Zunächst entlang der Fundamentmauer einen Graben ausheben. Dabei kann ein Minibagger hilfreich sein. Der Graben ist Dein Arbeitsraum und muss mindestens 80 cm breit sein. Die Böschung sollte ca. 30° geneigt sein, damit Du nicht von abbröckelnder Erde verschüttet wirst. Grabe bis zur Fundamentoberkante. Für die Drainage darfst Du auch bis 30 cm darunter graben, aber keinesfalls tiefer. Sonst gefährdest Du die Statik des Hauses!
Lastfälle nach DIN 18533
Der Lastfall, also wie stark Dein Keller durch Wasser belastet wird, entscheidet, welche Art von Abdichtung Du brauchst. Die Norm DIN 18533 (Abdichtung von erdberührten Bauteilen) unterscheidet zwischen vier Lastfällen, an denen Du Dich orientieren kannst.
Du fragst Dich: Welche Abdichtung ist die richtige? Hier kommt eine übersichtliche Tabelle zur Orientierung:
| Lastfall | Beschreibung | Abdichtung |
|---|---|---|
| Bodenfeuchtes, nichtdrückendes Wasser |
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| Nichtdrückendes Wasser auf erdberührten Decken |
| |
| Spritzwasser am Wandsockel & Kapillarwasser in oder unter erdberührten Wänden |
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| Drückendes Wasser |
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Kellerabdichtung außen: Das brauchst Du
Kelleraußenwand abdichten: Vorbereitung
Bevor Du Dich auf das Abdichten vorbereiten kannst, musst Du wissen, wie stark Dein Keller belastet ist. Also: Feuchtigkeit und Salzbelastung der Wände prüfen!
- Feuchtigkeit: Ob Deine Kellerwand feucht ist, misst Du mit einem Feuchtmessgerät. Den genauen Durchfeuchtungsgrad, kannst Du mit einem CM-Messgerät ermitteln.
- Salzbelastung: Die Salzbelastung erkennst Du an Ausblühungen an den Wänden. Das sind weißliche Flecken oder Krusten.
Wichtig: Sind Deine Wände stark durchfeuchtet oder durch das Salz beschädigt, hol Dir lieber professionelle Hilfe und lass Dein Mauerwerk von einem Experten analysieren.
Arbeitsraum schaffen & Graben ausheben
Feuchtebelastung ermitteln & Unebenheiten korrigieren
Wenn die Ursache der Feuchtebelastung nicht schon vorher klar war, sollte sie jetzt ermittelt werden. Möglicherweise brauchst Du dafür einen Experten. Vom Ergebnis hängt ab, ob eine Drainage nötig ist. Wir empfehlen eine Drainage, weil Du damit Probleme vorbeugst. Beseitige Unebenheiten und Verunreinigungen wie losen Putz, Dämmstoff- und Bitumenfarbreste von der Mauer; Löcher und Risse im Mauerwerk glatt verspachteln.
Kelleraußenwand durchtrocknen lassen
Die nun freistehende Wand muss völlig austrocknen. Falls eine stärkere Feuchtigkeitsbelastung vorliegt, muss sie mechanisch getrocknet werden, bevor Du weitermachen kannst. Zur Vorbehandlung von noch leicht feuchten Wänden kann eine Dichtschlämme aufgetragen werden.
Übergang verfugen: Mauer & Fundament
Schenke dem Übergang von Mauer zu Fundament besondere Aufmerksamkeit. Dieser Winkel wird in Form einer Hohlkehle mit geeignetem Mörtel, z. B. Gummi-Mörtel, dick verfugt. So kann sich hier kein Wasser sammeln und eindringen.
Keller abdichten: So geht's
Kelleraußenwand gegen Bodenfeuchte abdichten
Eine saugfähige Wand muss vorgrundiert werden. Um die natürliche Bodenfeuchte auszusperren, streiche die gesamte Wandfläche mit einem Quast dünn mit Bitumen-Vorstrichmittel und einem Isolieranstrich an. In der Regel sind ein Voranstrich und drei Deckaufstriche mit einem Bitumen-Isolieranstrich notwendig. Die Abdichtung der Wand muss nach DIN 18533 mindestens 15 cm über den Rand des Erdreichs hinausreichen. Der Untergrund muss eben sein.
Wichtig: Um die Kellerwand vor Fließwasser (z. B. Regenwasser) zu schützen, musst Du mehrlagig geklebte Sperrbahnen oder Kunststoffbahnen anbringen.
Kelleraußenwand gegen Fließwasser abdichten
Liegt nicht nur Bodenfeuchtigkeit vor, bringe eine Bitumendickschicht zum Schutz auf. Bitumenbeschichtung ist resistent gegen Tausalz und überbrückt mit ihrer Elastizität Risse bis 2 mm. Wenn der Voranstrich getrocknet ist, trägst Du zwei Schichten kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung (KMB) auf.
Die erste Schicht muss trocken sein, bevor die zweite aufgetragen wird. Lege zwischen die Schichten Armierungsgewebe. Schütze die bearbeitete Fläche während dem Trocknen vor Regenwasser und Frost. Am Ende sollte die Trockenschichtdicke der KMB mindestens 3 mm betragen, bei zeitweise aufstauendem Sickerwasser mindestens 4 mm. Die notwendige Nassschichtdicke darf maximal doppelt so dick werden, wie vom Hersteller angegeben, damit die Schicht komplett trocknet. Das Trocknen dauert 3 bis 7 Tage.
Dämmplatten an Kelleraußenwand anbringen
Spezielle Dämmplatten für den erdberührenden Bereich heißen Perimeterplatten. Diese sind aus extrudiertem Polystyrol (XPS). Man klebt sie auf eine KMB-Haut (kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung), wodurch diese praktischerweise auch vor Beschädigung durch spitze Steine oder Wurzeln geschützt wird.
Kelleraußenwand abdichten: Abdichtungsmethoden
Noppenbahnen werden zum Abdichten der Kelleraußenwand gegen Fließwasser eingesetzt. Das sind die Vorteile der Bahnen:
- Die Noppen bilden Kanäle, in denen Luft zirkuliert und Wasser nach unten abläuft.
- Sie schützen den Bitumenanstrich vor spitzen Steinen und Wurzeln.
- Noppenbahnen haben den gleichen Wärmedämmeffekt wie eine 17 cm dicke Betonwand.
Wichtig: Wird eine Noppenbahn direkt auf eine KMB aufgebracht, dürfen nur dafür zugelassene Noppenbahnen verwendet werden. Diese haben üblicherweise auf der Rückseite eine Gleitschicht und auf der Vorderseite ein Vlies. Wir zeigen Dir in zwei Schritten, wie's geht:
Noppenbahnen auf Kelleraußenwand anbringen
Die Noppenbahnen verlegt man von der Rolle mit den Noppen Richtung Haus. Sie werden einfach in die Baugrube gestellt. Aussparungen sind mit Schere oder Cutter auszuschneiden.
Noppenbahnen: Ecken und Kanten verlegen
Die Bahnen lassen sich leicht knicken, damit man um Ecken und Kanten herumkommt. Zwei Bahnen schließt Du überlappend aneinander an. Mit Holzlatten stützt Du die Bahnen gegen Umkippen, bis die Grube gefüllt wird. Schlag die Oberkanten um und fixiere sie mit Stahlnägeln, die dann unter einem Profil verschwinden. Das Profil ebenfalls mit Stahlnägeln anbringen.
Achtung: Die Abdichtung so weit über den Boden hinausführen, dass die Nägel oberhalb des abzudichtenden Bereichs liegen, sonst zieht hier Feuchtigkeit in die Wand.

KMB ist das klassiche Abdichtungsmaterial und besteht aus dem Bindemittel Bitumen, dem Kunststoff hinzugefügt wurde. Dadurch bietet die Bitumendichtschlämme einen besonders starken Schutz. Du kannst die Masse einfach mit einem Spachtel auf Deine gereinigte Kelleraußenwand auftragen.
Wichtig: Nachdem die erste Schicht getrocknet ist, solltest Du noch eine zweite auftragen. Wie dick die Schichten jeweils sein müssen, findest Du in den Produkt- oder Herstelleranaben.

Reaktive Abdichtungen sind weiterentwickelte Versionen von KMB. Durch spezielle chemische Reaktionen trocknen sie besonders schnell und können Deinen Keller schon nach ein paar Stunden vor Regen und Druckwasser schützen.
Geauso wie KMB trägst Du die elastische Masse am besten gleichmäßig mit einem Spachtel auf.
Dichtungsschlämme wird meist ohne Grundierung in zwei Schichten aufgetragen. Nutze dafür am besten eine Bürste, Quaste oder einen Farbroller. Streiche die Wand genauso wie Du es mit normaler Wandfarbe tun würdest.
Der Vorteil: Mineralische Dichtungsschlämme haben kleine Poren, wodurch die Kellerwand atmen kann, aber trotzdem trocken bleibt.

Kelleraußenwand dämmen
Deine Kellerwand ist abgedichtet? Sehr gut! Damit schützt Du Deinen Keller vor äußerem Wasser und verhinderst, dass Feuchtigkeit entsteht. Ein trockener Keller ist aber nicht automatisch ein warmer Keller. Vor allem, wenn Du Deinen Keller als Wohnraum nutzen möchtest, solltest Du die Kelleraußenwand dämmen.
Eine Perimeterdämmung ist unbedingt notwendig, wenn Dein Kellerraum beheizt wird oder Du Dich besonders viel dort auffhältst. Warum? Durch die Perimeterplatten wird Dein Keller geschützt und gedämmt. Anders als normale Fassadenplatten sind Perimeterplatten wasserfest und halten Deinem Kellerwänden Schimmel vom Leib.
Bei drückendem Wasser können Perimeterplatten allerdings nicht eingesetzt werden. Gib als Klebemittel einen Wulst und einzelne Häufchen aus KMB auf die Rückseite der Matten. Die Matten werden lückenlos und versetzt zueinander auf die Wand geklebt, also: keine Kreuzfugen!
Wie stark muss die Perimeterdämmung sein?
Normalerweise sollte die Perimeterdämmung ca. 6 bis 12 cm dick sein. Bei extrem hoher Belastung an Feuchtigkeit und Erddruck kannst Du ruhig noch großzügiger sein. Die Platten werden an der äußeren Kellerwand angebracht und verklebt.
Perimeterplatten mit Ablaufkanal
Es gibt Perimeterplatten mit Ablaufkanälen für ankommendes Wasser. Meist sind sie auf der Außenseite noch mit Filtervlies versehen, damit die Kanäle nicht verstopfen. Diese Perimeterdränageplatten sind für unterschiedliche Einbautiefen zugelassen (bis 3 oder 6 m).
Kelleraußenwand abdichten: Übergänge
Wenn Du Deine Kelleraußenwand abdichten willst, musst Du besonders auf die Übergänge, wie Sockel, Türen oder Lichtschächte achten. Diese Stellen sind sehr empfindlich. Wieso? Hier treffen zwei Materialien aufeinander. Es entstehen also Ecken, Fugen und Kanten. Sind diese Stellen nicht sauber abgedichtet, kann dort sehr schnell Feuchtigkeit eindringen.
Der Sockel der Kellerwand liegt direkt über der Erde, also dort, wo die Wand auf den Boden trifft. Von dort aus sollte der Sockel mindestens 30 cm an der Wand nach oben gehen. Dieser Teil muss besonders geschützt werden, da er direkt von Spritzwasser und der Feuchtigkeit des Bodens betroffen ist. So schützt Du den empfindlichen Sockel:
- Sockel vorbereiten: Säubere die Wand mit einer Bürste und kratze hartnäckigen Schmutz mit einem Spachtel ab. Unebenheiten solltest Du mit etwas Mörtel ausgleichen.
- Abdichtung auftragen: Trage die
oder Dichtungsschlämme genauso, wie auf der restlichen Kelleraußenwand, in zwei Schichten auf. Die Masse solltest Du gleichmäßig auf den Übergang zwischen Sockel und Außenwand auftragen und nach oben ziehen.

Wenn Du Deine Kelleraußenwand abdichten willst, musst Du auch an Übergänge zu angrenzenden Bauteilen, wie Türrahmen, Fenstern, Lichtschächten oder Rohrdurchführungen denken. Diese Bereiche müssen besonders gut abgedichtet werden. Für flexibleres Abdichten verwendest Du am besten Dichtbänder. So geht's:
- Anschlussbereiche vorbereiten: Säubere den Untergrund rund um das angrenzende Bauteil mit einer Bürste. Auch Risse und Unebenheiten solltest Du mit etwas Mörtel ausgleichen. Säubere auch das Bauteil.
- Abdichtungsschicht auftragen: Trage die Dichtungsschlämme um und bis direkt an die Tür, das Fenster oder den Lichtschacht auf. Achte darauf, dass im Übergangsbereich alles gleichmäßig mit Dichtungsschlämme bedeckt ist.
- Dichtband legen: Das Dichtband wird jetzt direkt auf die noch frische Dichtungsschlämme gelegt. Es sollte genau auf den Übergang zwischen Mauerwerk und Bauteil liegen. Drücke es leicht an und achte darauf, dass keine Blasen oder Falten entstehen.
- Zweite Abdichtungsschicht auftragen: Nachdem alles getrocknet ist, trägst Du eine zweite Schicht Dichtungsschlämme oder PMBC über das verlegte Dichtband auf. Dieses sollte vollständig und gleichmäßig bedeckt sein.
Tipp: Bei besonders komplizierten Anschlussbereichen kannst Du zusätzlich mit Flüssigkunststoff arbeiten. Dieser ist flexibel und leicht um Rohre oder Rahmen anzubringen.
Kelleraußenwand abdichten: häufige Fragen
Kellerwände können auf verschiedene Weisen wasserdicht gemacht werden. Z. B. mit Noppenbahnen, reaktiven Abdichtungen (PMBC) oder mineralischer Dichtungssschlämme.
Hast Du alles richtig gemacht, sollte die äußere Kellerabdichtung mindestens 30 Jahre halten.
Eine feuchte Kelleraußenwand erkennst Du meist an feuchten oder dunklen Stellen an der Wand. Auch kann sich Schimmel bilden, der Putz ablösen oder ein unangenehm muffiger Geruch im Keller breitmachen.
Am häufigsten wird Deine Kelleraußenwand feucht, weil die Abdichtung beschädigt ist. Auch besondere Belastungen wie drückendes Wasser oder Risse im Mauerwerk können Feuchtigkeit entstehen lassen.
Das kommt ganz auf den Zustand Deiner Kelleraußenwand an und auf die Materialien, die Du zum Abdichten verwendest. Generell kannst Du Dich aber an Kosten von ca. 150 bis 400 € orientieren.


















