W-Wert und sd-Wert
In der DIN EN 1062 wird die Qualität von Fassadenfarben reglementiert. Wichtige Qualitätsmerkmale sind dabei die Wasserdurchlässigkeit und die Wasserdampfdurchlässigkeit. Oft werden Fassadenfarben nach ihren eingesetzten Bindemitteltypen charakterisiert. Die Qualität eines Anstrichs hängt jedoch nicht nur von den eingesetzten Bindemitteln ab. Folgende Tabelle zeigt die Eigenschaften der unterschiedlichen Typen von Fassadenfarbe. Sie ist hilfreich, um die Qualität richtig einstufen zu können.
| Qualität | Bezeichnung | W- Wert | sd- Wert |
|---|---|---|---|
| Fassadenfarbe | Acrylat-Fassadenfarbe | W2 | V1 |
| Silikon-Fassadenweiß | Silikonisierte Acryl- Fassadenfarbe | W3 | V1 |
| Hightec-Fassadenschutzfarbe | Hydrophile Siliconharzfassadenfarbe |
W2 | V1 |
| Silikatfarbe | Silikatfarbe | W1 | V1 |
Silikatfarben z.B. verkieseln mit dem mineralischen Untergrund und zeigen daher eine hohe Wasserdampfdurchlässigkeit.
Der W-Wert:
Der W-Wert beschreibt die Wasserdurchlässigkeitsrate (W) der Fassadenfarbe nach der DIN EN 1062-3. Zum Schutz des Untergrundes sollte die Fassadenfarbe möglichst wenig Wasser aufnehmen und durchlassen. Je niedriger der W-Wert, umso geringer ist die Wasseraufnahme oder Wasserdurchlässigkeit. Eine hochwertige Fassadenfarbe erreicht demnach die Klasse W2-W3 mit einem niedrigen W-Wert.
Klassen für die Wasserdurchlässigkeit (W):
| Klasse | Anforderung Wasserdurchlässigkeit in kg/(m² x h^0,5) |
|---|---|
| W0 | keine Anforderung |
| W1 hoch | > 0,5 |
| W2 mittel | ≤ 0,5 und > 0,1 |
| W3 niedrig | ≤ 0,1 |
Der sd-Wert:
Der sd-Wert beschreibt die Wasserdampfdurchlässigkeit (V) einer Farbe nach DIN EN ISO 7783-2. Auch wenn der Anstrich einen sehr geringen W-Wert hat, gelangt Wasser in den Untergrund. Dann ist es wichtig, dass das Wasser schnellstmöglich austrocknet, also wieder durch die Fassadenfarbe heraus diffundiert. Je höher die Wasserdampfdurchlässigkeit eines Anstrichs ist, desto leichter hat es der Wasserdampf diesen zu durchdringen. Fassadenfarben der Klasse V1 haben die höchste Wasserdampfdurchlässigkeit, d.h. hier trocknet der Untergrund am schnellsten.
Klassen der Wasserdampf-Diffusionsstromdichte (V):
| Klassen der Wasserdampf-Diffusionsstromdichte (V) | |||
|---|---|---|---|
| Klasse | Anforderung | ||
| Wasserdampfdurchlässigkeit in g/(qm x d) | sd- Wert (= diffusionsäquivalente Luftschichtdicke) in m | ||
| V0 | keine Anforderung | ||
| V1 hoch | > 150 | < 0,14 | |
| V2 mittel | ≤ 150 > 15 |
≥ 0,14 < 1,4 |
|
| V3 niedrig | ≤ 15 | ≥ 1,4 | |
