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Hintergrund: Die Lust am Gärtnern

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Die Jugend treibt es dahin, wo Wohnraum begrenzt, Mieten hoch und Grundflächen rar sind. Umso erstaunlicher, dass dem Drang zur (Groß-)Stadt der Wunsch nach Natur und Ruhe gegenübersteht. Aus dieser vermeintlichen Widersprüchlichkeit erwuchs in den vergangenen Jahren eine neue – oder alte? – Lust am Gärtnern.

Lesezeit 6 min.
Seit einigen Jahren ist sie wieder im Aufwind, die Lust der Europäer am Gärtnern. Man sieht es, wenn man durch die Lande streift – sowohl in den ländlichen Regionen, wo diese Lust wohl nie ganz verschwunden war, als neuerdings auch in den Städten. Es grünt und blüht, summt und brummt an vielen Ecken. Auch im Wiener Sonnwendgarten.

Anna Krall

„Die Grüne Branche profitiert seit einigen Jahren von gesellschaftlichen Entwicklungen, die ihren Sortimenten einen gewissen Hype und ihrem Marktvolumen ein stetiges Wachstum bescheren. Megatrends wie Nachhaltigkeit, Urbanisierung oder Gesundheit machen Gärtnern zur hippen Freizeitbeschäftigung“, resümiert der Industrieverband Garten e.V. in seinem jüngsten Jahresbericht. Dabei bezieht er sich vornehmlich auf die zunehmende Landflucht: Negativ betrachtet treibt es die Jungen dahin, wo Wohnraum begrenzt, Mieten hoch und Grundflächen rar sind. Umso erstaunlicher, dass dem Drang zur (Groß-)Stadt der Wunsch nach Natur und Ruhe gegenübersteht. Aus dieser vermeintlichen Widersprüchlichkeit erwuchs in den vergangenen Jahren eine neue – oder alte? – Lust am Gärtnern.

Ungewöhnliches Stadtgrün

In den öffentlichen Räumen entstanden und entstehen immer mehr kleine grüne Oasen. Besonders geeignet dafür zeigen sich Dächer, Baumschalen oder speziell von den Städten zur Verfügung gestellte Flächen. Und plötzlich waren sie da: Kleine Nutzgärten. Bewirtschaftet von Einzelnen oder auch von Gruppen, Vereinen und Nachbarschaften. Urban Gardening heißt dieser Trend auf Neudeutsch. Fest mit ihm verbunden ist auch die Nutzung ungewöhnlicher Pflanzgefäße: Alte Plastikflaschen, Gummistiefel, Badewannen bepflanzt mit Beet- und Balkonpflanzen, Gemüse und Kräutern. Aus Recycling wird so Upcycling – einem dem Tode geweihten Wertstoff wird ein neues, fremdes Leben eingehaucht.

Für gut funktionierende Hochbeete brauchten wir Einiges zusätzlich zum Recycling-Material, wie Mausgitter, Gewindestangen, Noppenfolie, Schrauben und gutes Werkzeug.

Heinz Wottawa, Vorstand Sonnwendgarten Wien

Urban Gardening? Nutzgarten!

Urban Gardening ist in aller Munde. Und das, obwohl kaum jemand genau weiß, was sich hinter dem Begriff verbirgt. Denn im Grunde ist es nichts anderes, als die Umwandlung jedweder städtischen Fläche in einen kleinen Garten. Meist sogar in einen Nutzgarten. Denn wenn man schon Grün anbaut, warum dann nicht auch solches, das sich verzehren lässt? In den ländlichen Regionen Europas war der Trend zum eigenen Anbau von Obst und Gemüse wohl nie so ganz verschwunden. Auch, wenn eine flächendeckende Versorgung mit frischen Lebensmitteln schon lange kein Problem mehr ist.

Wir sehen im „Urban Gardening“ aktiven Umweltschutz durch Eigenversorgung: biologische Lebensmittel ohne Transportwege, ohne externe Energiezufuhr.

Barbara Derkits-Kremser, Gärtnerin Sonnwendgarten Wien

urban gardening nutzgarten

Neues Bewusstsein

Zur Lust am Gärtnern kommt ein spezielles, vielleicht neu gewonnenes Gesundheits- und Umweltbewusstsein innerhalb der Bevölkerung hinzu. Wo kommen meine Lebensmittel her? Wie wurden sie erzeugt? Diese und weitere Fragen stellen sich viele Menschen. Lange nicht mehr nur vermeintliche Ökos in Batik-T-Shirts. Übermäßiges Düngen und die Verwendung insektenschädlicher Spritzmittel sind immer wieder Themen, die die Öffentlichkeit beschäftigen.

Wir wollen eine Alternative zur industrialisierten und globalisierten Lebensmittelproduktion schaffen und einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz und zum Erhalt der Artenvielfalt leisten.

Johanna Flock, Vorstand Sonnwendgarten Wien

Was wäre also leichter, als das eigene Obst und Gemüse selbst anzubauen? Denn genau dann hat man ein gutes Gefühl beim Essen, weil man weiß, womit die Pflanze – von der eigenen Anzucht an – in Berührung kam. Wer sich die Anzucht der Jungpflanzen ersparen möchte, kauft beim nächstgelegenen Bau- und Gartenmarkt. Aber auch hier stellen sich Fragen: Wie wurden diese Pflanzen gezogen? Welche Mittel wurden dafür verwendet?

Glaubwürdige Antworten des Handels

Es ist die Aufgabe des Einzelhandels, auf genau diese Fragen der Verbraucher eine glaubwürdige Antwort geben zu können. Zu den Umweltaspekten kommt noch die Frage nach sozialen Standards in den Gärtnereien hinzu. Um größtmögliche Sicherheit für die nachhaltige Produktion ihrer Floraself-Pflanzen zu erlangen, verlässt sich die HORNBACH Baumarkt AG auf die anerkannten Zertifizierungssysteme Global G.A.P. und MPS. Beide Systeme machen strenge Vorgaben für den Produktionsprozess der Pflanzen: Von den verwendeten Pflanzenschutzmitteln, der Wahl und Menge des Düngers bis hin zum Umgang mit Abfällen. HORNBACH jedoch geht noch einen Schritt weiter als es die Zertifizierungssysteme verlangen: Bei der Anzucht der Pflanzen dürfen keine bienengefährdenden oder umstrittenen neonicotinoidhaltigen Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Bescheinigt wird das durch das Floraself-Qualitätssiegel, das auf die Etiketten der Pflanzen aufgedruckt ist.

HORNBACH ist ein verlässlicher Partner, der uns mit Fachwissen und notwendigen Materialien – besonders mit reichlich hervorragender Erde – zur Seite steht. Da zählt ein Handschlag noch.

Harald Kicker, Vorstand Sonnwendgarten Wien

glaubwuerdigen antworten

Verantwortungsbewusst gestalten

Mit den richtigen Produkten lassen sich Balkone & Co. im Handumdrehen in lebenswerte, bunte Oasen verwandeln. Sie verschönern die eigene Lebenswelt und bereichern die Wohngebiete. Gerade Gemeinschaftsgärten bieten für Menschen aller Altersgruppen eine Anlaufstelle, um gemeinsam Natur zu erfahren. Generationen arbeiten miteinander und lernen voneinander.

Der Garten dient der Stadtteilentwicklung und schafft Verflechtungen und soziale Durchmischung zwischen traditionellem Arbeiterbezirk und urbanem Neubaugebiet. Im Augenblick sind wir 56 Haushalte, Familien und Einzelpersonen, sowie sechs gemeinnützige Organisationen, die Kinder und Jugendliche, Wohnungslose, MigrantInnen, Menschen mit Behinderung und psychischen Erkrankungen betreuen. In manchen Beeten garteln sogar drei Generationen, von der Oma bis zum Enkel.

Barbara Gscheitmayr, Vorstand Sonnwendgarten Wien

Verantwortungsbewusster Umgang mit den Ressourcen steht dabei ebenso im Vordergrund wie auch Biodiversität. Schließlich nützt alle Lust am Gärtnern nichts, wenn keine nützlichen Insekten da sind, die die blühenden Pflanzen bestäuben.

Lieferanten

Grün-Oase und Ort der Gemeinschaft

ort der gemeinschaft

Gegründet 2016 als temporäres „Gartenlabor", entwickelte sich ein Verein, der diesen Gemeinschaftsgarten trägt. Kaum ein Jahr später wurde der heutige Standort im Helmut-Hilk-Park bezogen. Dann ging es Schlag auf Schlag: Emsig errichteten die Vereinsmitglieder Gartenhütten und Hochbeete für heute 56 Haushalte. Das Besondere daran: Es wurde viel übrig gebliebenes Baumaterial von den umliegenden Baustellen verwendet. Bretter, Pfosten und Konstruktionsholz für die Hochbeete und Gartenhütten, Baustahl als Rankgerüst für die Bohnen – Upcycling lässt grüßen.

Der Andrang ist riesig. Darum werden die jährlich zehn neu hinzukommenden Haushalte per Los gezogen. Die Hobby-Gärtner dürfen sich dabei in ihren Beeten frei entfalten. So entsteht einerseits eine außergewöhnliche Pflanzenvielfalt – aber auch eine große Menschenvielfalt. Denn gemeinsam macht das Gärtnern einfach mehr Spaß, und die Mitglieder können voneinander lernen.

Auch der Erhalt der Artenvielfalt sowie die Kultivierung alter Pflanzensorten ist ein Ziel des Sonnwendgartens. Deshalb verfügt er beispielsweise auch über fünf Bio-Bienenstöcke mit insgesamt rund 350.000 Bienen, eine Pilzzucht sowie einen nachhaltigen Kompostkreislauf. Für 2019 ist das Ziel, ein Photovoltaik-Kleinkraftwerk zu bauen, um Energie von der Sonne zu ernten. Damit sollen die Gartenküche, die Honigschleuder und die Heizung in den Experimentier-Beeten betrieben werden. Was nicht selbst genutzt wird, soll der Gesellschaft bereitgestellt werden.

Sonnwendgarten Wien, Harald Kicker

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