
Die richtige Entwässerungsrinne finden
Dauerregen, Starkregen oder die Schneeschmelze können zur Belastung für Dein Zuhause werden. Darum ist die richtige Entwässerung von Zufahrt und Garage auch so wichtig. Stelle Dir folgende Fragen, um die perfekte Entwässerungsrinne für die Garage und für Dein Projekt "Entwässerungsrinne Einfahrt" zu finden:
- Was und wie will ich entwässern?
Die Antwort auf diese Frage ist leicht: Meist will man Hof, Zufahrt, Garage, Terrasse oder Balkon mit einer Entwässerungsrinne bestücken. - Welches Zubehör brauche ich?
Wichtiges Zubehör für Entwässerungsrinnen sind Stirnwände, Knebel und natürlich die Einlaufkästen, in denen das Wasser gesammelt und der Kanalisation zugeführt wird. - Was muss die Entwässerungsrinne aushalten?
Du musst Dir überlegen, ob die Fläche nur gelegentlich oder sogar regelmäßig mit dem Auto oder noch größeren Gefährten befahren wird. Dann muss Deine Entwässerungsrinne entsprechend befahrbar sein. Die sogenannten Belastungsklassen sind ein guter Anhaltspunkt für Dich.

Wie belastbar muss Deine Entwässerungsrinne sein? Die europäische Norm EN 1433 definiert fünf Belastungsklassen für Entwässerungsrinnen.
Es kommt also auf Dein Projekt an. Wenn Du eine Entwässerungsrinne für Deinen Autostellplatz setzen willst, achte mindestens auf Klasse B 125. Die 125 steht übrigens für 125 kN, was einer Prüflast von 12,5 Tonnen entspricht.
| Klasse | Prüfkraft | Einbaustelle |
|---|---|---|
| A 15 | 15 kN | Verkehrsflächen, die ausschließlich von Fußgängern und Radfahrern benutzt werden können. |
| B 125 | 125 kN | Gehwege, Fußgängerzonen und vergleichbare Flächen, Pkw-Parkflächen und Pkw-Parkdecks. |
| C 250 | 250 kN | Bordrinnenbereich und unbefahrene Seitenstreifen und ähnliches, Bordschlitzrinnen. |
| D 400 | 400 kN | Fahrbahnen von Straßen, Seitenstreifen von Straßen und Parkflächen, die für alle Arten von Straßenfahrzeugen zugelassen sind. |
| E 600 | 600 kN | Flächen, die mit hohen Radlasten befahren werden, z. B. Häfen und Dockanlagen. |
| F 900 | 900 kN | Flächen, die mit besonders hohen Radlasten befahren werden, z. B. Flughäfen. |

Entwässerungsrinne: Wann Pflicht, wann nicht?
Wenn mehr Regen fällt, als zeitgleich versickern kann, fließt der Niederschlag oberirdisch ab. Grundsätzlich gilt in fast allen Bundesländern: Du musst dafür sorgen, dass dieses oberflächlich fließende Wasser nicht auf andere Grundstücke läuft.
In manchen Gemeinden darfst Du allerdings das Niederschlagswasser nicht einfach in die Kanalisation leiten – es muss auf Deinem Grundstück versickern. Frag bei Deiner Gemeinde nach.
Entwässerungsrinne einbauen: Das brauchst Du
Entwässerungsplan beachten!
Beim Pflastern einer Hoffläche wird üblicherweise eine Entwässerungsrinne gesetzt, über die das Regenwasser gezielt in die Kanalisation abgeleitet wird. Wo die Entwässerungsrinne gesetzt und angeschlossen wird, kannst Du dem Entwässerungsplan Deiner Bauunterlagen entnehmen.
Entwässerungsrinne einbauen
Erde ausheben
Die Entwässerungsrinne wird vor den Pflasterarbeiten gesetzt und angeschlossen. Sie besteht aus dem Einlaufkasten und den einzelnen Entwässerungsrinnen. Da der Einlaufkasten höher ist als die Rinnenelemente, muss die Erde hierfür tiefer ausgehoben werden. Berücksichtige für die Aushubtiefe auch, dass für den Einlaufkasten und die Entwässerungsrinne ein 10 cm dicker Betonsockel gegossen wird.
Wir zeigen hier den Einbau direkt vor einer Garageneinfahrt. Die Entwässerungsrohre sind bereits bis zur Einbaustelle verlegt. Der Einlaufkasten wird links eingebaut, weil später auf dieser Seite auch das Fallrohr des Garagendaches an die Entwässerungsrohre angeschlossen wird.
Betonreste abstemmen & Maurerschnur spannen
Damit die Rinne später dicht an das Garagenfundament anschließt, müssen möglicherweise Betonreste mit dem Bohrhammer abgestemmt werden; danach wird die Anschlussfläche mit dem Winkelschleifer geglättet. Bereite alles gründlich vor.
Miss nun die Breite des Einlaufkastens und der Rinnenelemente. Schlage mit dem Fäustel außerhalb der Einbaustelle zwei Schnureisen ein – der Abstand zum Garagenfundament entspricht dabei der Breite des Einlaufkastens und der Rinnenelemente. Spanne eine Maurerschnur auf Höhe des Garagenbodens (= Oberkante Rinne) zwischen die zwei Schnureisen und richte sie mit der Wasserwaage aus. Daran wird später die Entwässerungsrinne ausgerichtet.
Fundament bauen
Brauchst Du insgesamt viel Beton an Deiner Baustelle? Dann lohnt sich Transportbeton. Der wird verarbeitungsfertig auf die Baustelle geliefert. Du kannst ihn auch im Mörtelkübel beim Betonwerk abholen. Fülle für das Fundament des Einlaufkastens so viel Beton in die ausgehobene Stelle, dass der Einlaufkasten 1 bis 2 cm über die gespannte Schnur hinausragt. (Wenn der Einlaufkasten 50 cm hoch ist, beträgt das Maß vom Beton bis zur Schnur 48 bis 49 cm.) Der Einlaufkasten wird im nächsten Schritt 1 bis 2 Zentimeter in den Beton eingeklopft.
Einlaufkasten ausrichten
Setze den Einlaufkasten mit der Anschlussöffnung nach vorne (oder Richtung Entwässerungsrohr) auf das Betonbett und richte ihn an der gespannten Schnur aus. Klopfe ihn mit dem Gummihammer soweit in das Betonbett, bis er mit der Maurerschnur bündig abschließt.
Übergang zum Garagenboden ausrichten
Prüfe mit der Wasserwaage den waagerechten Übergang zum Garagenboden. Prüfe mit der Wasserwaage auch, ob er im Lot ist.
Beton für Entwässerungsrinnen aufschütten
Für die Rinnenelemente muss der Beton höher aufgeschüttet werden. Fülle so viel Beton in die ausgehobene Stelle, dass die Entwässerungsrinne 1 bis 2 cm über die gespannte Schnur hinausragt, denn auch die Rinnenelemente werden gleich 1 bis 2 Zentimeter in den Beton eingeklopft. Kontrolliere die Höhe des Betons an mehreren Stellen – dazu eine Glättekelle auf die Betonoberfläche legen und mit dem Zollstock nach oben zur Schnur messen.
Entwässerungsrinnen einsetzen
Ist das Betonbett vorbereitet? Dann füge jetzt die Rinnenelemente dicht am Einlaufkasten und dicht zueinander an. Klopfe sie mit dem Gummihammer so weit in den Beton, bis sie mit der Schnur bündig sind. Prüfe mit der Wasserwaage den waagerechten Verlauf und die senkrechte Ausrichtung.
Entwässerungsrinnen fixieren
Die Rinnenelemente müssen sehr fest sitzen und dürfen sich später auch nicht lockern, wenn ein Fahrzeug darüber fährt. Deshalb wird vorne ein Betonkeil gegossen. Forme den Beton an der Oberkante schräg, damit das eindringende Wasser schräg abgeleitet wird – lass dabei in der Höhe genug Platz für die Pflastersteine und das Pflasterbett: Für ein 8 cm hohes Pflaster mit Pflasterbett brauchst Du 12 cm Höhe über dem Betonkeil. Schiebe das Abdeckblech am Rinnenende ein und lass den Beton aushärten.
Rohre verbinden
Einlaufkasten mit Entwässerungsleitung verbinden
Nun wird der Einlaufkasten mit der Entwässerungsleitung verbunden. Dazu benötigst Du verschiedene KG-Rohre und KG-Rohrbögen. Das Fallrohr von der Dachentwässerung (falls vorhanden) wird über eine Abzweigung angeschlossen. Eine genaue Materialplanung ist kaum möglich – besorge deshalb ein paar zusätzliche Bögen und Rohre. Unbenutztes Material kannst Du üblicherweise zurückgeben.
Lege das Ende der Entwässerungsleitung frei. Nimm den Muffenstopfen ab und verbinde das Rohrende probeweise und ohne Dichtringe mit dem Einlaufkasten – verwende dazu Bögen, Rohre und ggf. eine Abzweigung. Wichtig ist, dass die Rohre nach dem Verlegen nicht unter Spannung stehen.
Letztes Teilstück ausmessen
Jetzt wird das letzte Teilstück, das in den Entwässerungskasten hineinragt, ausgemessen: Es muss so lang sein, dass es später den Schmutzkorb im Kasten nicht behindert und dennoch in das letzte Rohrstück oder den letzten Bogen eingeschoben werden kann. Schneide dieses Teilstück aus einem geraden Rohr zu und feile an beiden Rohrenden eine 45°-Fase an, damit es sich im nächsten Schritt problemlos einschieben lässt.
Rohrverbindungen prüfen
Passen alle Rohrverbindungen? Dann markiere die Verbindungsstellen und nummeriere die Rohre – beginne dabei am Entwässerungsrohr. Nimm die Rohre wieder auseinander, setze die Dichtringe ein und bestreiche sie mit Gleitmittel. Schiebe zuerst das letzte Teilstück etwas tiefer in den Einlaufkasten als markiert. Füge nun die übrigen Rohrabschnitte der Nummerierung folgend endgültig zusammen. Um das letzte Teilstück anzuschließen, ziehst Du es einfach wieder aus dem Einlaufkasten heraus. So gelingt die Verbindung am besten.
Schmutzkasten in Einlaufkasten setzen
Setze den Schmutzkasten in den Einlaufkasten ein und montiere die seitliche Abdeckung am Einlaufkasten.
Dichtringe einlegen
Verlege probeweise die Bögen und Rohrabschnitte von der Abzweigung zu Fallrohr – wieder ohne Dichtringe. Markiere die Einzelteile wie eben und nimm sie wieder auseinander. Lege die Dichtringe ein, streiche sie mit Gleitmittel ein und verbinde die Teile endgültig.
Nun wird die Höhe bis zum Ende des Fallrohres gemessen. Entferne dann das Fallrohr – öffne dazu die Rohrschellen und zieh das Rohr aus dem darüberliegenden Rohrabschnitt oder aus dem Rohrbogen heraus. Schneide den abgemessenen Rohrabschnitt aus einem Standrohr zu, das ist stabiler. Das untere Rohrende des Standrohres wird angefast. Streiche den Dichtring mit Gleitmittel ein und stecke das Standrohr in die Muffe der verlegten Entwässerungsrohre.
Übergangsstück auf Fallrohr stecken
Stecke das Übergangsstück des Standrohres auf das Fallrohrende und befestige das Fallrohr an seinem ursprünglichen Platz. Ziehe das Übergangsstück anschließend auf das Standrohr herunter. Setze das Rohr fest und verschraube die Rohrschelle am Fallrohr.
Abdeckung der Entwässerungsrinnen montieren
Füll abschließend die Hohlräume um die Entwässerungsrohre mit Sand auf und montiere die Abdeckung der Entwässerungsrinne. Jetzt bist Du mit Deinem Projekt Entwässerungsrinne einbauen fertig.






























