Ein Fenstertausch lohnt sich vor allem, wenn alte Fenster viel Wärme entweichen lassen. Entscheidend sind der Zustand Deiner Fenster, die mögliche Energieeinsparung und eine fachgerechte Montage; für den Austausch kannst Du außerdem Fördermöglichkeiten prüfen.
Das solltest Du wissen:
- Alte oder undichte Fenster erhöhen den Wärmeverlust und können einen Austausch sinnvoll machen.
- Förderungen können die Kosten für neue, energieeffiziente Fenster reduzieren.
- Der fachgerechte Einbau ist entscheidend, damit neue Fenster dicht sitzen und ihre Dämmwirkung erreichen.
- Ist nur der Fenstergriff defekt, reicht es aus, den Griff statt des gesamten Fensters auszutauschen.
Fenster austauschen: Wärmeverlust reduzieren
Nicht ganz dicht? Das passiert schon mal, wenn die Fenster in die Jahre kommen. Die Folgen sind Kondenswasserstreifen am Morgen, Eisblumen im Winter und ein durchgehend kalter Zug. Das ist auf Dauer eher ungemütlich. Bei alten Fenstern mit schlechten Dämmwerten kann mehr Wärme nach außen verloren gehen als bei Fenstern mit besseren Dämmwerten. Fenster mit schlechten Dämmwerten können außerdem zu höheren Wärmeverlusten und damit zu einem höheren Heizenergiebedarf beitragen. Ein geringerer Heizenergiebedarf kann bei fossilen Heizsystemen auch die damit verbundenen CO₂-Emissionen reduzieren.
Die Frage, warum Du Deine Fenster austauschen solltest, ist leicht zu beantworten:
- Fenster mit besseren Dämmwerten und Dichtungen können Wärmeverluste reduzieren und dadurch den Heizenergiebedarf senken.
- Eine gut gedämmte Fassade und die richtige Fensterverglasung reduzieren die Schimmelgefahr in der Bude erheblich.
- Mit der richtigen Schallschutzverglasung minimierst Du die Lärmbelästigung.
- Neue Fenster sind robuster. Du steigerst also auch die Einbruchsicherheit.
Beim Fenster austauschen ist eine Zweifach- oder Dreifachverglasung gesetzlich Pflicht. Nach der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) und dem Gebäudeenergiegesetz (GEG 2020) müssen neu eingebaute Fenster einen U-Wert* von max. 1,3 (W/m²K) aufweisen. Die Frage ist nur: Was wählst Du jetzt, die Zweifach- oder die Dreifachverglasung?
Welche Verglasung die richtige ist, hängt zum einen von dem Dämmwert Deiner Fassade, zum anderen eben vom U-Wert ab. Der U-Wert beschreibt die Wärmedämmfähigkeit eines Fensters. Je geringer der Wert, desto weniger Wärme verlierst Du. Der U-Wert wird nochmal unterteilt in den Ug-Wert, den Kennwert für Glas bzw. Fensterscheiben, und den Uw-Wert für das gesamte Fenster inkl. Rahmen. Wenn Du Dein Energiesparpotenzial durch die neuen Fenster abschätzen willst, ist vornehmlich der Uw-Wert entscheidend.
| U-Wert | Zweifachverglasung | Dreifachverglasung |
|---|---|---|
| Ug-Wert (Verglasung) | 1,1 W/(m²K) | 0,6 W/(m²K) |
| Uw-Wert (Fenster gesamt) | 1,3 W/(m²K) | 0,95 W/(m²K) |
Der Uw-Wert des dargestellten dreifach verglasten Fensters ist niedriger als der des zweifach verglasten Fensters. Wie stark sich das auf den Heizenergiebedarf auswirkt, hängt unter anderem vom Gebäude ab.
Was hinzukommt: Der niedrige U-Wert (0,6 W/(m²K) bei Fenstern mit Dreifachverglasung kann sich auch negativ auswirken. Bei ungedämmter Fassade und kalten Temperaturen sind die Fenster die wärmste Stelle in der Außenwand. Sämtliche Feuchtigkeit kondensiert also an den Wänden – und von denen kann man das Wasser bekanntlich weniger gut abwischen. Deshalb darfst Du Fenster mit Dreifachverglasung nur bei gedämmter Fassade einbauen. Andernfalls greif für den Fensteraustausch auf zweifachverglaste zurück.
Wichtig: Es sei denn, Du willst Dir den Fensteraustausch staatlich fördern lassen (Stichwort
Ob Du überhaupt Dein Fenster austauschen musst, hängt davon ab, welche Verglasung Du drin hast. Finde es heraus:
1. Mit einem Feuerzeug-Test. Warte bis es draußen dunkel ist und halte die Flamme vor das Fenster. Ist die Fensterscheibe mehrfach verglast, reflektiert jede Scheibe die Flamme etwas versetzt wider. Bei einer Zweifachverglasung müsstest Du vier Flammen sehen. Sind es weniger, solltest Du die alten Fenster erneuern.
2. Oft reicht es schon aus, wenn Du das Baujahr Deines Hauses kennst. Bei einem Baujahr vor 1995 verfügen die Fenster i. d. R. noch über keine Wärmeschutzverglasung. In dem Fall heißt es für Dich: Fenster sanieren.
3. Du kannst Dir auch das Typenschild seitlich an der oberen Fensterkante oder auf dem Distanzhalter anschauen. Das Fenster muss dafür geöffnet sein. Auf dem Typenschild steht neben dem Herstellerdatum und -namen auch der Isolierwert. 20 Jahre alte Fenster haben meist einen U-Wert von ca. 1,5-1,7 W/(m2K). Sie genügen also nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen. Oder Du orientierst Dich an der Aufbaufolgen-Nummer: 6/10/6 steht für 6-mm-Scheibe auf 10-mm-Scheibenzwischenraum auf eine zweite 6-mm-Scheibe. Das wäre eine Zweifachverglasung.
Es gibt einige klare Anzeichen, die deutlich dafür sprechen, dass Deine Fenster ausgedient haben und ausgetauscht werden müssen. Daran kannst Du erkennen, ob ein Fensteraustausch nötig ist:
- Schimmel oder Feuchtigkeit
- Risse oder Verblassungen
- Kondenswasser an der inneren Scheibe
- Zugluft bei geschlossenem Fenster
- Probleme beim Öffnen und Schließen
Fenster austauschen: Förderung
Die Bundesförderung von Fenstern erfolgt aktuell nur noch über das Förderprogramm BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude). Unter bestimmten Voraussetzungen kannst Du Dir für die Fenstersanierung einen Zuschuss sichern.
Wichtig: Damit Du einen Antrag auf staatliche Förderung stellen kannst, musst Du einen Energie-Effizienz-Experten mit ins Boot holen. Die Beratung durch den Experten kannst Du Dir allerdings auch zu 50 % fördern lassen. Ausführliche Infos gibt's unter
In manchen Bundesländern und Kommunen gibt es noch weitere Fördermöglichkeiten, die Du mit dem Bundesförderprogramm kombinieren kannst. Du brauchst einen Kredit? Bei der KfW gibt es eine Bundesförderung für effiziente Gebäude.
Fenster austauschen: So geht's
Ein Fenster auszutauschen ist kein Hexenwerk. Es gibt aber ein paar wichtige Punkte, auf die Du achten solltest, damit Dir nicht gie ganze Heizungsluft flöten geht.
1. Fensterrahmen richtig positionieren
Damit beim Fenster austauschen keine Wärmebrücken entstehen, musst Du das neue Fenster richtig positionieren. Die Position des Fensters richtet sich nach der Wandkonstruktion: Bei einer einschaligen Außenwand liegt sie idealerweise im mittleren Drittel der Wand, bei einer mehrschaligen Außenwand im inneren Drittel der Dämmschicht. Die technisch einfachere Lösung allerdings wäre es, wenn Du die Außenseite des Rahmens bündig an die Außenkante des Mauerwerks anfügst. Der Energieverlust von knapp 5 % ist noch zu verschmerzen, denn dafür kannst Du den Rahmen leicht überdämmen. Mehr Infos unter
2. Fenster richtig befestigen
Nicht nur das Besfestigungsmaterial ist entscheidend ist beim Fensterautausch – und hier wählst Du am besten Rahmendübel oder Maueranker. Auch das Material des Rahmens wirkt sich darauf aus, in welchen Abständen Du Dübel oder Anker anbringen musst. Bei Holz-Alu- oder reinen Holzrahmen z. B. solltest Du jeweils max. 800 mm Abstand freilassen.
3. Fensterlaibung dämmen
Im Altbau ist oft die Laibung die Schwachstelle, durch die die Heizswärme entweicht. Die Stelle ist auch besonders anfällig für Schimmel. Bevor Du Deine Fenster austauschst, stelle sicher, dass die Fassade entsprechend gedämmt ist. Wenn es schnell gehen muss, kannst Du aber auch erstmal die Fensterlaibung dämmen (Stichwort Zargendämmung). Bereits wenige Zentimeter mehr Laibung verbessern den Wärmeschutz Deiner Fenster.
4. Fenster abdichten
Egal ob Neubau oder Altbau, Du willst, dass Deine Fenster dicht sind. Innen mehr als außen, damit die Feuchtigkeit stets nach außen abdampft. PU-Schaum oder ökologische Dämmstoffe wie Schafwolle und Co dämmen zwar gut, dichten aber nicht ab. Das merkst Du spätestens, wenn morgens das Kondenswasser am Fenster steht. Das Problem dabei ist, dass feuchte Dämmstoffe auf Dauer ihre Wirkung verlieren.

Fensterscheibe oder ganzes Fenster austauschen?
Fenstergriff tauschen
Du willst Deinen Fenstergriff tauschen? Für mehr Sicherheit in Deinem Zuhause kannst Du z. B. mit einem abschließbaren Fenstergriff nachrüsten. Das ist ruckzuck gemacht – in maximal 10 Minuten. Wie's funktioniert, erfährst Du in unserer Anleitung der HORNBACH Meisterschmiede.
Tipp: Statt dem abschließbaren Fenstergriff kannst Du auch einen Sperrgriff montieren. Damit kannst Du das Fenster immer noch kippen. Die integrierte Drehsperre verhindert aber, dass jemand von außen der Griff komplett herunterdrücken und so das Fenster öffnen kann.

Fenster austauschen: häufige Fragen
Wenn die alten Fenster nicht mehr den aktuellen Anforderungen an Einbruch-, Schallschutz und Wärmedämmung esntprechen oder sogar beschädigt sind, wird es Zeit sie auszutauschen.
Sind Deine Fenster etwa 20 Jahre alt, macht ein Austausch auf jeden Fall Sinn. Mehr über Vorteile von ausgetauschten Fenstern kannst Du im Kapitel
Ja, meist macht es Sinn alle Fenster auf einmal auszutauschen. So musst Du nur einmal ran! Dadurch sparst Du Kosten bei Montage und Material und sorgst dafür. dass das Haus gleichmäßig gedämmt ist.
Wenn Du die folgenden Dinge an Deinem Fensterrahmen wahrnimmst, kann das an Anzeichen dafür sein, dass Du ihn austauschen solltest:
- Zugluft
- Risse
- Feuchtigkeit oder Schimmel
- Probleme beim Öffnen oder Schließen
Nicht allein das Alter entscheidet. Bei rund 30 Jahre alten Fenstern lohnt sich ein Austausch aber oft, besonders wenn sie undicht sind, schlecht dämmen oder noch keine Wärmeschutzverglasung haben.
Fenster können über 40 Jahre halten, entscheidend sind Zustand, Dichtheit und Verglasung. Fenster von vor 1995 haben laut Verbraucherzentrale in der Regel keine Wärmeschutzverglasung, sodass ein Austausch häufig sinnvoll ist.





















