehen brauchst:
- Ein Sprossenglas
- Samen
- und Wasser.
Samen abmessen
Wenn Du Sprossen selber ziehen möchtest, nimm zuerst einen Esslöffel der gewünschten Samen. Das erscheint Dir vielleicht wenig, aber Sprossen können bis zu 15 Mal mehr Volumen haben als der Samen. Deshalb ist es wichtig, nur wenige Samen zu nutzen, damit während des Wachstums genug Platz im Sprossenglas bleibt.
Samen abspülen und einweichen
Spüle die Samen in einem Sieb gründlich mit Wasser ab. Nutze dafür kaltes Wasser. Weiche jetzt die Samen mehrere Stunden in Deinem Sprossenglas ein. Die genaue Einweichzeit hängt von Deinen Samen ab und steht auf der Verpackung.
Samen erneut durchspülen
Lass' nach Ende der Einweichzeit das Wasser aus dem Sprossenglas ab und spüle die Samen nochmal ordentlich durch. Achte darauf, dass sich die Samen gleichmäßig im Sprossenglas verteilen.
Samen keimen lassen
Stell' das Sprossenglas an einen hellen Ort ohne direktes Sonnenlicht. Die ideale Temperatur zum Keimen liegt bei 18–22 °C. Spüle die Samen täglich mit frischem, lauwarmem Wasser durch – je nach Samen bis zu drei Mal täglich. So vermeidest Du Schimmelbildung. Achte darauf, dass kein Wasser im Sprossenglas stehen bleibt.
Sprossen ernten
Je nach Sorte sind Deine Sprossen nach etwa 4-6 Tagen fertig. Faustregel: Deine Sprossen sind bereit, wenn der Keimling ungefähr die 2- bis 3-fache Länge des Samens hat. Spüle die Sprossen vor Verzehr unbedingt nochmal mit frischem Wasser ab.
Die Übersicht zeigt Dir, wie lange Deine gewählten Samen ungefähr einweichen müssen, wie lange die Keimzeit ist und wie oft, Du die Samen abspülen solltest. Beachte stets die Angaben auf der Verpackung.
| Saatgut | Einweichen | Keimdauer | Spülen |
|---|---|---|---|
| Alfalfa | 6–8 Std. | 5–7 Tage | 2× täglich |
| Mungbohnen | 8–12 Std | 3–5 Tage | 2× täglich |
| Radieschen | 4–6 Std. | 4–6 Tage | 2× täglich |
| Linsen | 8–12 Std. | 3–4 Tage | 2× täglich |
Sprossen ziehen in der Sprossenbowl
Wenn Du kein Sprossenglas nutzen willst, kannst Du beim Sprossen Ziehen auch auf eine sogenannte Sprossenbowl setzen. Bei der Sprossenbowl wachsen die Keimlinge direkt auf einem feinmaschigen Edelstahlsieb. Das Sieb liegt über dem Wasserspiegel der Bowl. So bleiben die Sprossen schön luftig – Stichwort Luftzirkulation –, während die Wurzeln unten ordentlich Platz haben.

Und so ziehst Du Sprossen in der Sprossenbowl:
- Gib etwa einen Esslöffel Sprossensamen auf das Sieb der Sprossenbowl und spüle die Samen ab.
- Weiche die Samen mehrere Stunden ein. Du kannst einfach die Bowl als Gefäß nutzen.
- Spüle die Samen anfangs einmalig, tausche danach einmal täglich das Wasser aus.
- Nach 4–7 Tagen sind Deine Sprossen bereit zum Essen.
Edelstahlsieb ist rostfrei
Eventuelle farbliche Veränderungen des Edelstahlsiebs sind übirgens kein Rost, sondern kommen von den ätherischen Ölen einiger Sprossenarten, wie Bockshornklee.
Sprossen selber ziehen: Tipps
Mit den richtigen Tipps, kannst Du kinderleicht Sprossen ziehen. Worauf es dabei sonst noch ankommt, erfährst Du in der Übersicht. Folgendes solltest Du unbedingt beachten:
Hygiene ist Pflicht beim Sprossen ziehen.
Da Sprossen häufig roh gegessen werden, ist sorgfältige Hygiene besonders wichtig.
Spüle Deine Samen mindestens 2‑mal täglich gründlich mit frischem Trinkwasser. Alle Gefäße (Keimglas, Sieb, Schale) vor dem Start heiß auswaschen. Stehendes Wasser vermeiden – Nässe fördert Schimmel.
Sprossen selber ziehen: Sprossen lagern
Im besten Fall isst Du Deine Sprossen direkt nach der Ernte. Denk dran die Sprossen vor dem Verzehr immer gründlich zu waschen. Bei manchen Keimlingen macht auch ein kurzes Blanchieren Sinn. Dazu später mehr.
In einer luftdichten Schüssel verpackt, kannst Du die meisten Sprossen im Kühlschrank etwa zwei Tage lang lagern. Besser ist es aber ohnehin, immer wieder kleinere Mengen zum Keimen zu bringen, dafür aber alle paar Tage eine Keimung zu starten.
Sprossen gehören zu den leicht verderblichen Lebensmitteln. Sollten Deine Keimlinge modrig riechen oder schimmeln, musst Du sie entsorgen.
Ausnahme sind übrigens Sprossen, die Du mit Wurzeln auf Küchenpapier züchtest, wie beispielsweise Rettich oder Kresse. Kresse und Rettich kannst Du auf der Fensterbank weiterwachsen lassen und immer nur die benötigte Menge mit einer Schere kurz über den Wurzeln abschneiden.

Sprossen ziehen: roh oder blanchiert?
Viele zarte Sprossen und Sprossen mit Grün- und Wurzelanteil sind roh genießbar. Es reicht, wenn Du z. B. Alfalfa-, Kresse- oder Rote Bete Sprossen gründlich unter fließendem Wasser abspülst. Diese Sprossensorten eignen sich besonders gut als Brotbelag, auf Salaten oder Suppen oder als Zugabe zu pflanzlichem Quark.
Sprossen aus Hülsenfrüchten, beispielsweise Mungobohnensprossen, solltest Du vor dem Verzehr kurz blanchieren. Diese Sprossen enthalten noch eine gewisse Menge Phytinsäure, die sowohl die Verdauung als auch die Nährstoffaufnahme negativ beeinflussen kann. Zum Blanchieren die Keimlinge in ein feines Sieb geben, mit kochendem Wasser überbrühen und anschließend kurz mit kaltem Wasser abspülen.
Sprossen aus Hülsenfrüchten sind sehr gut geeignet für bunte Gemüse-Bowls, als Brotbelag oder eiweißreiche Wrapfüllung, als Zugabe in Suppen oder auch als vitamin- und nährstoffreiche Aufwertung eines Salates.
Ob roh oder blanchiert, hier noch mal im Überblick. Bei Unsicherheit gilt: kurz blanchieren.
| Roh genießbar |
|
|---|---|
| Vor dem Verzehr blanchieren |
|
Wichtiger Hinweis zur Lebensmittelsicherheit
Sprossen gehören zu den leicht verderblichen Lebensmitteln. Bestimmte Personengruppen sollten Sprossen nur blanchiert oder gar nicht roh verzehren:
- Schwangere
- Säuglinge & Kleinkinder
- Ältere Menschen
- Personen mit geschwächtem Immunsystem
Für diese Gruppen gilt: Sprossen immer vor dem Verzehr erhitzen.
Sprossen selber ziehen: Sprossen vs. Microgreens
Sprossen und Microgreens werden oft verwechselt, unterscheiden sich aber deutlich in Anbau, Wachstumsphase und Erntezeit. Während Sprossen bereits nach wenigen Tagen verzehrfertig sind, entwickeln Microgreens erste Blätter und überzeugen mit intensiverem Geschmack und größerer Vielfalt. Wir erklären Dir den Unterschied zwischen Sprossen und Microgreens:
| Sprossen ziehen | Microgreens ziehen | |
|---|---|---|
| Anbaumethode |
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| Ernte |
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| Nährstoffe & Geschmack |
|
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| Beispiel Brokkoli | Brokkolisprossen ziehen: Ernte nach ca. 3–5 Tagen, noch bevor sich die ersten Laubblätter bilden. | Mikrobrokkoli (Microgreens) ziehen: Ernte nach ca. 7–14 Tagen, sobald sich die ersten Laubblätter entwickelt haben. |
Was ist besser? Sprossen oder Microgreens?
Studien zeigen, dass Microgreens deutlich mehr Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien enthalten als ihre Sprossen-Variante. Besonders bei Brokkoli wurden erhöhte Sulforaphan‑Werte gemessen. Die tatsächlichen Mengen hängen jedoch stark von Sorte, Wachstumsbedingungen und Erntezeitpunkt ab.
Fazit: Sprossen sind die schnellste und einfachste Variante für frisches Grün, während Microgreens etwas mehr Zeit und Pflege brauchen, dafür aber aromatischer sind und ein breiteres Nährstoffspektrum bieten.
Microgreens ziehen: mit Erde oder Substrat
Microgreens sind keine Sprossen. Sie wachsen nicht einfach im Wasser, sondern brauchen einen Untergrund. Und genau hier entscheidest Du, wie Dein Projekt läuft: klassische Anzuchterde oder erdlose Substrate wie Kokos, Hanf oder Vlies.
Beides funktioniert. Die Frage ist nicht was richtig ist, sondern was zu Dir passt.
So gehst Du vor:
- Flache Schale mit etwa 2–4 cm Anzuchterde oder dem gewählten Substrat füllen
- Erde oder Substrat leicht andrücken und anfeuchten
- Samen dicht aussäen und sanft andrücken
- Regelmäßig mit Wasser besprühen – feucht, nicht nass
Gut zu wissen:
In der kurzen Wachstumsphase brauchen Microgreens keinen Dünger. Sie leben zunächst von den Reserven im Samen. Einfach Wasser, Licht – und wachsen lassen.
| Microgreens mit Erde ziehen | Microgreens mit Substrate ziehen |
|---|---|
Vorteile:
Das solltest Du bedenken:
| Vorteile:
Das solltest Du bedenken:
|
| Erde ist der Klassiker. Gerade für den Einstieg ist sie oft die beste Wahl. Greif zu Bio‑Anzuchterde. Sie ist fein gesiebt, frei von Schadstoffen und gibt Deinen Microgreens einen sauberen Start. | Du willst es besonders ordentlich? Dann sind Substrate eine gute Alternative. Hier wurzeln die Pflanzen in Kokosfasern, Hanfmatten, Vlies oder speziellen Grow‑Pads. |
Es gibt kein Entweder‑oder. Beide Wege führen zu frischem Grün.
Kurz gesagt:
- Erde: natürlich, aromatisch, ideal für den Start
- Substrat: sauber, praktisch, perfekt für kleine Küchen
Ob Erde oder Substrat – Microgreens sind schnell, unkompliziert und lohnen sich. Nach 7 bis 21 Tagen wird geerntet. Was zählt:
- heller Standort
- gleichmäßige Feuchtigkeit
- und Dein Wille, es anzupacken
Sprossen selber ziehen: häufige Fragen
Sprossen können auch ohne Keimglas problemlos gezogen werden – etwa in einem einfachen Schraubglas mit Abdeckung, auf einem Sieb oder auf feuchtem Küchenpapier. Entscheidend ist, dass überschüssiges Wasser gut ablaufen kann und die Samen regelmäßig gespült werden.
Selbst gezogene Sprossen gelten als besonders gesund, da sich beim Keimen der Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und Enzymen erhöht. Entscheidend ist jedoch eine sorgfältige Hygiene beim Anbau, um Keime zu vermeiden.
Sprossen sollten nicht mehr verzehrt werden, wenn sie unangenehm riechen (z. B. muffig, sauer oder faulig), schleimig sind, Verfärbungen aufweisen oder sichtbarer Schimmel vorhanden ist. In diesen Fällen gelten sie als verdorben und müssen entsorgt werden.
Faustregel: Wirken Sprossen in Geruch, Aussehen oder Konsistenz nicht mehr frisch, sollten sie nicht mehr gegessen werden.
Sprossen lassen sich sowohl im Glas als auch in der Schale ziehen: Gläser sind einfach und ideal für kleine Mengen, während Schalen durch bessere Belüftung besonders für größere oder empfindlichere Keime geeignet sind.
Viele Sprossen lassen sich einfach selbst ziehen, z. B. Alfalfa, Radieschen, Brokkoli, Mungbohnen, Linsen oder Kichererbsen. Grundsätzlich eignen sich die meisten keimfähigen Samen, Hülsenfrüchte und Getreide dafür.
Buchweizen wird nicht klassisch gesprosst, sondern nur kurz angekeimt. Etwa 1–2 Tage, bis kleine Keimspitzen sichtbar sind. Länger sollte man ihn nicht stehen lassen, da er sonst schleimig wird und unangenehm schmeckt. Dann direkt entsorgen.
Sprossen sehen unscheinbar aus. Doch im Inneren läuft richtig was ab. Beim Keimen werden Reservestoffe aktiviert, um aus dem Samen eine Pflanze zu machen. Genau das macht Sprossen ernährungsphysiologisch interessant. Während des Keimprozesses verändert sich der Samen grundlegend. Bestimmte Inhaltsstoffe werden aufgeschlossen, andere entstehen neu.
Das Ergebnis: junge Pflanzen mit hoher Nährstoffdichte – bei sehr geringem Volumen.
Sprossen enthalten je nach Sorte unter anderem:
- Vitamine
- Mineralstoffe
- pflanzliche Proteine
- sekundäre Pflanzenstoffe
Wichtig dabei: Sprossen ersetzen keine ausgewogene Ernährung und auch kein Gemüse. Sie ergänzen sie sinnvoll – frisch, unkompliziert und direkt aus Deiner Küche.






