Löwenzahn ist hartnäckig. Tiefe Wurzeln und tausende Samen machen ihn zum Dauerproblem im Garten. Der beste Zeitpunkt zum Löwenzahn entfernen ist vor der Blüte.
Löwenzahn bekämpfen
Löwenzahn ist ein echter Überlebenskünstler. Seine langen Pfahlwurzeln reichen tief in die Erde – oft bis zu 30 Zentimeter. Selbst wenn nur ein kleiner Teil davon übrig bleibt, treibt die Pflanze wieder aus. Darum ist es wichtig, den Löwenzahn immer mit der kompletten Wurzel auszustechen, wenn Du Löwenzahn bekämpfen möchtest.
Auch seine schnelle Vermehrung macht ihn so hartnäckig. Jede Pflanze kann bis zu 10.000 Samen bilden, die sich mit dem Wind verbreiten. So taucht Löwenzahn oft dort auf, wo Du ihn gar nicht haben willst, z. B. zwischen Pflastersteinen, im Beet oder mitten im Rasen. Um langfristig Löwenzahn bekämpfen zu können, solltest Du diese Stellen regelmäßig kontrollieren und direkt den Löwenzahn entfernen.
Der beste Zeitpunkt, um den Löwenzahn zu entfernen, ist vor der Blüte, solange die Pflanze noch keine Samen gebildet hat.
Sobald sich die gelben Blüten zur Pusteblume verwandeln, fliegen die Samen durch den gesamten Garten. Entferne den Löwenzahn also möglichst früh und achte darauf, die Wurzel vollständig herauszuziehen.
Löwenzahn entfernen: Tipps
Wenn Du Löwenzahn entfernen willst, solltest Du das nach einem Regentag machen. Durch die feuchte Erde funktioniert das besonders gut. Die Erde ist weicher, wodurch sich die Pfahlwurzel leichter aus dem Boden lösen lässt.
Achtung: Entsorge Löwenzahn immer über den Hausmüll. Nicht auf dem Kompost, sonst keimt er dort einfach weiter.
Das beste Mittel zum Löwenzahn bekämpfen gibt es leider nicht. Zu welchem Mittel Du am besten greifst, hängt davon ab, wo er wächst und wie stark er sich schon ausgebreitet hat. Mal reicht heißes Wasser, mal musst Du ihn mit dem Unkrautstecher beseitigen. In Ausnahmefällen können sogar chemische Mittel notwendig sein.
Wichtig: Von Essig und Salz solltest Du die Finger lassen! Beides ist verboten und schadet Boden, Rasen und Grundwasser.
Hier erfährst Du, was zu tun ist, um Löwenzahn bekämpfen zu können. Mehr Informationen zu den einzelnen Methoden kannst Du im jeweiligen Kapitel nachlesen.
Löwenzahn aus Rasen entfernen
Im Rasen ist Löwenzahn besonders lästig. Er verdrängt Gräser, hinterlässt kahle Stellen und nimmt dem Rasen Nährstoffe. Deshalb gilt: je früher Du handelst, desto besser.
Löwenzahn aus dem Rasen entfernen funktioniert am besten im Frühjahr oder Frühsommer, bevor er blüht und Samen bildet. Dann steckt die Pflanze ihre Energie noch in die Blätter und lässt sich leichter beseitigen.
Wenn Du es einmal nicht rechtzeitig schaffst, hilft regelmäßiges Rasenmähen: Dabei werden die Blüten entfernt, sodass sich der Löwenzahn nicht weiter ausbreiten kann. Ganz verhindern lässt sich das Wachstum aber nicht, da die Wurzel wieder austreibt.
Um Löwenzahn aus dem Rasen entfernen zu können, benutze am besten einen Löwenzahnstecher oder Unkrautzieher. So kannst Du das ungewünschte Kraut entfernen, ohne die Grasnarbe zu beschädigen. Weitere mechanische Methoden findest Du im Kapitel
Nach dem Löwenzahn entfernen solltest Du die entstandenen Lücken nachsäen, damit der Rasen dicht bleibt. Im Kapitel
Wenn der Befall besonders stark ist, kannst Du auch zu einem Rasenunkraut-Vernichter greifen. Diese Mittel wurden speziell für Rasenflächen entwickelt. Sie wirken gezielt gegen Unkraut wie Löwenzahn, ohne die Gräser zu schädigen. Achte dabei auf die Herstellerangaben und setze sie nach Anleitung um – so bleibt Dein Rasen gesund und frei von Unkraut. So kannst Du Löwenzahn bekämpfen, ohne Deinen Rasen zu gefährden.


Löwenzahn bekämpfen mit Hausmitteln
Der erste Schritt, um Löwenzahn bekämpfen zu können, ist der Hausmittel-Check. Sie sind schnell zur Hand, kosten nichts extra und schonen gleichzeitig die Umwelt. Oft reicht schon heißes Wasser oder etwas Natron, um den ersten Befall in den Griff zu bekommen. Hier findest Du eine Übersicht der gängigsten Hausmittel, mit denen Du Löwenzahn entfernen kannst.
| Hausmittel | Anwendung | Hinweis |
|---|---|---|
| Heißes Wasser | Einzelne Pflanzen direkt mit kochendem Wasser übergießen. | Nur punktuell einsetzen, weil es auch Rasengräser schädigen kann. |
| Nudelwasser | Nach dem Kochen kurz abkühlen lassen und über Löwenzahn gießen. | Spart Energie und funktioniert ähnlich wie heißes Wasser. |
| Natron-Lösung | 1 TL Natron auf 1 L Wasser direkt auf die Pflanze sprühen. | Schonend für Boden und Pflanzen, aber vorsichtig dosieren. |
| Küchenmesser | Wurzel mit einem schmalen Messer vorsichtig anstechen und vollständig heraushebeln. | Ideal für einzelne Pflanzen, funktioniert gut in Fugen oder Beeten. |
| Essig und Salz | Nicht verwenden! | Achtung: Verboten und schadet Boden, Rasen und Grundwasser. |
Löwenzahn entfernen: mechanisch
Wenn Hausmittel nicht mehr ausreichen, sind mechanische Methoden die beste Wahl. Sie kommen ganz ohne Chemie aus und wirken besonders gut bei einem größeren Befall. Mit dem richtigen Werkzeug sparst Du Zeit und bekommst den Löwenzahn samt Wurzel dauerhaft aus Deinem Rasen oder den Fugen. So kannst Du mechanisch den Löwenzahn entfernen, ohne die Umwelt zu belasten.
| Werkzeug / Methode | Anwendung | Hinweis |
|---|---|---|
| Löwenzahnstecher | Löwenzahn samt Pfahlwurzel gezielt ausstechen, am besten bei feuchter Erde. | So verhinderst Du, dass er wieder austreibt. |
| Unkrautzieher mit Stahlzinken | Hebelt die Wurzel sauber aus dem Boden. | Spart Kraft, ideal für große Flächen. |
| Rasenmähen vor der Blüte | Schneidet Blüten ab und verhindert die Samenbildung. | Nur kurzfristige Hilfe und ersetzt kein Ausstechen. |
| Fugenkratzer | Kratzt Löwenzahn und andere Unkräuter aus schmalen Fugen zwischen Pflastersteinen. | Besonders effektiv in Hof- und Wegbereichen. |
| Hochdruckreiniger | Mit kräftigem Wasserstrahl den Löwenzahn samt Wurzel ausspülen. | Reinigt gleichzeitig die Pflasterfugen, aber bei empfindlichem Pflaster vorsichtig anzuwenden. |
| Gasbrenner / Abflammgerät | Pflanze kurz abflammen, bis sie verwelkt. | Verträglicher für den Boden als Chemie, aber nur auf unversiegelten Flächen verwenden! |
Löwenzahn entfernen: chemisch
Wenn Hausmittel und mechanische Methoden nicht mehr ausreichen, z. B bei großflächigem oder tief verwurzeltem Befall, kann ein chemischer Unkrautvernichter die letzte Option sein.
Für den Rasen gibt es spezielle Rasenunkraut-Vernichter, die die Gräser schonen und gezielt gegen Löwenzahn wirken. Auf anderen Flächen wie Gehwegen, Hofeinfahrten oder Pflasterfugen sind chemische Mittel dagegen meist nicht erlaubt. Hier solltest Du stattdessen auf
- Chemische Mittel immer punktuell und sparsam einsetzen.
- Nicht vor Regen spritzen, sonst wird die Wirkung abgeschwächt.
- Anwendungshinweise auf der Verpackung genau befolgen.
- Mittel sicher lagern und nicht auf versiegelten Flächen verwenden.
Sie können nützliche Bodenlebewesen schädigen, Mikroorganismen im Boden schwächen und damit das ökologische Gleichgewicht im Garten dauerhaft stören. Setzte sie also nur dann ein, wenn wirklich nichts anderes mehr hilft!
Löwenzahn vorbeugen
Damit der Löwenzahn gar nicht erst zum Problem wird, ist Vorbeugen sehr wichtig. Mit ein paar Pflegeschritten kannst Du Löwenzahn vorbeugen und verhindern, dass Löwenzahn sich im Rasen oder in den Beeten breitmacht. Denn ein gesunder, gut gepflegter Rasen lässt dem Löwenzahn keine Chance. Wir zeigen Dir, wie Du Deinen Garten stärkst, damit Unkraut kaum noch eine Chance hat. Wenn Du regelmäßig Deinen Rasen pflegst, kannst Du Löwenzahn vorbeugen und musst später weniger Löwenzahn entfernen.
Nach dem Löwenzahn entfernen oder der nach der Winterpause solltest Du kahle Stellen im Rasen nachsäen. So bleibt die Grasnarbe geschlossen und Du verhinderst, dass Löwenzahnsamen Wurzeln schlagen. Ein dichter Rasen verhindert nicht nur Löwenzahn, sondern auch Moos und andere Unkräuter.
Am besten wählst Du robuste Rasensorten wie Sport- oder Spielrasen. Die wachsen schnell, sind trittfest und lassen Unkraut kaum Platz.
Tipp: Ein gleichmäßig gepflegter Rasen ist die beste Vorsorge. Regelmäßiges Mähen, Düngen und Bewässern stärken die Gräser und halten Löwenzahn fern.

Löwenzahn liebt verdichtete und saure Böden. Deshalb solltest Du die Erde regelmäßig auflockern und bei Bedarf kalken, um den pH-Wert zu neutralisieren. So verschlechterst Du die Wachstumsbedingungen für die keimfähigen Samen des Löwenzahns deutlich.
Achtung beim Vertikutieren: Zu starkes Vertikutieren kann den Rasen aufreißen und neue Keimstellen schaffen. Im Frühjahr reicht es, den Rasen nur leicht auszubürsten oder zu lüften.
Selbst wenn Dein Rasen löwenzahnfrei ist, können die Samen aus Nachbargärten leicht herüberfliegen und sich in Deinem Garten verbreiten. So kannst Du Löwenzahn bekämpfen, bevor er sich ausbreitet:
- Entferne die Blütenstände frühzeitig und mähe regelmäßig, bevor sich die Pusteblumen bilden. So verhinderst Du, dass sich der Löwenzahn erneut ausbreitet.
- Entsorge auch den ausgerupften Löwenzahn immer über den Hausmüll, nicht auf dem Kompost, sonst keimt er dort einfach weiter.
- Mit der richtigen Pflege, regelmäßigem Nachsäen und einem gesunden Boden hältst Du Deinen Rasen dauerhaft stark und kannst Löwenzahn vorbeugen, bevor er überhaupt wächst.
Löwenzahn ist nicht nur ein hartnäckiges Unkraut, er kann auch richtig nützlich sein. Die jungen Blätter des Wildkrauts schmecken mild-nussig und lassen sich prima als Salat oder Kräuterbeilage verwenden. Auch die Blüten kannst Du zu Sirup oder Gelee verarbeiten und selbst die Wurzeln eignen sich getrocknet als Tee oder Kaffee-Ersatz.
Außerdem gilt Löwenzahn seit vielen Jahren als Heilpflanze: Er soll stoffwechselanregend, verdauungsfördernd und entwässernd wirken. In der Naturheilkunde wird er deshalb gerne als Unterstützung für Leber, Galle und Niere eingesetzt.
Tipp: Wenn Du Löwenzahn nutzen möchtest, pflücke ihn nur an unbelasteten Stellen, also fernab von Straßen oder behandelten Flächen. So wird aus dem „Garten-Feind“ ganz schnell ein „Küchen-Freund“ mit vielen Verwendungsmöglichkeiten.
Löwenzahn entfernen: häufige Fragen
Löwenzahn ist nicht nur Unkraut, sondern auch eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten. Seine gelben Blüten liefern im Frühjahr reichlich Nektar und Pollen, wenn sonst noch wenig blüht. Außerdem ist Löwenzahn essbar und gilt als Heilkraut. Entferne Löwenzahn nur dort, wo er wirklich stört.
Wenn Du Deinen Garten noch bienenfreundlich gestalten möchtest, findest Du wertvolle Tipps im Ratgeber














