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Die Bar im Kellergewölbe

Silvan Helbling aus Rapperswil Jona in der Schweiz steht am Tresen seiner selbst gebauten Bar „The Crown Bar“

Abends mit Freunden noch was trinken gehen, das konnte man im schweizerischen Rapperswil-Jona lange nicht. Dann kam Silvan – und baute eine Bar.

Lesezeit 3 min.

Rapperswil-Jona. Eine Kleinstadt am Zürichsee. Wunderschön. Das Problem: Abends wird sie zur Geisterstadt. Nachtleben? Fehlanzeige. „Warum eigentlich?“, fragt Silvan Helbling, 21, in seiner Abschlussarbeit der Berufsmatura. Spricht mit Behörden und Wirten. Dann beschließt er: Ich bau selbst eine Bar.

Die Verbundenheit mit Rapperswil-Jona ist riesig. Etwas störte mich aber: Sobald es dunkel wird, wird der Ort zur Geisterstadt.“

Silvan Helbling

Handwerken? Kein Ding für den gelernten Schreiner. Ein Lokal ist schnell gefunden: im Gewölbekeller des Restaurants „Krone“. Nach Brauerei und Weinkeller: Abstellkammer. Völlige Verschwendung, findet auch der Restaurantbesitzer. Silvan soll zeigen, was er draufhat.

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Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Das lässt der sich nicht zweimal sagen. Krempelt die Ärmel hoch, entrümpelt den 200 Jahre alten Keller. Dann geht’s ans Handwerken. Erstes To-do: die Sandsteinwände. Sind zum Teil mit Kalkputz versehen. Der muss ab. Dann mit Tiefengrund wieder festigen. Läuft.

Eine Schieflage gibt’s beim Boden. Der Keller ist ursprünglich für die Bierbrauerei gebaut worden, mit starkem Gefälle. Silvan schnappt sich Zement. Der kann vieles richten. Bodenfarbe drauf, weiter zur Lüftung. Nicht ganz einfach bei Kellerräumen, denn dort ist es oft feucht. Silvans Keller ist auch noch kalt, durch zwei alte Lüftungsschächte. Die Lösung: einen Schachtdeckel dämmen, mit wasserfesten Polystyrolplatten. Beim anderen Schacht baut er einen Ventilator ein. Mit der Mischung passt das Klima.

Zur Elektronik. Ist da alles in Schuss? Nicht ganz. Das Verteilzentrum ist genau dort montiert, wo sich die meiste Feuchtigkeit sammelt. Glück im Unglück: Silvans Opa, gelernter Elektroplaner, kann aushelfen. Das spart Zeit und Geld.

Aus Alt mach Neu

Davon hat Silvan eh nicht so viel. Lieber Vintage als neu. Bloß kein 08/15. Die Mission: upcyceln. Er kauft gebrauchte, aber elegante Tische und Gobelinstühle. Die Unterkonstruktion des Tresens ist aus gebrauchten Fichtenlatten, das Barblatt aus dem alten Wohnzimmertisch seiner Großtante, ein Büfett-Tisch wird zur Vorderseite. Weinkisten verwandelt Silvan in Hocker. Den Warenlift verkleidet Silvan mit Schall-Platten. Weinkisten raufstapeln, verschrauben. Passt. Dann Feinschliff: das Treppenhaus, das in den Keller führt. Schon hier soll sich der Gast wichtig fühlen, wie ein König. Silvan installiert eine Treppenbeleuchtung, streicht das weiße Treppenhaus anthrazit, rollt einen roten Teppich aus, montiert goldene Sockelleisten.

Ich baue den Keller in eine Bar um, es soll ein Treffpunkt für junge Leute aus der Umgebung entstehen.“

Silvan Helbling

Rund 300 Stunden später, verteilt auf knapp zwei Monate: Silvan eröffnet „The Crown Bar“. Hier können Gäste, die jungen und all die anderen, jetzt so lange feiern, wie sie wollen. Die dicken Kellermauern schirmen den Lärm ohnehin ab. Und Silvan? Schmiedet beim Cocktailmixen schon neue Ausbaupläne.

Silvans Bar in Zahlen:

  • Gesamtfläche: 70 Quadratmeter
  • Materialpreis: ca. 3000 Euro
  • Planung: knapp 100 Stunden
  • Arbeitszeit: rund 300 Stunden

Silvan mixt in seiner Bar einen Cocktail

Text: Esther Acason | Fotos: Silvan Helbling

Die Bar Marke Eigenbau

Wer einen Drink bei Silvan trinken möchte, erfährt hier mehr dazu.

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